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Zeit der

Abweichung: 1945

Kurzinformation über Zeitlinie:

Die Geschichte der DDR , später DSR, entwickelt sich anders. Einige wichtige Veränderungen gegen über UZL machen die DDR zur Autoexportnation und die Kooperationen mit anderen Automobilherstellern für zur neuen Exportmarke LYNX . Es kommt zu keiner Wiedervereinigung, aber 1990 wird der sowjetische Teil Ostpreußens und die DDR zurückgegeben. Im Jahr 1994 nennt sich die DDR in DSR, Deutsche Sozialistische Republik um. Die DSR ist eine dem "menschlicheren Sozialismus", wie sie die Reformer des Prager Frühlings ihn wollten, folgende Volksrepublik. Die DDR wird durch einen großen Zuzug aus Osteuropa und der Dritten Welt ein moderner Staat vieler Kulturen.  

 ​Von 1945 bis in die 1960er

Zwar beginnen die Sowjets mit dem Abbau der ostdeutschen Wirtschaft, doch Stalin stoppt diesen nach der Berlinblockade, da er sich von einem wirtschaftlich starken DDR mehr Vorbildwirkung für den Kommunismus erhoffte.

Nach der Gründung der BRD im Jahre 1949 und der kommunisten-feindlichen Einstellung der Regierung Adenauer und die folgenden Hallstein-Doktrin androhte in der die BRD mit dem jedem Staat, die diplomatischen Beziehungen zu beenden. Am Ende zeigte sich diese Doktrin als Fehler, die zur Isolation der BRD führte, als immer mehr Länder die DDR anerkannten. Während in Westdeutschland das Wirtschaftswunder in den 1950er und dann in den 1960er Jahren erfolgte, konnte die DDR noch einigermaßen mithalten, aber der Abzug viele Firmen aus der DDR wie der Autounion aus Chemnitz nach Bayern war das Land nachhaltig geschwächt.

Die Führung der DDR aber fand keine Mittel die Wirtschaft zu Stärken, kümmert sich nur die Frage des Flucht der Bevölkerung aus dem Lande  zu verhindern, während es eigentlich darum gegeangen wäre die Leute für die Ideale zu begeisterrn.

Der Bau der Berliner Mauer zeigte deutlich wie falsch die Prioritäten gelegt wurden. Während für den Bau der Mauer und den Grenzschutz offenbar unbegrenzte Mittel zur Verfügung gestellt wurden, fand man keine Gelder um die Produktion im Lande zu Modernisieren. Es war paradox: Der Arbeiter und Bauern Staat DDR, tat wenig um die Zukunft seiner Bauern und Arbeiter zu sichern, sondern gab wie schon die Herrscher aus den Zeiten des Alten Preußens mehr Geld für Verwaltung, Polizei und Militär aus denn fürs Volk.

Flag of Comecon

Von Froztbyte - Eigenes Werk, Gemeinfrei.

Ein weiterer Faktor der die DDR schwächte war der Bedingungslose Gehorsam gegen über Planwirtschaft dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe RGW , dem kommunistischen Gegenstück zum Marschallplan. Wichtige Faktoren wie die Versorgung mit Schwer-kraftfahrzeugen, Sattelschleppern und eigenen Straßenbahnen waren in der DDR nur als den Bruderstaaten zu beziehen, aber dort meist nicht erhältlich. So entstand Mangel an Transport, der sich im Mangel an Verteilung bemerkbar machte. Dabei wäre es sehr einfach gewesen, einige dezentrale Produktionen zu ermöglichen.

Änderungen ab 1960

Abweichung

Ulbrichts Wirtschaftswunder - Wie die DDR den Westen überholen wollte Doku (2017)

Ulbrichts Wirtschaftswunder - Wie die DDR den Westen überholen wollte Doku (2017)

die Bei einem mysteriösen Unfall starb Erich Mielke im Februar 1963, Nachfolger im MfS wird Maximilian Dörschler, den einst Joseph Gutsche für die "Abteilung zur besonderen Verwendung (Untergrundaktionen in Westdeutschland)" ins Ministerium geholt hatte. Dörschler galt als gewiefter Pragmatiker und als Ex-Spion als eiskalt. Als Experte für Wirtschaftsspionage hatte er ein weites Netzwerk im Westen geleitet und erkannt, dass es Wirtschaft war die den Unterschied der Systeme ausmachte. DDR würde aus ihrer schwächere Position durch Kapitalmangel gehemmt nie zur BRD aufschließen können, wenn man sich zu ideologisch gab. Er verhinderte auch, dass Günter Mittag ins Politbüro Erich Apel nachrücken konnte und stattdessen die ihm getreue Ingeborg Paaf diesen Posten einnimmt. Diese hatte früher Apel unterstützt, besonders in dessen Plan (NÖSPL), der die Volkswirtschaft der DDR modernisieren und entbürokratisieren sollte. Als der Plan aufgrund politischer Widerstände nur stark abgeschwächt umgesetzt wurde, lehnte die wirtschaftsliberale Paaf einen Mittag ab und bezeichnete ihn als wirtschaftlichen Schwächling. Bei Dörschler fand sie dafür Gehör. Paaf setzte nun das NÖS durch, das von der Sowjetunion und vor allem Leonid Breschnew und dessen Getreuen in der SED wie Erich Honecker kritisch angesehen wurde.

Dörschler baute das MfS um. Weniger die Innere Überwachung den die Spionage im Westen war das Ziel. Der James Bond des Ostens, Horst Hesse war wohl das bekannteste Gesicht. [1] Informationen und Wirtschaftsspionage war nun primär. Über die Jahre wurde viele Technologien des Westen im Osten bekannt.

Ein Folge des NÖS wie Paaf ihn auslegte ist, dass gerade im Maschinen- und Automobilbau bewusst auf den Exportmarkt mit stetiger Modernisierung reagiert sollte. Mühsam setzte sie ihre Prioritäten durch: Dabei setzte sie dabei auf die Automobilindustrie als Devisenbeschaffer.

"Wenn man Fortschritts-Technologien fördern will, muss man das Geld dafür am Weltmarkt verdienen. Nicht Teile der Wirtschaft gegen einander ausspielen, sondern mehr erwirtschaften gilt es. " Ingeborg Paaf 1964

Houari Boumediene the man the president of Algeria

Houari Boumediene the man the president of Algeria

Als die Sowjetunion ab 1965 weniger Öl zur Verfügung stellte, würde man mehr mehr Öl kaufen müssen und dies war nur Erhöhung des Exports zu reichen um sich die zusätzlichen Importe leisten zu können. Ziel war da Nordafrika, besonders Algerien unter Oberst Houari Boumedienne, der durch einen Militärputsch im Juni 1965 an die Macht gelangt war. Dessen Politik war es eine Öffnung gegenüber dem Ostblock zu erreichen, um Algeriens wirtschaftliche Abhängigkeit von Frankreich zu überwinden. Dazu galt den Handel mit Nordafrika zu steigern und Produkte zu haben, die für Region geeigneter Waren, als jene des Westens. In den kommenden Jahrzehnten verlegt sich die DDR immer mehr dazu je Rohstoffländer der Dritten Welt als wichtige Exportländer für ihre Produkte zu entwickeln, denn sich auf den Nicht-sozialistischen Westen zu konzentrieren.
Wartburg 311 Cabrio

Wartburg 311 Cabrio

Neue Import und Exportverträge wurden geschlossen und so konnte mehr Öl aus Algerien importiert werden. Die Politik des RGW machte nun aber der DDR einen Strich durch die Rechung, z.B millitärische Gerät meist nur von der Sowjetunion produziert werden sollte.Um dennoch rasch ins Geschäft zu kommen, lies Dörschler sogar fast die gesamte Jahresproduktion des VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann“ Suhl nach Algerien verkaufen. Rasch zeigte sich, dass die Produkte der DDR in Algerien sehr beliebt waren. Besonders die robusten Motorräder aus Zschopau wurden in Afrika so gefragt, dass die Produktion erweitert werden musste. .

Paaf hatte dabei klare Favoriten: Die Autoindustrie ihr Steckenpferd. Sie selbst galt als große Autonärrin, fuhr stets rasant mit ihrem Wartburg 311 Cabrio. So kam sie öfters ungemeldet in Eisenach vorbei, um sich im Planungsbüro vorbei um sich zu erkundigen, wie die Dinge standen. Ideen wurden von ihr oft nur mit einem Nicken kommentiert und dann mittels Politbüros-Anweisung genehmigt. So wurde auf ihr Betreiben die Produktion des 311 Kübelwagen mehr als Verdoppelt, gerade weil das militärische Aussehen beim Export in Ländern wie Algerien und später in Libyen sehr half, da die DDR eigentlich kaum eigenes Militärgerät fertigte, dieses aber genau dort nachgefragt wurde. Später sollte genau diese Nachfrage der Grund für die Entwicklung von Geländewägen aus dem Hause Trabant werden.

Zeit der Athleten

Wartburg 355

Wartburg 355 Baujahr 1968/1969, ausgestellt im Verkehrsmuseum Dresden. Foto von Thomas Z

Ein weiteres von Paaf Projekten waren die "Athletenmodele". Von ihren männliche Kollegen wurde es als "unsozialistisch" gesehen, luxuriöse Sportautos zu fertigen, doch dann mahnte Paaf an, dass sie die DDR auch Spitzensportler aus Image-gründen gönnte. Ab dem Jahr 1965 wurde dann der bekannte Wartburg 353 für die breite Masse gefertigt. Eines der soge-nannten "Athleten" war der Wartburg 355, der aber für DDR-Bürger unerschwinglich war. Zunächst wurden jährlich nur einige Hundert Stück in Eisenach für den Export gefertigt, Ausnahmen für verdiente Sportler und höchste Parteifunktionäre gab einige, wodurch aber die Zustimmung für die Athletenmodele sogar in der Partei nur stieg. Einen Wartburg 355 zu haben, galt bald als Statussymbol. Probleme machten die zahlreichen Chromteile, die im Design vorgesehen waren und unter anderem da Chrom aus Jugoslawien erst importiert werden musste. Ein Dienstreise zu Tito in Belgrad vermittelte Paaf einen günstigen Deal über den das Chrom, welcher die männlichen Kollegen witzeln lies, Paaf habe in Jugoslawien sehr mit ihren weiblichen Reizen Tito zum Ja bewegt. Paaf juckte diese Gerüchte wenig, zeigte es doch nur was man ihr alles zu traute, sich für den Sozialismus einzusetzen. Durch die Kontakte der französischen Bruderpartei PCF vermittelt konnte mit der 355 mit Renault C1G Viertaktmotor gefertigt werden. Als ein Devisenbringer in Westen verkauft, konnte damit auf die sinkende Nachfrage nach Zweitaktautos reagiert werden. So blieb die Autoindustrie der DDR im Westen in besserer Erinnerung als in der UZL.
Die Wartburg-Story ganze DOKU (mdr 2oo6)

Die Wartburg-Story ganze DOKU (mdr 2oo6)

Schließlich musste man aber einsehen, dass man natürlich auch für die normale Produktion, also für eigenen Bürger, nicht am Zweitakt-Motoren festhalten konnte. Statt jedoch wie beim Warburg 355 einen Viertakt-Motor vom Westen in Lizenz zu erwerben, wurde der neue Wartburg 373 ab 1971 mit einem von AWE entwickelten Viertakt-Motor mit 1,6 Litern und etwa 80 PS Leistung aus Eisennach angeboten. Problem war nun aber die mangelte Kapazität des Autowerks ins Eisenach. Dennoch wurde durch einige wichtige Veränderungen gegen über UZL die DDR damit zur Autoexportnation. Dazu im Artikel zur Automarke Lynx mehr und zum Vergleich ist das Video beigefügt;

Wendepunkt

Als die Führung in Moskau und der Warschauer Pakt mit der Niederschlagung des Prager Frühlings beschäftigt war, schlug Dörschler zu und lies etliche Mitglieder des Pilotbüros wie Kurt Hager und Joachim Herrmann aber natürlich auch Egon Honecker verhaften. Walter Ulbricht stimmt schließt der Entmachtung seines einstigen Ziehsohnes zu, da er in Maximilian Dörschler den vertrauenswürdigeren Mann fand. Außerdem wollte Ulbricht die Errungenschaften des NÖS weitergetragen sehen, während sich Honecker offenbar mehr zum alten Denken gemüßigt fühlte. Dazu die Doku des Prager Frühlings in der UZL:
GENOSSE AGGRESSOR - DER PRAGER FRÜHLING UND DIE DDR

GENOSSE AGGRESSOR - DER PRAGER FRÜHLING UND DIE DDR

Honecker und Hager wurden des Verrats angeklagt und einen Putsch gegen Ulbricht geplant zu haben. Dörschler zeigte Ulbricht geheime Aufzeichnungen in den Honecker mit Breschnew schon über dessen Absetzung verhandelt hatte. Von dann an sollte Ulbricht Breschnew nicht mehr Vertrauen. Honecker wurde im geheimen hingerichtet, der Tod in der Öffentlichkeit als Jagdunfall bezeichnet. Seine Frau Margot zog sich aus der Öffentlichkeit zurück und reiste 1970 in Exil nach Chile, welches unter Salvador Allende als befreundeter Staat galt. Hager und Herrmann zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, im Falle Herrmanns aber schon nach wenigen Jahren aus Gesundheitlichen Gründen in Hausarrest umgewandelt.
Pläne Pech und Pleiten Teil 1- Wirtschaft unter Ulbricht Doku deutsch

Pläne Pech und Pleiten Teil 1- Wirtschaft unter Ulbricht Doku deutsch

Inzwischen begann sich die DDR durch das NÖS sich immer deutlicher zu verändern, was in der UZL leider nicht geschah. Neue Gesichter in der SED prägten die Medien und es wurde vom "Aufbruch in die Zukunft" gesprochen. Durch die "Materiellen Hebel" und "Leistungsprämien" belebt, überstieg öfters die reale Produktion, die Planziele. Probleme waren aber immer wieder die fehlende Mittel, die schlechte Infrastruktur und die dadurch folgende schlechte Versorgung. Aus dem Tagebuch der Ingeborg Paaf, das nach ihrem Tode als "Erinnerungen an den Sozialismus" veröffentlich wurde:

"Das größte Problem der DDR ist weder die Flucht seiner Bürger noch die Misswirtschaft, sondern die fehlenden Mittel diese Missstände zu ändern." Ingeborg Paaf 1964
Der schweigende Stern - Trailer

Der schweigende Stern - Trailer

Kybernetik und Systematische Heuristik waren die großen Wissenschaften der Zeit zu denen bald noch die Informatik stoßen sollte. Automatisierung und Fortschritt waren in aller Munde. Literatur und Unterhaltung waren zunehmend auf die Zukunft und den Sieg des Sozialismus ausgerichtet. Dazu ein Werbefilm des DDR-Films der "Schweigende Stern" in Video:

Dörschler, nun formal Ulbrichts Nachfolger, bremste Paaf auf Ulbrichts Wunsch, da er nun einen Einmarsch wie in Prag bei sich befürchtete. Paaf möchte am liebsten, das die DDR den RGW verlässt, da sich kaum effektive Synergien dabei finden ließen. Das geschieht nicht, aber die DDR legt sich bei so machen RGW-Beschlüssen nun quer, nicht immer zurück Freude der Sowjetführung. Da aber Dörschler und Paaf im Laufe der Jahre gute Kontakte in die anderen Bruderstaaten aufbaute wie in Rumänien und Jugoslawien stand die DDR mit Ablehnungen nicht allein. Generell ändert die DDR ihre Haltung zur Sowjetunion offiziell nicht, inoffiziell nahm man tausende tschechische Desidenten bei sich auf und nach dem Putsch gegen Allende 1973 auch viele linke Intellektuelle. Dörschler erklärte es anderen kommunistischen Führern, so dass er lieber diese Leute innerhalb des Sozialismus sehe, als außerhalb. Das Land wird freigeistiger und offener damit.

Die 1970er

Gadaffi

Der Übergang

Wirtschaftlich begann nun die DDR sich merklich zu erholen. Ein wichtiger Faktor dabei war, der Kontakt den Dörschler mit dem im September 1969 sich an die Macht geputschte Oberst Muammar Gadaffi in Libyen. Als einer der ersten europäischen Staaten nahm die DDR Kontakte zu Revolutionsrat der neuen Libyschen Arabischen Republik. All zu gerne hatte man die Worte Gadaffis von "Freiheit, Sozialismus und Einheit" vernommen und noch im November 1969 war Dörschler in Tripolis mit Gadaffi zusammen gekommen. In den persönlichen Aufzeichnungen Dörschlers war zu vernehmen, dass er von Gadaffis Auftritt durch aus beindruckt war, nach dem Gespräch ihn nicht für einen echten Sozialisten oder einen Modernen Mann hielt.

Gadaffi hingegen war auch vom massigen Dörschler zu Anfang nicht begeistert, soll aber zu Vertrauen nach dem Staatsbankett gegeistert gemeint haben, einen Verbündeten außerhalb des arabischen Raumes gefunden zu haben. Zu dem Zeitpunkt war Oberst Muamar Gadaffi etwas vom mangelten Reformwillen seiner arabischen Nachbaren enttäuscht worden. Er wurde nach seiner Meinung nicht als der großer Arabische Führer angesehen, der sein wollte.

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Dörschler war ganz klar, dass es nun hieß die Gunst der Stunde zu nutzen. Sofort solle die DDR vollen diplomatischen Status aufnehmen und noch im Dezember 1969 wurde der erster Botschafter der DDR in Libyen akkreditiert. Während sich die neue Libysche Regierung sich daran machte die unfairen Verträge über das Erdöl mit den westlichen Firmen in Frage zu stellen und durch die Drohung der Reduktion der Förderung höhere Preise einforderte, war die Handels-Vertreter der DDR aktiv. Die ersten Exporte waren Motorräder aus Zschopau nach Libyen für Gadaffis neue Polizei-Truppen. Leider konnte die DDR nur wenig an militärischen Gerät liefern, da dies ja bei der eigenen NVA vorallem aus der Sowjetunion stammte. Umso mehr wurden Baumaschinen wie die Hydraulikbagger aus dem VEB Schwermaschinenbau NOBAS Nordhausen gefragt und teils zu doppelten Preis wie in der DDR verkauft.

In der von Walter Ulbricht anlässlich der Ostseewoche im Juli 1970 gehaltenen Rede, forderte er vor führenden Leuten der DDR-Wirtschaft im Auditorium Maximum der Rostocker Universität eine effektivere Volkswirtschaft. Er will dem Management in Kombinaten und Betrieben mehr Eigenverantwortung und größere Entscheidungsbefugnisse übertragen. Klar benennt er dabei die Mängel und Schwächen der zentralistisch gesteuerten Planwirtschaft beim Namen:

"Das muss man auch mit aller Deutlichkeit sagen. Angesichts der neuen großen Anforderungen kommen wir nur weiter, wenn das System der Ausbildung gesichert ist. Und die modernen und neuen Methoden der Ausbildung erfolgen heute mit Hilfe von Computern." Walter Ulbricht, Juli 1970 in Rostock 

Johannes-Mueller-Systematische-Heuristik

Professor Johannes Müller, Gründungsvater der Heuristik in der DDR.

Dörschler, Ulbrichts politischer Ziehsohn, lässt die Ostseerede in allen Medien der DDR veröffentlichen. Sie wird als die "Große Vision" des alten Mannes und SED Chefs Walter Ulbricht verkauft. Professor Johannes Müller, der in der UZL von Honecker und Hager kaltgestellt worden war, erhob Döschler zum Berater des Politbüros der SED. Er sollte Otto Reinhold im ZK ersetzen. Die Heuristik, die Kybernetik und NÖS: Damit trat die DDR aber offen in eine Konflikt zur damaligen Sowjetunion auf. Maximilian Dörschler wird später geschickt verstehen Moskau zu beruhigen und doch an der "Großen Vision" von Ulbricht festzuhalten. 

Als im März 1971 Walter Ulbricht nach einem Schlaganfall zurücktrat übernahm Maximilian Dörschler, bis 1973 soll Ulbricht in der symbolischen Funktion des Staatsratsvorsitzenden bleiben. Das MfS wurde ausgerechnet von Dörschlers Ex-Frau Heike Brigitte Schmitz geleitet, ebenfalls einst eine Agentin des MfS gewesen war. Sie wird durch viel mehr auf die Resozialisierung, denn auf Wegsperren von Oppositionellen als es ein Mielke in der UZL getan hat. Zwar hatte dies auch schon Dörschler in einem kleineren Rahmen versucht, doch Schmitz wird es zur ihrer Hauptaufgabe machen. Dazu wird die Programme wie "Die 2.Chance" und "Kontra" auflegen. Es wird auch eine Unterbehörde gegründet, um den von Oppositionen verhassten Namen MfS wegzunehmen. Das Justizbürgerservice kurz JBS, so Vertrauen in den Staat wieder aufbauen. Offiziell soll Gefangene und Verurteile besser Betreuen und der DDR einen humaneren Eindruck in der Welt vermitteln lassen.

"Es ist unsere Aufgabe, Liebe Genossen und Genossinnen, je vom Weg abgekommenen oder von uns verlorenen Genossen und Genossinnen für die Sache des Sozialismus wieder zu begeistern. Wie müssen die Flamme des Sozialismus in denen wieder entzünden, die erloschen sind, denn wir können nicht auf irgendwen verzichten im Kampf gegen den Kapitalismus. Wie wollen wir Kapitalisten vom Sozialismus je überzeugen können, wenn wir dies bei unseren Bürgern nicht schaffen?" Heike B. Schmitz 1972 - Geheime Rede vor den Eliteschule des MfS.

Maximilian Dörschler wird ab 1973 Staatsratsvorsitzender der DDR - ab 1978 durch Direktwahl der Bürger der DDR zum Präsidenten gewählt. Es wird als Zeichen für mehr Demokratie im Land gewertet.

Hortensia Bussi - Salvador Allende

Chiles Präsident Salvador Allende

Von Veranlassung Dörschlers wird Ota Schik, einst Architekt der Wirtschaftsreform des Prager Frühlings, eine Gastprofessur an der Universität Jena angetragen. Schik lehnte ab, da er die Hand seiner Feinde fürchtete könnte ihn in Jena erreichen. Dennoch wurden viele seiner Ideen nun Teil der neuen Wirtschaftspolitik der DDR. Sein Konzept des Dritten Weges konnte in Teilen in der neuen "Wirtschaftssozialismus" der DDR umgesetzt werden.

Nach dem Sturz Allendes in Chile kann man einige Konzepte des durch Fernando Flores und Stanford Beer entwickelten Cybersyn übernehmen. Die DDR-Variante wurde Zentralplanungselektroniksystem kurz ZEPES getauft und wie in Chile mit Fernschreibern ausgerüstet. Auf der Basis der Erkenntnisse von Stanford Beer und denen von Johannes Müllers Systematischen Heuristik wurde nun die Wirtschaft der DDR viel effizienter.

"Wir stehen an nun der Schwelle zu einem neuen Zeitalter. Einem Zeitalter in der die Information immer mehr an Bedeutung gewinnt. Mit ZEPES wird die sozialistische Wirtschaft befähigt so schnell auf Bedürfnisse und Notwendig-keiten zu reagieren, dass die Bürger bald zeitnahe mitbestimmen können, welche Produkte entwickelt werden können. Nun wird auch immer mehr der Bürgerwille auch in der Wirtschaft den demokratischen Willen zum Sieg des Sozialismus bekunden."  Dörschler in ALMO in Berlin. Dörschler wird das ALMO zu großen Ausbildungsstätte der DDR machen.
Robotron 300

Robotron 300 Einheit als der DDR Produktion


Über die KPÖ in Wien konnten 30 Fernschreiber der italienischen Olivetti Model Te300 angekauft werden, und wurden so dann in die DDR gebracht und dort nachgebaut. Zwei Jahre später sollte die DDR ihren eignen Fernschreiber KARL auf den Markt bringen.  ZEPES steigerte die Produktion, da nun realistischere Prognosen und schneller auf Bedarf reagiert werden konnte. Verbesserte Rückmeldungen führen zu realistischen Einschätzungen, wodurch Schwächen ausglichen und Stärken genutzt werden können. Eine dem Internet vorausgreifende Vernetzung der Produktionsplanung beginnt. Da die meisten sozialistischen Länder kaum Elektronik fertigen und durch die CoCom -Verbotslisten Importe aus dem Westen kaum möglich sind, wächst die Elektronik in der DDR rasant. Auch in der DDR selbst findet immer mehr Elektronik Einzug in die Wirtschaft, wodurch Fortschritte in der Modernisierung beim Automobilbau ermöglicht werden und für auch dieser zu nachhaltigen Verbesserungen auftreten. Die DDR entwickelte sich immer von einer klassischen Planwirtschaft hin zu einer neuen Partizipatorische Ökonomie, Paök.

Unter dieser Partizipatorischen Ökonomie, kurz Parcon, wurde immer mehr der Bürgerwille in den Vordergrund gestellt. Klar gab weiterhin die Partei die Richtung vor, aber so wurden ab 1974 die Fünfjahrespläne durch Wahlverfahren aktiv mitstimmt. Bestimmt über Televoting wie bei den westdeutschen Samstagsabendsshows in der beliebten TV-Sendung Bürgerkanal organisiert, wurde der Plan in anwesend Dörschlers präsentiert. Auch wenn erst in den 1990ern durch das TRANET, das Transnexus, wie das Internet im Sozialismus hieß, wurde wirkliche Bürgerbeteiligung möglich. So wurde ab 1990 mehrere - der Regel drei - Pläne in Tranet vorstellt auf dem TV diskutiert in per Online-Bewertung auswählt.

Von 1990 bis 1995 galt Plan GRÜN, ein sehr auf Ökologisierung ausgelegter Plan.

Erste Fortschritte

Pläne Pech und Pleiten Teil 2- Wirtschaft unter Honecker

Pläne Pech und Pleiten Teil 2- Wirtschaft unter Honecker. Doku deutsch

Mit dem neuen Model 373 war nun ein Wagen mit einem 1,6 Vierzylinder Motor auf dem Markt, den Dörschler im Gegenzug zu Honecker nicht den Überlegungen für einen RGW-Wagen geopfert hatte. ( Vergleich dazu im Video) Zwar konnte sich auch jenes Model 373 nur wenige Bürger leisten, da er gut doppelt so teuer wie der Wartburg 353 war. Dies war ganz bewusst so wählt, da der Warburg 373 zu Beginn nicht für die eigene Bevölkerung sondern wie der 355 als Exportwagen gedacht war. Dies zeigte sich, da er im wichtigen Absatzmarkt Großbritannien zum Verkauftshit wurde, gerade da der Absatz durch erlassene Zweitakt-Verbot ab 1974 eingebrochen wäre. So aber spülten der Export Devisen in die Kasse der DDR. Da das alte AWE Werk in Eisenach keine großen Stückzahlen ermöglichte, wurde nun es für 5 Milliarden Ostmark von Grund auf modernisiert und vergrößert, wodurch die Produktion nun wesentlich steigern konnte.
Wartburg 353 (993 cc)

Zwei Wartburg in England 1988. Optisch war der 353 und der 373 nicht zu unterscheiden.

Den Kredit hatte Gadaffi, der DDR ermöglicht, würden da nun jährlich Tausende Warburg nach Libyen gehen. In Eisennach wurde das Automobilwerk von Grund auf erneut und die Produktion damit vervielfacht. Ein weiteres Automobilwerk wurde in Schönefeld bei Berlin geplant, um die Bedingungen des Kredites und dessen Lieferaufträge nach Libyen erfüllen zu können. Optisch war der 373 und der 353 nicht zu unterscheiden, da sie beide gleiche Karosserie hatten, wenngleich die Technik unterschied sich doch sehr. Dies sollte sogar bei den Sonder-Modellen 380 und 383 sich nicht wirklich ändern, außengenommen bei den Blinkern und Rückscheinwerfern. Ab dem 380 war die Scheinwerfer-Konfiguration des Wartburg 1.3 der UZL das Aussehen des Wartburg. So aber bliebt die Form des der 353-Karosserie bis in die 1980er Jahre prägnant auf den Straßen im Osten, wodurch manche dachten es gäbe keine Neuerungen .Danach wurden auch für den Trabant und den Barkas die Modernisierung ermöglicht.  Der neue Barkas Model B 1100 wurde 1973 vorgestellt. Besonders gut verkaufte er sich im Nordafrikanischen Raum, z.B in Libyen, wodurch wiederum Erdölimporte aus Libyen ermöglicht wurden. Da ab Mitte der 1970er Libyen zu einem Haupthandelspartner der DDR aufstieg, war die DDR weniger von
Interflug.svg
Ölimporten aus der Sowjetunion abhängig. Bauprojekte im Reiche Gadaffis schuffen die Nachfrage für immer mehr Baumaschinen und Fahrzeuge aus der DDR. So wurde der neue Internationale Flughafen in Tripolis mit Hilfe der DDR gebaut. Dies kam in besonderes der DDR-Fluglinie Interflug zu Gute, da für das Auftanken nach Vereinbarungen zwischen Dörschler und Gadaffi keine Devisen mehr bezahlt werden mussten. Dies sollte der Fluggesellschaft besonders ab den 1980er entgegen, da die steigenden Ölpreise nun kaum mehr Folgen hatte. Flüge für Urlaub nach Libyen wurden nun auch für gewöhnliche DDR-Bürger möglich, zumal man von den neu gebauten Hotelanlagen die von der libyschen Staatspolizei von außen bewacht und die Urlauber von Agenten des MfS innen im Auge behalten wurden.


DDR Dokumentarfilm, zur Entwicklung der Modernen Landwirtschaft

DDR Dokumentarfilm, zur Entwicklung der Modernen Landwirtschaft.

Die Wirtschaftsreformen des NÖSPL unter Paaf zeigen immer bessere Erfolge, sorgen aber immer mehr zu Missfallen der anderen RGW-Staaten. Um dies Auszugleichen setzte sich die DDR immer zu für gemeinsame Projekte der RGW-Länder ein. Dabei ging nun weniger um Produktionsmittel Aufteilungen, sondern Projekte der Infrastruktur wie Ausbau der Autobahnen, Eisenbahnen, Stromversorgung, Gas- und Erdölpipelines. Eines der ehrgeizigsten Projekte war aber der "Große Ausgleichskanal". Dabei sollte Wasser von den Flüssen Mitteleuropas nach Osten geleitet werden. Von der Elbe und der Oder über die Weichsel in die Ukraine, sollte sich ein Netz von Kanälen und Röhren Milliarden Kubikmeter Wasser auf die Felder der Ukraine gebracht werden. In der DDR, der Tschechoslowakei und Polen als Hochwasserschutzprojekt angepriesen und für die Ukraine als Meilenstein zur Bewässerung und Ertragssteigerung verkauft, wurde es 1972 an der Sitzung des RGW akzeptiert. Die DDR verpflichtete sich in ihrem Abschnitt "West" neben einigen Staubecken nun den Pumpkanal zwischen Elbe und Oder in Sachsen zu
Karte Elsterwerda-Grödel-Floßkanal

Historische Karte des Elsterwerda-Grödel-Floßkanals.

bauen, der bis 1984 fertig stellt wurde. Dabei wurde der historische Verlauf des Elsterwerda-Grödel-Floßkanal ​gefolgt, wenn auch nun die Fließrichtung umgekehrt wurde. Elbwasser wurde nahe Riesa entnommen und durch sieben im Boden verlegten Röhren in eine Speichersee nahe Elsterwerda gepumpt, dieses dann entgegen den Lauf der Schwarzen Elster wurde dann Wasser nach Hoyerswerda transportiert. Von dort pumpte man das Wasser nach Lohsa, dann Boxberg und immer wieder hochgepumpt bis schließlich bei Neißeaue das Gebiet der DDR über Neiße verlies. Dabei waren etliche Braunkohle-Tagebaue verwendet worden, die durch den gestiegenen Import von Öl aus Libyen und der Energie aus der Biogasproduktion aus Gülle nicht mehr wirtschaftlich geworden waren. Die Biogasanlagen lösten auch die Stromknappheit der DDR, große Projekte wie die KKW's waren nicht im dem Ausmaß nötig. Der Bau und später der auch Betrieb des "Großen Aus-gleichskanal" sorgten für einige Arbeitsplätze in der Region. Auf polnischer Seite endete aber der Ausgleichs-kanal im Bunzlau und das Wasser wurde da in ein neues Staubecker an der Bober überführt. So kann Elb-wasser nie in die Ukraine.  

Um den guten Willen zur Zusammenarbeit innerhalb des RGWs zu verdeutlichen, beteiligte sich die DDR am Bau des San-Dnister-Südlicher Bug Kanal an der Grenze Polens zur sowjetischen Ukraine. Zwischen Jaroslaw in Polen und Sambir in der Ukraine wurden 7 Wasserpumpstationen und Pumpspeicherkraftwerk errichtet. Da das "Mittlere Teil" also der ganze lange Abschnitt quer durch Polen nie fertiggestellt wurde, scheiterte das Projekt am Ende, trug aber zum guten Stimmung gegenüber der DDR und Dörschlers bei. Als an der tschechisch-polnischen Grenze doch einen "Überlaufkanal" errichtet hatte, funktionierte das Wasseraustauschen teilweise. Wasserentnahm am San und der Dunajec wurde durch Wasser der Oder ausgeglichen und deren Wasser durch Wasser von der Elbe. Zwar war das nicht das eigentliche Projekt von 1972, da aber nebenbei viele Projekte, wie gemeinsame Stromnetze und die Autobahn, heute Großteils die E40, vollendet wurden, war aus Sicht der DDR ein Erfolg.

"Not macht erfinderisch, heisst es. Doch wer Erfindertum zur Tugend macht, sorgt Notlagen vor." Maximilian Dörschler am Bauerntag der DDR in Jena 1973.
Biogasanlage

Biogasanlage zur Vergärung von Gülle.

Er bezog sich auf die erfolgreiche Bewältigung der Überproduktion an Gülle aus Schweine und Rinderbetrieben durch die Biogas-Vergärung. Die DDR war ab 1965 als Reaktion auf die Verringerung der Öllieferungen aus der Sowjetunion vermehrt in die Biogasproduktion eingestiegen, da dadurch mehr Rohöl für die Petrochemie zur Verfügung. Als aber mit Libyen ab 1970 genug Öl für die Petrochemie wieder vorhanden war, wurde eine neue Nutzung der Biogasanlagen zur Vergärung von Gülle entwickelt, da an durch die Rückmeldungen des ZEPES von den Problemen des Überschusses an Gülle wusste. Die Gärreste wurden zunächst nur innerhalb der DDR in Landwirtschaft verwendet, ab 1973 aber durch Kompostierung und Anreicherung mit Kohlenstoff als hochwertiger Dünger bzw Pflanzerde exportiert. Besonders in Gadaffis Agrarbetrieben wurde die dunkle Komposterde gerne genutzt, so entwickelte sich ein neuer Absatzmarkt für ein Produkt, welches aus einer Notsituation entwickelt worden war. In der UZL war dieses Konzept nicht genutzt worden und die Überdüngung durch Gülle wurde zu ernsten Problem der Landwirtschaft der DDR.

Urlaub und Freizeit

Auferstanden aus Ruinen

Auferstanden aus Ruinen

Kreuzfahrten von der Küste Jugoslawiens und Albaniens wurden zu den Winterurlauben der DDR Bürger. Eine Umstellung kam dabei diesem Trend zu Gute: Ab 1.1977 wurden die Sommerferien um zwei Wochen gekürzt auf nun mehr 6 Wochen und die Ferien zum Jahreswechsel eine Woche und die Winterferien auch eine Woche verlängert. Grund war die Politik des Energiesparens. Wenn die Bürger im Winter nicht zu Hause waren, musste weniger geheizt werden. Weiterer Vorteil für die DDR Staatskasse war, dass die Kreuzfahrt im Staateigentum waren und somit das Geld der Urlauber direkt zurückfloss. Tombolas verlosten immer zu Urlaubsreisen an jene, die selbst nie auf eine Urlaubsreise gefahren wären. Dies wurde als großer Fortschritt in der Bevölkerung angenommen und so wuchs die Zustimmung zum eignen Staat. Zugleich wuchs die Zustimmung der sozialistischen Bruderstaaten zur Politik Dörschlers, dessen Erfolg ihm Recht zu gaben schien. Dörschler schloß Kontakte mit Tito aus Jugoslawien aber auch mit Rumäniens Nicolae Ceauescu, dessen selbstbestimmte Politik Dörschler so gefällt, genauso wie der den Mann ihm mißfiel. Dörschler, der im Gegensatz zu den meisten Führer der sozialistischen Staaten keinerlei Personenkult betreibt missfielen Autokraten, er hielt sie nicht für zukunftsfähig.

Auch die in Libyen errichteten Intertour - Hotels waren Staatseigen, bzw. je zur Hälfte in libyscher und deutscher Hand. Dafür kamen Gelder Westlicher Touristen der DDR zu Gute, die auch mit der Interflug auch bald die neuen Traumstrände bevölkerten. So wurden Auslandsurlaube für die Bürger der DDR plötzlich normal. Statt dem Balaton in Ungarn im Sommer wurde nun lieber im Winter Kreuzfahrten im Mittelmeer und an Ferienanlagen Libyen wie bei Sirte oder Bengasi zum Traum viele DDR-Bürger. Wer sich den Traum nicht leisten könnte, gönnte sich zuckrige Datteln aus dem Reiche Gadaffis.

Aufbruchstimmung

Kubdsr

Flugplan der IF in den 1980ern. Leider kein Plan aus den 1970er verfügbar.

Mit den 1970er wurde auch allmählich die Gesellschaft der DDR freier. Schmitz ließ mehr neue Freiheiten zu: Erotik-Zeitschriften, einst als Ausnutzung der Frau durch den Kapitalismus verteufelt, lies die Frau Heike Schmitz zu. Ab 1978 wurden sogar Erotikfilme legal und was zu vor unter dem Ladentisch verkauft worden war, lies nun die Staatskasse klingeln.

"Wer den Kopf mit schmutzigen Gedanken voll hat, denkt nicht an Republikflucht. Lieber sollen einige Männer bei anregenden Bildern vergnügen, als politisch auf Abwege zu kommen. Und da wir das Zeug gut im Westen verkaufen können, ist unserem Staat doppelt geholfen." Heike Brigitte Schmitz an Maximilian Dörschler in offiziellen Schreiben, in dem zur Freigabe von Erotik und Pornografie in der DDR gebeten wird. Softporno und Erotikfilme wie die Kubafilme, Urlaubserlebnisse von DDR-Bürger und Bürgerinnen auf Kuba mit eindeutigen sexuellen Inhalt, wurden auch in der BRD massenhaft verkauft. Die Staatskasse klingelte.

In Bereich der Musik wurde noch schneller erkennbar: So wurden Beat- und Rockmusik offiziell erlaubt, Konzerte aber waren noch eine Seltenheit. Als eine beliebtesten Jugendbands bei einen illegalen Konzert von der Polizei verhaftet wurde, sorgte Heike Schmitz für die medienwirksame Enthaftierung. Nach dem die Musiker die Nacht in der Wache verbracht hatten, versammelten sich Reporter vor der Wache weil sie einen Tipp bekommen hatten. Schmitz fuhr vor und ging die Stufen hoch wies die Reporter an ihr zu folgen. Die verdutzen Polizisten öffneten der MfS Leiterin alle Türen und sie holte die Musiker heraus. Klar hätten die Musiker gegen das Gesetz verstoßen, weil es kein genehmigtes Konzert war, es war Ruhestörung. Sie aber werde sich persönlich dafür einsetzen, das Konzerte aller Art nun möglich werden. Nur zwei Wochen später ging das neue "Verstaltungsgenehmigungsgesetz" durch den Volkstag.

Mitte der 1970er wird "Deutscher Rock" und "Deutscher Punk" aus dem Osten zur Normalität. Mit einigen Bands werden offizielle Plattenverträge VEB Deutsche Schallplatten Berlin, andere die MfS-Chefin für nützlich fand wurden inoffiziell als "Bückware" in den Umlauf gebracht. So konnte deas MfS sogar diesen Markt kontrollieren. Außerdem fand viele nicht erlaubte Songs auf Musikkassetten rasanten Absatz im Westen, wobei Schmitz diese über die kommunistischen Parteien dort zu Devisen machen lies. Der 1964 gegründete DT64 wird 1974 in "Deutsches Jugend Radio" DJR umbenannt und ging als eigener Sender Landesweit auf Sendung. Paaf und Schmitz kamen darüber ein, das unter dem Markennamen "DJR" nun auch viele bis dahin zensierten Lieder zu verbreiten. Die Amiga produzierte zu nächst diese Tonträger in eigenen Haus weiter, später wurde das "DJR" Werk in Ostberlin ausgelagert, als die Menge für Ausland die Produktion der Amiga überstieg. Aus ehemaligen Staatsfeinden hatten die "alten Tanten" Paaf und Schmitz Goldesel der DDR gemacht. Ähnlich war es bei Erotik und Porno. Im konservativen Westen verteufelt, erwiesen sich die "Erwachsenfilme" Made in GDR zu Verkaufsschlagern. Der aus Afrika eingewanderte Darsteller Big Roy Taramunde wurde zu heimlichen Star des DDR Pornos. Mit seinem Sozialistischen Stern am Arm tätowiert und einer großen Männlichkeit bewaffnet war der Held in 38 Filmen, der Extra von MfS gegründeten Studio B, in Berlin.  
Verlierer der Geschichte (7) - Indira Gandhi

Verlierer der Geschichte (7) - Indira Gandhi

Aktiver Studentenaustauschprogramme führten dazu das die Universitäten der DDR zu nehmend voll wurden. Zahlreiche Neubauten wurden beschlossen, da für manche aber das Geld fehlte wurden kreative Wege begangen. So wurden einige Fakultäten nach Sponsoren benannt. Gadaffi stifte sogar die "Muammar al-Gadaffi-Universität" nahe Potsdam. Jedes Semester kommen nun tausende Studenten aus Libyen oder anderen Bruderstaaten zum Studieren in die DDR. So unter anderem aus Indien von Indra Gandhi. Von dort kommen viele Einreiseanträge nach dem dort es zu kam Sterilisationen gekommen war als der Notstand ausgerufen wurde.

Seit der "Aussöhnung" mit den christlichen Kirchen in die DDR und der "sozialistischen" Missionierung in der Dritten Welt entstehen diverse Projekte, die wie Mädchenschulen in Äthiopien oder Indien. Um den Bevölkerungsmangel aus der Zeit der Mauerflucht auszugleichen, wird da bei der Projekt Arche genutzt. Das vom Außendienst des MfS gesteuerte Programm soll, junge, gebärfähige aber auch sozialistisch-geschulte Mädchen in die DDR bringen. Zunächst nur die Mädchen mit den besten Schulnoten, werden später ganze Klassen auf "Studienaustausch" in die DDR geholt. Wie Prinzessinnen behandelt, wollen viele bleiben und da bald eingebläut wird, dass eine Mutterschaft ein Bleiberecht ermöglicht, werden viele gemischte Beziehungen geknüpft. Es kommt daher zu einem raschen Anstieg der Geburtenrate. Neue Bürgerinnen, die nicht an Flucht in den Westen dachten, wurde doch immer wieder in den Medien der DDR betont, wie schrecklich rassistisch der Westen war.

Operation Goldgrube

Negativ fällt auf, wie rückständig viele Gebäude noch in der DDR sind. Ein neues Bauprogramm soll dies abändern. Dazu werden aber zusätzliche Baukräfte gebraucht, wodurch zu einer Einwanderung kommt. Besonders Polen und Russen wandern zu, aber auch aus den sozialistischen Bruderstaaten Asiens, Afrikas und Südamerikas gibt es eine strakte Zuwanderung. Jährlich wandern etwa 200.000 bis 300.000 Menschen zu, die Anträge sind aber noch doppelt so hoch. Bei Berlin und anderen Städten entstehen zu nächst behelfsmäßige Unterkünfte für die Bauarbeiter, "Hüttensiedlungen" genannt, da das Kapital fehlt und das Bauprogramm zu intensivieren.

Unsere MiG (1986) Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee

Unsere MiG (1986) Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee

Dörschler und Paaf sind aber von der Entwicklung sehr unzufrieden, da eine "Ghetto-Bildung" ihren sozialistischen Ideen widerspricht und man auch um den Ruf der DDR in Welt besorgt ist. Daher muss dringend Geld her. Gadaffi erneut um Geld zu bitten kam nicht in Frage, da es keinen Grund gab für den Libyer ohne ein Gegengeschäft in der DDR zu investieren. Da kam die Hilfe aus Österreich. Die Operation Goldgrube: Die KPÖ wurde der Gründung einer Gesellschaft mit Sitz in Wien beauftragt, die Noricum Bau, die später mit den anderen Gesellschaften verschmolzen werden sollte. Wilhelm Levy, genannt der Rote Willy, Sohn eines durch die Nazis ermordeten Bankiers, der sich im Krieg den Kommunisten angeschlossen hatte, bot seine Bankkontakte an, um diverse Geschäfte Kredite zu beschaffen. Dazu Bankskandale in Österreich [2]. Dafür bekam Levy Vollmachten, um für diverse DDR-Produkte Außenhandelsbetriebe (AHB) Verträge abzuschließen und bekam dafür Provisionen.

1972 gründete Levy in Wien mit einem fiktiven Kredit der Deutsche Außenhandelsbank AG (DABA) in Neuberlin das Bankhaus "Stein-Levy" dessen Tochterfirma Wiener Handelsbank AG (WIBA) als Kreditgeber für die Noricum Bau auftrat, die in der DDR im großen Stil Wohnungsbau verwirklichte. Levy wird durch seine Kreditvergabe immer mehr zum Mittler zwischen der DDR und Westeuropa. So nutzt er geschickt die Einflussnahme der Kontakte der Eurokommunisten in Frankreich und Italien für Zecke der DDR. In der Österreichischen Politik wird der Bankier mit den Spendierhosen gerne gesehen, schafft er es durch offenbar mühelos Geld für große Projekte zu stemmen. Wo vermittelt er zwischen Renault und Lynx, dass in Österreich eine Motorenfertigung errichtet wird, womit die Ausfuhrbeschränkung der NATO entfällt. Die österreichische Stahlgesellschaft aus Linz modernisiert das Stahlwerk der DDR in Eisenhüttenstadt bereits Mitte der 1070er, also 10 Jahre vor der UZL, da man nicht auf Kredite der Bayern angewiesen ist. Der Außenhandel der DDR ist um ein Vielfaches höher, da die DDR durch die Devisen und das NÖS immer zu Innovationen umsetzen kann.

Kub1300

Warburg 373 vor Werbung der IF für Flüge nach Kuba.

Obwohl die Wiba durchaus einige reale Geschäfte machte war Wilhelm Levy klar, dass welche Rolle er spielte. 1977 hatte die Wiba 9 Milliarden an faulen Krediten angehäuft, die Levy durch Kredite von Schweizer und US-Banken gestützt hatte. Im September des Jahres verschwand Wilhelm Levy spurlos. Laut den Büchern der Wiener Handelsbank AG (WIBA) hatte die DDR fleißig die Kredite bezahlt, doch offenbar Levy diese veruntreut. Das in Wahrheit Wilhelm Levy als Generaloberst a.D des MfS Willy Wien bis ins Jahr 1988 munter in Neuberlin lebte wusste niemand. Der Zusammenbruch der Wiener Handelsbank sollte einen weltweiten Skandal auslösen, in der sich die DDR aber als Opfer eines gierigen Kapitalisten ausgab.

Ähnlich erfolgreich war die Operation Dido. Agenten und Agentinnen wurden in westliche Wirtschaftbetriebe oder Behörden eingeschleust, um einerseits Wirtschaftsspionage zu betreiben und andererseits die Betriebe des Westens mit bürokratischen Mitteln zu behindern. Die oft beklagte Halsstarrigkeit der Bürokratie war wohl auch dieser Operationen zu zuschreiben, wenn sich z.B Genehmigungen über Jahre hinauszögerten.

Firstwalkman

Der SONY Walkman Mitte 1979 auf dem Markt erschienen. Die DDR nutzte ihn für Spionagezwecke.

Anders war die Agentin Verica Iwanovic, eine Serbin, die von 1978 bis 1999 als Putzfrau im Patentamt Westdeutschlands tätig war und ihr durch zwei Dido-Agenten nahezu sämtlichen Patente aus dem Haus schmuggeln könnte. Da die Sicherheitsvorkehrungen immer strenger wurden, war man für Agentin Iwanovic auf ein ganz neues Gerät gestoßen, dass man für die Zwecke nutzen konnte. Als 1979 Sony den ersten Walkman auf den Markt brachte waren die Agenten des MfS wohl jene, die zu ersten Kunden zählten. Ein Elektronisches Gerät am Körper zu haben, war damit völlig unverdächtig, wein großer Vorteil bei der Spionage. So wurde Iwanovic begeisterte Hörerin von Rockmusik und trug ihren Walkman immer dabei. Dass es sich dabei um eine ganz besondere Kassette handelte, merkte niemand. Was die DDR nicht selbst nutzen konnte wurde an den KGB weitergegeben, was Moskau noch mehr von der Treue Dörschlers überzeugte. Viele westdeutschen Patente wurden dann in Produktion der Sozialisten Staaten eingearbeitet. Vom MfS hatte man in Polen, Ungarn, Rumänien und der Tschechoslowakei diverse Netzwerke aufgebaut: Ingenieure und Erfinder, die westliche Technik nun daheim "neu erfanden" und dort patentieren ließen. Es wäre viel zu auffällig gewesen, wenn nur die DDR westliche Technik nachgebaut hätte. Aber es wurde nicht nur die Geräte des Westen kopiert, sondern auch des Ostens. Der Walkman von Sony kaum als Athlet 20 1981 aus DDR-Produktion auf den Markt.
DDR mobil - Laster

DDR mobil - Laster

Offiziell schon 1974 patentiert DDR durch den MfS-Ingenieur Karl Otisck, einem Tschechen, der in Neuberlin lebte. Eine Klage aus Japan wurde 1984 beim Staats-besuch Dörschlers in Tokyo durch einen Vertrag zu beiderseitigen Vorteil abgewendet.
Klima

Klimaanlagen wurden zu Exportschlager.

1978 Der neue Barkas Model 1200 wird vorstellt. Es handelt sich um die geländegängige Variante des  B1100 hat aber ein erneute "Facelift" mit nun eckigen Wartburg-Schweinwerfern bekommen und ist mit breiteren Reifen und für den Afrikanischen Markt mit verbesserter Kühlung ausgestattet. Durch die erfolgreiche Vermarktung mittels Büros der befreundeten kommunistischen Parteien, besonders der KPÖ und ihrer NOVUM AG, werden die Kleinwagen und Kleintransporter zur neuen Devisenquellen des Staates. Da über die Provisionen der Autohändler nun diese befreundeten kommunistischen Parteien, wie die KPÖ, die KPI oder PCF, mit Geld versorgt werden können, sind diese der DDR sehr zugewandt.

Bei den Wahlen in Italien im November 1976 wird die kommunistische PCI stärkste Kraft, doch durch ein Bündnis der DCI mit kleineren Parteien wird die PCI von der Regierung ferngehalten. Enttäuschte Italienische Kommunisten wandern in die DDR ab. 1977 stellen 250.000 aus Italien einen Antrag auf zeitweiligen Aufenthalt in der DDR.

Der Osten auf vier Rädern -DOKU- (RBB 2011)

Der Osten auf vier Rädern -DOKU- (RBB 2011)

1978: Der neue Trabant Model 610 wird eingeführt. Auf dem Entwurf des P610 /1100 folgend ist der Kleinwagen

zunächst mit 45 PS ausgestattet, ab 1984 aber schon mit 65 PS. Erstaunlich gut kommt er im Land des Klassenfeindes, der BRD an. Besonders viele Studenten kaufen den billigen kleinen Flitzer. Wie später beim Yugo wurde nun DDR-Kleinwagen zu Kultautos der jungen, finanzärmen Generation in den USA. Zwar werden dort viele abfällige Bemerkungen über die "Commie-Cars" also Kommunisten-Autos gemacht, was aber dem Ruf des Kommunismus eher nützlich ist. Viele Junge, die sich Witze über ihren Commie anhören mussten werden später zu Verteidigern des Sozialismus. Motto: " Wenn mein Auto daher stammt, können die Leute dort auch nicht so schlecht sein."

In Miserta bei Tripolis wird 1979 ein Gemeinschafts-Automobilwerk errichtet. Gadaffi wollte einerseits damit verdeutlichen, dass sein Libyen zu den Industriestaaten zählen sollte, Paaf hatte Dörschler dazu ermutigt, da man an jedem gebauten Auto per Lizenz und durch die Zulieferteile gutes Geld verdiente.
P1100

Trabant 610.2 P1100

"40 von 100 sind 40%, 100 von 0 sind nichts!" Ingeborg Paaf im Staatsrat.

In einer Podiumsdiskussion der österreichischen Wirtschaftszeitung gefragt, warum die DDR Produktion ins Ausland verlagere, gerade wie es Kapitalisten tun, antworte die Ingeborg Paaf mit ihrem bekannten Grinsen, nicht alles was Kapitalisten tun sei ja falsch oder unvernünftig. Ein Raunen ging durch den Saal.

"Kapitalisten essen auch. Kapitalisten trinken und ich denke zumindest sie .... naja gehen zur Toilette! Das tun
Tra-suv

Der Lynx N1 (Trabant)Geländewagen ab 1978

stramme Kommunisten auch. Daher ist nicht nur weil beide das gleiche tun auch das Gleiche getan. Wir verlagern nicht um mehr Profit zu machen, wir helfen einem sozialistischen Brudervolk selbstständig und selbstbewusst zu werden. Aber dennoch ist es kein völlig uneigennützige Tat. Libyen zahlt für unsere Lizenzen, kauft unsere Bestandteile. Es werden also mehr Autos produziert unserer Marken, als unsere Fabriken leisten könnten. Nur das ist Handel und nicht Kapitalismus. Auch Sozialisten könnten gute Händler sein."

Das Wort der "guten sozialistischen Händler" wurde seit damals zum geflügelten Wort. Manche argwöhnten, dass der Arbeiter und Bauernstaat nun wohl sein Herz für die "Händler" gefunden hätte, andere entgegneten, dass Handel schon immer Teil der Gesellschaft war.

Die 1980er 

Internationales Parkett

Mit den 1980er kann nun die DDR mit mehr internationaler Anerkennung rechnen. Das neue Viermächte-Abkommen trat nun mit
Neuberlin

Neuberlin nach der Bezirksreform 1980

1.Jänner 1980 in Kraft, nach dem es die , konservative Regierung in der BRD durch ihre fehlende Ostpolitik lange blockiert hatte. Lange erwartete Reiseerleichterungen wurden nun Realität, da die völkerreichliche Anerkennung der DDR und die Aufnahme beider deutscher Staaten in die UN nun möglich war. In der UZL war das schon durch die Ostpolitik der Regierung Brandt geschehen. Auf Drängen Präsident Dörschlers setzte die Sowjetunion bei den Alliierten ein Zusatz-abkommen zur Luftfahrt durch, womit der An- und Abflug auch nicht-alliierten Fluglinien ermöglicht wurde. Damit wurde der Weg zur Eingemeindung von vier Gemeinden im Süden Berlins frei und der Internationale Flughafen Berlin-Schönefeld wurde Teil der Stadt. Die Hauptstadt der DDR hieß nun Neuberlin und ihr Flughafen Neuberlin International, mit dem IATA-Code DBX. Der neue Großflughafen wurde ausgebaut und die Rollbahnen verlängert. Schließlich sollte die neue Tu-144 darauf landen können.
Tupolew Tu-144

Tupolew Tu-144

Wie schon beim Bau des Großen Ausgleichskanal hatte sich nun die DDR an dem Prestigeprojekt der UdSSR beteiligt, nicht zuletzt um den Kreml von der Treue Neuberlins zu überzeugen. Dörschler selbst war eigentlich nicht von dem Flugzeug begeistern, galt es doch als unzuverlässig. Dennoch wurde zwei Tu-144 1983 in den Dienst der Interflug gestellt. Ziele waren neben Moskau und Leningrad vor allem Tripolis. So Gadaffi zog 1985 mit drei Tu-144 für Libyen nach und konnte 1985 von Dörschler mit allen militärischen Ehren am DBX Neuberlin-International empfangen werden, als dieser als Ehrengast für Einweihung der Museums der Völkerfreundschaft kam. Für Dörschler gab es aber noch ein anderes Präsent: Die Beteiligung am Bau der Tu-144 und der späteren Tu-1200 ermöglichte die Zustimmung zur Komponentenfertigung in der DDR. Bei Neuruppin baute man ein neues Flugzeugteile Werk auf. Dies sollte den später Grundstock für den Flugzeug- hersteller FALKE bilden.
Der Koloss von Stendal - die teuerste Baustelle der DDR -DOKU- (mdr 2o13)

Der Koloss von Stendal - die teuerste Baustelle der DDR -DOKU- (mdr 2o13)

Weitere große Bauprojekte war der neue Autobahnring um Berlin, der Neuberliner Gürtel, wie die DDR ihn in Anspielung auf die umbenannte Hauptstadt der DDR nannte. Im Westberliner Radio wurde konsequent nur Berliner Autobahngürtel gesagt. Um eine Finanzierung dafür zu bekommen, wurde in der DDR ab 1982 die Autobahn-Vignette eingeführt, die auch Transit-Fahrer nach Westberlin bezahlen mussten. Durch die guten Beziehungen zu Libyen und Algerien wurden etliche Kraftwerksbauen nicht als nötig empfunden und so wurde der Großprojekt des AKW Stendal nie realisiert und die 18 Milliarden Mark ( 9 Mrd in der späteren Marx-Währung ) und die Baumaterialen anders in der DDR genutzt.

Neben den Standorten Eisenach und Zwickau gab es nun im Bezirk Schönefelde das neue LYNX Automobil-Werk für die Fahrzeug Produktion. Die DDR war zu Automobil Nation aufgestiegen.
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Asia-Kaufhalle in Neuberlin. Foto Ende 1999

Der 610 und später der Lynx N1 (Trabant) Geländewagen wurden hier gebaut. Neue Arbeitersiedlungen entstanden, aber auch die neuen Großkaufhallen - wir Shopping Center im DDR Jargon genannt wurden. Nach Dörschlers Asienreise wurden nun auch exotische Waren beliebt. Deshalb wurde die neue Großkaufhalle nahe Trepow mit reichlich Asiatischen Look ausgestattet. "China-Tempel" wurde er rasch genannt, obwohl das GKZ Neuberlin bald sehr beliebt wurde. Mit Waren aus der Volksrepublik China ausgestattet entstanden einige Dutzende Großkaufhallen in der DDR. 

Durch die immer verbesserte Planung der Wirtschaft durch das ​ZEPES​ und dessen Nachfolger Zepes 2.0 ​ab 1981 konnte erneute eine Steigerung der Produktivität erreicht werden. Feedback - oder eingedeutscht - Rückmeldung wurde per Lotterie belohnt. Von Weihnachtskeksen bis Urlaubsreisen war immer etwas zu gewinnen. So wusste nun die Führung viel besser und viel genauer, was sich die Bevölkerung wollte. Klar konnte nicht Alles erfüllt werden, aber es zeichneten sich schon Trends ab. Allerdings war damit auch die Nachfrage an Rohstoffen im stetigen Anstieg. Durch Zepes 2.0 wurden alle HOK Läden nun digital erfasst. Kundenwünsche wurden nun zentral erfasst und bewertet. Dadurch wurde das Angebot an Waren optimiert. Lange war das Fehlen von Südfrüchte wie Bananen das Zeichen die DDR-Mangelwirtschaft gewesen. In den 1980er würde dies durch die besseren Handelsbeziehungen mit den sozialistischen Bruderstaaten in der Dritten Welt viel besser. 

640px-Headquarters @ French Communist Party @ Paris (29707994506)

Das Bürogebäude wurde 1971 fertiggestellt, der Sitzungssaal des Zentralkomitees wurde 1979/80 gebaut.

Im Parteigebäude der Bruderpartei PCF in Paris wurde Präsident Dörschler feierlich empfangen. Dörschler, der gut französisch sprach, hielt eine feierliche Rede zur Einweihung des neuen Sitzungssaales des ZK der PCF. Er sprach vom kommenden Jahrzehnt des Sozialismus und dessen Sieg über das Kapital.  

"...die meisten in diesem Saale werden es noch erleben, wenn sich die Massen der Arbeitenden vom Joch des Kapitalismus befreien werden. Der Sozialismus wird siegen, wir sehen das jeden Tag deutlicher. Bei jeder Schlagzeile, die einen Betrugsskandal, bei jedem Bericht, der die Korruption anprangert, wird eine, ja , tausende weitere Stimmen für UNS bei der nächsten Wahl dabei sein. Daher, nur Geduld, meine Freunde, Geduld. Der Tag der Abrechnung kommt bald."

Maximilian Dörschler, Paris, 14.6. 1980. 


Frankreich hat nun auch offiziell Beziehungen mit der DDR, zum Verdruss der immer noch Erz-Konservativen west-deutschen Regierung in Bonn. Da die DPK immer im Bundestag in der Opposition saß, die SPD eine Zusammenarbeit mit der Partei verweigerte, war seit 1945 nur Unionsregierungen in Bonn an der Macht. Der sehr prüde und konservative Staat hat nie von der Errungenschaften der sozialliberalen Koalitionen eines Willy Brandt oder Helmut Schmidt profitiert und in den Skandalen der Vetternwirtschaft der Konservativen gefangen. Immer noch wird eine Politik der Hallstein-Doktrin verfolgt und so kommt es zum Bruch mit Frankreich und Italien. Die EWG zerfällt. Nach dem Neubau des AWE Werk Ende 1978 Eisenach war der Wartburg 355 eingestellt worden, da man sich auf die Fertigung der Wartburg 380 und auch Sondermodel 383 ab 1982 mit eigenen Motoren aus Eisenach beschränken musste. Somit man aber den Vertrag mit Renault gebrochen worden wäre, wodurch es wohl bei den Genossen in Frankreich zu Unmut gekommen wäre, wurde einen neuer Vertrag geschlossen. Parabel zum Wartburg 383 hatte man eine neue Karosserie und eines Fahrwerk entworfen, der Eisenacher Motor 400 erwies sich aber als zu schwach. Das Projekt 390 begann.

Zeit für Neues - die Ära Lynx

Lynx

Lynx (dt.Luchs) war der Exportname für Autos der DSR ab den 1980ern

W390

Wartburg 390 ab 1981 im Handel.

Der neue Wartburg 390 wurde mit einem neuen Motor von Renault gefertigt, Renault baute im Gegenzug in Algier einem Joint-Venture auch den Wartburg. Da Renault aber eine Metall-Karosserie der Kunststoff-variante vorzog, wurde das Fahrzeug schwerer und überschritt erstmals die Grenze zur Tonne mit einem Leergewicht 1165 kg. Dafür war der 2,0 Ottomotor von Renault des R18 auch auf bis zu 92 kW Leistung. Mit Klimaanlage aus dem MAG Neuberlin ausgestattet, war gerader der Absatzmarkt Nordafrika wird für die DDR immer wichtiger geworden. 200.000 Stück alleine vom Wartburg 390 wurden so in 1984 gefertigt. Ab dem gleichen Jahr stand mit dem Motor 500 nun auch ein eigener Motor mit 90 kW Leistung aus eigener Produktion zur Verfügung.

Die USA wurde ab 1982 der Wartburg nun wie die Trabant unter dem Markennamen LYNX exportiert. Der Wartburg 390 war dort als LYNX W390 bekannt, der Trabant N1 als LYNX N1. Schon ab den 1970ern war Lynx, also Luchs, der Exportname für den Trabant in den englischsprachigen Raum geworden. Wie einst der Wartburg in Großbritannien als Knight, also Ritter vermarktet worden war, war mit dem Lynx mehr Geschäft zu machen, als sperrigen deutschen Namen. 1984 erfolgte dann die Umbenennung weltweit. In der DSR und im deutschsprachen Ausland wurden aber noch die Zusätze Trabant oder Wartburg angehängt. Die Fusion der Automarken der DDR war bei vielen Bürgern aber nicht sehr beliebt, die Autos aber umso mehr. Treibende Kraft war wie so oft Ingeborg Paaf, die ab 1982 Ministerpräsidentin der DDR war.

Außerdem gefiel es Ministerpräsidentin Paaf, dass nun die Amerikaner zum Lynx und dabei "LINKS" sagen würden. "I'm a Lynx-Guy" wurde zum Werbeslogan in den USA, mit einem gutgebauten Studententypen als stolzen Kunden im TV Spot:

"I'm a student in the frist year. I worked hard to afford my frist car. You all know, how hard life is today if you are NOT from a rich family. But today, you need a car. So a looked around but I found only old, shabby ONES are in my range. THEN I found the Lynx. A car from Germany. Cheap and trustworthy. First it was just a question of money but now I can say: I'm a Lynx Guy - so you can be it too."

​Der Werbespot lief in den 1980er in viele regionalen TV-Stationen und von den Lynx wurden 350.000 Stück in die USA verkauft. "I'm a Lynx-Guy" wurde aber auch zu politischen Botschaft. Da das englische Lynx wie das deutsche Links ausgesprochen wurde.

Afrika und die Dritte Welt als Chance

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Solaranlage an Haus am Mittelmeer

Als ab Zusammebruch der Wiener Handelsbank (WIBA) war Libyen vermehrt im Bankengeschaft. Die neue Internationale Handelbank ITB in Tripolis wurde zu größen Kreditgeber der Dritten Welt. Von der WIBA hatte Libyen die Anteile der neuen Intertour Hotels in Libyen aufgekauft die nun ab 1981 auch Spielcasinos eröffneten, eine Idee die Gadaffis Sohn aus Österreich mit gebracht hatte und dafür zum Präsidenten der neuen Casino-Gesellschaft gemacht worden war. Nun begannen die die Intertour Hotels zu Geldesel der DDR zu werden. Westdeutsche liebten es nun in Tripolis neben ihren deutsch- sprachigen Genossen und Roulettetischen zu sitzen. Aus Japan wurden die Spielhöllen der Patschinos abgekupfert und in den kleinen, mehr auf Familien getrimmten Anlagen getrimmt. Auch auf das Regime Gadaffi hatte dies eine Wirkung. Gadaffi fühlte sich nun nicht mehr bemüßigt, so sehr den Terror zu unterstützen um Weltgeltung zu erlangen. Wieso sollte er, wenn die Welt zu ihm ins Land kam und im seinem glorreichen Revolution huldigte?  Immer mehr Religiöse Fahrten für Christen, die Gadaffi nun wieder zu lies. Und Dörschler war es der Gadaffis Ego immer schmeichelte, ihm Ehrendoktorate zukommenlies und Gadaffis Grünes Buch und dessen Fortsetzung "​Der Islam und der Sozialismus"​ weltweit anpries. 
Assal

In Dschibuti errichtet man am Assal See ein Pump Kraftwerk, welches aus dem Lake Gabal, der eigentlich ein Teil des Arabischen Golfs ist, Meerwasser hochpumpte, um es dann in das Becken des Assalsee fallen zu lassen. Windenergie und das Gabal-Ströumgskraftwerk lieferten dafür die Ausgangsenergie, welche von der Endenergie als dem 30 Megawatt Assalkraftwerk weit übertroffen wurde. Stromtrassen nach Abbis Abeba und Masawa sicherte die Versorgung in den beiden sozialistischen Bruderstaaten.  

DDR-Flieger in Äthiopien (1985)

DDR-Flieger in Äthiopien (1985)

Als in 1984 und 1985 die Hungerkrise am Horn von Afrika in Äthiopien und Eritrea ausbricht wird eine gemeinsame Hilfe der DDR und Libyens vereinbart. Seit den 1970er hat die DDR "sozialistische Missionen" in Eritrea und Äthiopien betrieben und aus dem Programm von Heike Schmitz "2.Chance" waren etliche Genossen als Freiwillige Entwicklungshelfer nach Afrika und Indien gegangen. 80% kamen zurück in die DDR, nur 20% wählten nach der Zeit die Möglichkeit ihre Ausreise in das NSA -nicht Sozialistische Ausland wahrzunehmen.Dadurch war die DDR schon sehr Präsent am Horn von Afrika.

Auch Gadaffi nutzte das um seine Image als "Vater Afrikas" auf zu bauen. Zehntausende aus den Hungergebieten wird die Umsiedlung nach Libyen erlaubt, nicht Muslime sondern auch orthodoxe Christen aus Norden des Landes.

Bis 1990 sollten knapp eine Million vor allem evangelischen Christen in Libyen sein, deren wichtigster Urlaubsort natürlich die Wartburg war. Die DDR Bevölkerung wuchs bis 1980 auf 18,5 Millionen, in 1990 überschreitet die Bevölkerung die 20 Millionen Marke. Neue Stadtteile entstehen, teils neue Satellitenstädte wurden errichtet. Allein aus Äthiopien kamen 200.000 in 1986 in die DDR. Neuberlin wuchs um von 1970 bis 1980 eine Million Einwohner auf 2,2 Millionen an, bei Schönefeld entstand der Stadtteil Neu-Axum, in dem viele Äthiopier eine neue Heimat fanden. Neben einer Moschee wird auch orthodoxe Kirche wurde genehmigt und errichtet. Die DDR wurde bunter.

​Durch die viel intensiveren Handelsbeziehungen mit Staaten in Afrika, Asiens und Südamerikas kam nun zu
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Blick in den Laderaum eines Kühlschiffes mit Bananen, es wird Platz für den Elevator gemacht, damit werden die Kartons gelöscht. Von Ursula Horn - Eigenes Werk

einem viel produktivieren Austausch. Bananen oder besseren deren Fehlen waren einst der Indiz für Fehler in der Planwirtschaft der DDR gewesen. Durch eine Flotte von Kühlschiffen der RGW Staaten - Ein Projekt das Dörschler mit Rumänien und Jugoslawien und erneuten Geldern aus Libyen durchdrücken konnte - war der Austausch mit Lebensmittel kein Problem mehr.  Libyen profierte stark von seiner Funktion "Bankier" der RGW Projekte, erhielt Gadaffi nun für seine Kredite volle Unterstützung durch die Sowjetunion. Die Häfen von Bengasi und Tripolis füllten sich mit Waren der Sozialisten Staaten, für die meisten der Kühlschiffe hatten dort ihre Heimathäfen. Abweichend der UZL hatte Gadaffi das Dogma der Selbstversorgung durch erhöhte Agrarproduktion im eigenen Lande aufgeben und war zu Gunsten intensiveren Handels in die Rolle eines Mittlers zwischen den Ländern der Dritten und der Zweiten Welt geworden. Da der Internationale Handelsbank Libyen​ (ITB) teilweise am Clearing des Transferrubels und später an der Marx-Währung teilnahm, war Libyen immer her zum Bankenzentrum in Afrika aufgestiegen. 


2.3.1981 Die gemeinsame Tankstellenkette der DDR und Libyens wurde aus der Taufe gehoben. Al-Min-Petrol. Al als arabisches Kürzel wurde der MINeralöl-Nutzungsgesellschaft vorangestellt. Das 

Almin

ALMin Petrol Die gemeinsame Tankstellenkette der DDR und Libyens. 1981 gegründet mit Sitz in Ostberlin, ab 1984 Rom, als Almin 80% aller Tankstellen Italiens erwirbt.

englische "Petrol" soll den Internationalen Anspruch verdeutlichen. Nach dem Erwerb der meisten Tankstellen Italiens wird der Sitz aus politischen Gründen nach Rom verlegt. Gadaffi wollte der ehemaligen Kolonalmacht seines Landes die neue Stärke unter die Nase reiben. Mit einem großen Staatsakt weihte Mummar Gadaffi den neuen Hauptbahnhof von Tripolis ein. Die neue Diesellok aus der DDR fuhr zunächst nur 8 Kilometer weiter bis Ende des Strecke, doch wie Gadaffi, Ben Ali von Tunesien und Chadli Bendjedid als Algerien in Neuberlin vereinbart hatten würde bis Ende der 1980er eine Bahnlinie alle drei Hauptstädte verbinden. Auch eine Autobahn wurde geplant. Technik und Planung würde aus Ostberlin kommen, wobei Paaf betonte, dass es für sozialistische Brudervölker selbstverständlich sei sich zu unterstützen. Das es ihr vor allem um Exporte ging sagte sie nicht.

Deutsche Botaniker züchten eine Beerensorten für das trockene Klima Nordafrika die Wüstenbeere Rubus Libyae aus der Mittelmeer-Brombeere und der japanischen Weinbeere. Die Pflanze wurde in den neuen Anbaugebieten in Libyen als Heckenplanzen unter den Palmen gepflanzt, bald verwies sich das die Violetten Früchte durch ihren Vitamin reichtum und den süßlich-sauren Geschmack als Verkaufshit. Sogar Oberst Gadaffi soll sich regelmäßig gegessen haben, wohl auch deshalb weil man wie bei Brombeeren eine gute Fähigkeit der Potenz vermutete.

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Werbung für die Afrikavariante des Lynx N1 (Trabant) in 1985

1985: Wird in Santiago de Cuba ein Werk von Sachsenring eröffnet. Trabant Modele 610 und dessen Nachfolger 613 sollen in Lizenz für den Südamerikanischen Markt gefertigt werden. In Libyen wird inzwischen auch der neue N1 erfolgreich produziert.

Zu Jahreswende 1986 kommt es in Tunesien zu einen großen Ergebnis: Ein von Libyen finanziertes Pumpwasser-System welches Meerwasser vom Golf von Gabes in den Schott el Djerid pumpt. Dort wurden mehrere Becken errichtet, die schließlich das Wasser zum Schott el Gharsa weiterleiten.

1986: Die Beijing Motor Company wird zum Lizenznehmer von AWE. Wartburg der Modelle 373 werden ab dem folgenden Jahr im de Volksrepublik gefertigt, das neue Model 390 wird vorerst nur in Europa gebaut. Durch die Lizenzen kommt immer mehr Geld zurück in die DDR. Der N1 wird ab 1988 in der Volksrepublik gefertigt. Er wird zum meistverkaufen Gelände-wagen der Welt.

Als 1987 im Westen zum Börsencrash kommt, "schwimmt" die DDR quasi in Geld. Der Wartburg 390
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Werbung in USA 1988 für den Lynx N1.3

wurde seit 1985 100.000 mal gefertigt. Italien wurde von den Abschwung der Börse sehr unvorteilhaft getroffen, diverse Firmen wackelten. Schon im September 1986 hatte Libyen an die Novum-DDR seine Anteile an Fiat verkauft. Nur Wochen nach dem Börsencrash in New York trat die neue Linke Regierung des PCI Chefs an die DDR heran, Fiat mit mehr Geld zu helfen. DDR lehnte zunächst ab, später wurde aber ein Joint-Venture mit den Fusionierten Wartburg/Trabant LYNX beschlossen. Sitz der neuen gemeinsamen Firma war Wien. Später wurden auch in den Bruderstaaten, wie Polen und Rumänien Werke errichtet. Im Osten kamen nun moderne Modele wie der Lynx N1.3 und Lynx W390 auf die Straßen. Rein optisch war wenig Unterschied zum Westen mehr zu merken. 

Die 1990er

Intflu1

Das Logo der Fluglinie der DSR in den 1990ern

Als in der UdSSR die Reformen des Micheal Gorbatschow stocken und die Amerikaner keine Konzessionen machen, wendet sich Gorbatschow an die wirtschaftlich und finanzstarke DDR um Kredite. Das ZK stimmt zu, aber stellt Bedingungen. Der RGW wird grundlegend reformiert und an realwirtschaftliche Notwendigkeiten angepasst. Weiters wird die Truppenpräsenz der Sowjetunion in der DDR auf ein Viertel reduziert, darauf bestand Dörschler, denn ein Land, das auf Kredite angewiesen ist, muss Sparen. Außerdem dient es der Außenpolitik der DDR sich glaubhaft für Abrüstung und Frieden einzusetzen. Viele der Truppen werden einfach nur nach Polen oder die Tschechei verlegt.

"Frieden der Völker ist das wichtigste Ziel des Sozialismus. " ​Maximilian Dörschler, Juli 1990

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IF-Firmensitz im neuen Stadtteil Neuaxum, Neuberlin

Die Hauptstadt der DSR war durch ständigen Zuzug aus den Sozialistischen Bruderstaaten stark in Richtung Süden gewachsen. Begonnen hatte der Zuzug schon in den 1970ern und durch das Bauprogramm der österreichischen Noricum Bau waren hochwertiger Wohnraum geschaffen worden. Anfang der 1980er mit der Gebietsreform waren im Süden die Gebiete um Schönefeld eingemeindet worden. Nachdem Zusammenbruch der Wiener Handelsbank AG (WIBA) hatte sich notgedrungen Gadaffis Internationale Handelsbank Libyen (ITB) die Reste der WIBA übernommen, weil sonst deren Beteiligungen an der Hotels und Casinos in Libyen auf den internationalen Markte gekommen wären. Da die DDR aber die Schuldenkrise inzwischen überwunden hatte, waren Kredite der ITB gedeckt und so konnte mit deren Hilfe weitere neue Hochhäuser errichtet werden, die beherbergten bald weitere 600.000 Bürger.

"​Es gab selten eine buntere und weltoffenere Stadt wie Neuberlin heute ist." Fidel Castro beim Staatsbesuch 1993 im Palast der Republik.

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Neuberlin ab 1985

Der Stadtteil Neuaxum bei Schönefeld ist Zentrum der Einwanderer aus Äthiopien und Eritrea, doch im Gegensatz zu den sozialen Brennpunkten im Westen ist dieses Einwandererviertel ein Vorzeigestadtteil. Neuberlin wuchs bis 1990 auf 2,8 Millionen Einwohner, die Hälfte davon war nicht in Neuberlin geboren, sondern Einwanderer und davon die Hälfte aus Afrika oder Indien. Warum sollte die in den Westen gehen, wenn das Fernsehen doch nahezu täglich von rassistischen Übergriffen berichtete? In der DSR, einem sozialistischen Staat mit Bürger aller Hautfarben gab es dass offiziell nicht. Mit Shalama Urutu wurde 1991 die erste Afrikanische Frau Ministerin für Gesundheit und Soziales in der DDR. Im westlichen Fernsehen wurde ihr Statement vor der WHO , dass man die der BRD "schwarze" als Schauspieler und Sänger gerne sah, aber keine in der Politik dulden würde, ein Skandal.

Großeinkaufshallen versorgten die Leute, die Erwachsenen arbeiten in den Fabriken wie dem Automobilwerk Neuberlin AWN oder bei der IF, die ihren Firmensitz im Neuaxum errichtet hatte, weil dies Nahe des neuen Internationalen Flughafens Neuberlin International ​DBX angeboten hatte.

"Der neue Flughafen Neuberlin International ist das Tor des sozialistischen Deutschlands in die Welt. Möge es für Frieden und Freiheit aller genutzt werden. " Aus der Eröffnungsrede der Oberbürgermeisterin Neuberlin Katja Grob.

Baukunst - Das Haus der Kommunistischen Partei Frankreichs-0

Baukunst - Das Haus der Kommunistischen Partei Frankreichs-0

Eine weitere Forderung ist die Rückgabe der Region Ostpreußen an die DDR. Laut offiziellem Duktus wird es eine demokratische Übergabe, eine Volksabstimmung im Jahr 1992 war mit 89% für den Wechsel ausgegangen. Einige Zehntausend - vor allem Sowjetbürger mit deutschen Wurzeln - waren noch Wochen vor der Abstimmung nach Kaliningrad eingereist und hatten Wohnungen, Zimmer oder Hütten gemietet nur um am Stichtag 1.3.1992 im Oblast Kaliningrad gemeldet zu sein. Die vielen Russen wollten vom doppelt so hohen Lohnniveau der DDR profitieren.
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Bevölkerungsentwicklung der DSR

Zwar wurde in der DDR der 9 Stunden Arbeitstag wieder eingeführt, aber seit dem 1.1.1992 gilt die 36 Stunden Woche, wodurch es zur Vier-Tage-Woche kam. Vier-Tage Arbeit und Drei-Tage Freizeit klang sogar für viele im Westen wie das Paradies der Werktätigen. In Wahrheit war zwar meist so, dass die Arbeiter in 2 1/2 Schichten arbeiteten. Die halbe Schicht war die Nachtschicht um die Mitternacht herum, die kleine Betriebe in den kleine Orten meist nicht machten. Die war dem Bevölkerungswachstum geschuldet, das ja zu keiner Mauerfluch mehr kam und viele Arbeiter aus den Bruderstaaten in der DDR nun arbeiteten. Durch den Übertritt Kaliningrads - nun Kantgrad genannt, stieg die Bevölkerung der DSR gleich um eine Million an.

Bis 1.1 1996 sollte es aber keine Siedlungsfreiheit von Masuren in die Ex-DDR geben, damit es nicht zu einem Massenansturm kommen sollte.
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Mode in der DSR Mitte der 1990er Jahre

Umgekehrt waren Umsiedlungen aus gesamten Deutschland nach Masurien möglich. Viele ältere Semester aus der BRD kamen nun, um in der alten Heimat zu leben. Schmitz vom MfS mißfiel dies, da sie Spione befürchtete, Dörschler meinte das die meisten ja über 70 Jahre alt waren.

Die DSR

"Wir Deutsche heissen unser Genossen Masuriens (die politisch korrekte Diktion des Teils Ostpreußens) in der sozialistischen Heimat Willkommen. Vor uns und unseren Kindern liegt eine goldene Zukunft des Frieden und der Völker-verständigung. Ich rufe Euch allen zu ein freudiges FREUNDSCHAFT!"

Maximilian Dörschler, Präsident der DSR auf Platz der Republik in Kantgrad 1993.

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Robotron 1910 - ab Mitte der 1980ern stieg die DDR in die PC Fertigung ein.

In den Medien wurde die folgenden Jahre in der DSR als der "Deutsche Frühling" bekannt. Eigentlich waren für 1993 neue "Weltfestspiele der Jugend" in Neuberlin geplant, doch durch die Krise in meisten sozialistischen Bruderstaaten und ablehnende Haltung des Westen wurden die 14. Weltfestspiele der Jugend dann erst 1997 in Havanna abgehalten. Schon ab Mitte der 1980er war die DDR in die Fertigung von Personal Computern eingestiegen. Nun erlebte es einen Boom. Die Nutzung des ZEPES hat über die Jahre die DSR im Bereich der Elektronik an die Spitze gebracht. Aus ZEPES 3.0 war das private Transnexus, die Ost-Variante des Internets geworden. Universitäten, Schulen und viele Privatleute nutzen TNX für ihre elektronische Post, kurz E-post. Ein spätere Verbund der Universitäten der DSR, Libyens und der Sowjetföderation begründeten den Tranet-boom des Ostens. Das mit der Universität Tripolis entwickelte Mathematik Programm Al-Hawarisimi war zu Ehren des Erfinders der Algebra benannt und wurde in den Schul-PC als Mathe-AH in millionen Auflage mit den neuen Robotronic R200 Laptops verkauft.  
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Das Werbelogo ab den 1994 der gemeinsamen Tank-stellenkette AL-Min-Petrol der DSR und Volksrepublik Libyens

Mit dem 1.1. 1994 nennt sich die DDR nun in DSR um und in Kaliningrad, das nun Kantgrad nach dem großen deutschen Denkers Immanuell Kant, wird die neue schwarz.rot.goldene Flagge mit dem grünen "Holm" gehisst. Grün für die Bäume und Wiesen der deutschen Heimat. In den Islamischen Staaten wird das Grün gerne gesehen. Es spiegelte sich nun auch in den Farben der gemeinsamen Tankstellen-kette ALMin-Petrol wieder, das Libyen mit der DDR seit 1981 betriebt. Ab 1994 wurde der Almin-Globus mit den Farben grün-rot-Gold (schwarz als Hintergrund) weltbekannt, nachdem Almin etwa 8000 Tankstellen europaweit und in afrikaweit betriebt. Bis zu Jahr 2000 sollte die 10.000 Tankstelle eröffnet werden. Almin-Petrol hatte neben den Tanken auch die Tankstellencafes in der die staatseignene HOK neben Snacks und Getränken wie Clubcola von libyschen Datteln oder dem besonders bei der Jugend beliebte Snack DATTY. 

Die Almin-Shops wurden weltbekannt für die Qualität der Produkte aus aller Welt. Ob Äthiopischer Kaffee der Marke GORRO und ostdeutschem Speck oder wie in Nordafrika Räucherhuhn oder Würztrockenfleisch aus Schaf und Ziege aus Rückschicht auf den Islam, man fand unglaublich viele Waren. 

Pipeline to Paradise (Gaddafi's Gift to Libya)

Pipeline to Paradise (Gaddafi's Gift to Libya)

Die DDR hatte durch die großen Bauprojekte Gadaffis in Libyen, wie das  Great-Man-Made-River-Projekt viel Geld verdient und so konnte die DSR Bevölkerung mit in den HO-Läden alle früher nicht erhältlichen Waren kaufen. So wie Kaffee, der kam vorwiegend aus der Volksrepublik Äthiopien und Eritrea. Dörschler vermittelte im Jahrzehnte alten Konflikt und so wurde die friedliche Trennung der Staaten in Neuberlin unterschrieben, bei gleichzeitiger Gründung der Sozialistischen Afrikanischen Handelsunion. Libyen, Tunesien, Algerien, Äthiopien, Dschibuti, Eritrea, Somalia und der Sudan, beschlossen nun gemeinsame Handelspolitik zu machen. Gadaffi träumte schon von einem Eisenbahnprojekt von Tripolis quer durch die Sahara nach Khartum im Sudan, von da nach Abbes Abeba und von da nach Mogadschu oder Mawara in Eritrea. Klar sollten ostdeutsche Ingenieure am Traum arbeiten. In Dschibuti wurde ein so genanntes Gemeinschaftsprojekt Assalseekraftwerk beschlossen, welches in den Jahren 1988 bis 1996 gebaut worden war. Aus Geldern der Libyens ITB und einem Fond für Afrikanische Entwicklung - Dörschler hatte den Namen Sozialistische Entwicklung bewusst vermieden, um die Neutralität des Fonds zu waren - waren neue Stromtrassen von 2000 Megawatt Kraftwerk am Assalsee nach Eritrea und Abbes Abeba abgelaufen.
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Ein Lynx W 390 (Wartburg) vor einer Admin-Petrol-Tankstelle.

Nachdem auch der Sudan 1990 eine Volksrepublik geworden war, konnte von Libyen aus eine Pipeline nach Abbes Abeba gebaut werden und nach nur 4 Jahren eröffnet werden. Die Erdölfunde im Sudan ermöglichten den Bau einer Raffinerie der Almin-Petrol und das Einspeisen ins Netz. Die DDR und später die DSR exportierte viele Lebensmittel wie Gerste und Rübenzucker, aber auch Fertigprodukte, wie Kartoffelchips und den beliebten Riegel DATTY. So wurde die Hunger in Äthiopien und Eritrea gemildert, gleichzeitig durch eine sozialistische Erziehung die Geburtenrate stark gesetzt. Studenten aus Familien mit maximal 3 Kindern durften zur Ausbildung in die DSR.
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Planstadt des 21.Jahrhunderts. Wohnkomfort wird mit ökologisch-ökonomischer Effizienz kombiniert. Foto:KOKUYO

Neue Bauten in der DSR wurden immer ökologischer errichtet. Nach dem durch die Bürger abgestimmten Planziel GRÜN in den Jahren 1990 bis 1995, folgte das Planziel BLAU. Blau war grün als Umweltbewusst und auf die Energie-nutzung bedacht. Neue Hochhäuser mit Lift und Energiepumpen wurden nach interna-tionalen Standards errichtet um die Energiekosten zu sparen. War früher nur vom "Weltniveau" die Rede, damals hatte es die DSR erreicht.


Ab Mitte der 1990er

Im Sommer 1998 kommt es zum Zusammenbruch des Westdeutschen Staates. Massenarbeitslosigkeit durch
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Datty, der beliebte Dattel-Snack aus Libyen. Made in DSR

die Entindustralisierung und dem Niedergang der westdeutschen Autoindustrie für immer wieder zu Streiks. So waren Automobilfirmen wie Opel und später auch Audi, aber auch MAN in den 1970ern in finanzielle Schwierigkeiten gekommen, nicht zuletzt durch die Konkurrenz der Fabrikate aus der DDR. Nach einem Arbeiterausstand, den die konservative Regierung mit Polizei und Armeegewalt niederprügeln lies, ruft die Gewerkschaft zum Generalstreik aus. Als die Regierung den Chef des DGB verhaften lässt, kommt es zu den Montagsdemostrationen gegen die Regierung in Bonn. Schließlich muss die Unionsregierung zurücktreten und eine Minderheitsregierung der SPD von der DPK gestützt nimmt Verhandlungen mit der DSR auf. Wie die UdSSR wird um Kredite gebeten. Doch Dörschler bleibt hart: Wenn könne man überhaupt nur über eine Wiedervereinigung verhandeln und der müsste ein Freundschaftsvertrag mit gegenseitiger Anerkennung aber vorausgehen.  
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Der Lynx W393. Gebaut 1997, ein Kooperationsmodel mit diversen anderen internationalen Automobil-Firmen.

Am 3.1.1998 anerkennt die neue SPD Regierung die DSR, was zu Massenprotesten der Konservativen und der Drohung der Bayern zum Ausrufen eines unabhängigen Staates führt. Kurz vor Weihnachten 1998 beginnen in Wien die Verhandlungen zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Obwohl in vielen Fragen bald Einigung erzielt wird, scheitern die Verhandlungen an der Bedingung der DSR der Bündnisfrage schließlich am 4.2.1999.   Darauf hin verliert die Deutsche Mark an Börsen weltweit um 20% an Wert. Der Benzinpreis klettert über Nacht um 50% nach oben, die Versorgung droht zu kollabieren. Es setzt ein Run auf die Banken ein, die Sparer versuchen möglichst viel ihres Geldes abzuheben und möglich rasch in andere Währungen zu
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Gadaffi im AU Gipfel in höheren Alter

tauschen bevor die DM noch mehr an Wert verliert.  

Angesichts dessen sieht sich die BRD gezwungen, die Bedingungen der DSR anzunehmen und neue Verhandlungen in Paris im Haus der Kommunistischen Partei Frankreichs PCF, die als Gastgeber für die Verhandlungen diente zu akzeptieren:  

  • Austritt der BRD aus der NATO und Abzug aller Truppenverbände der NATO  
  • Freilassung der bei den Protesten verhafteten Arbeiterführern und Gewerkschaftern.  
  • Umwandlung der Banken in Vergesellschaftete Betriebe kurz VB, Umwandlung der großen Aktiengesellschaften in MAG, Mitarbeitergesellschaften  

Wie ein Wiedervereinigtes sozialistisches Deutschland seinen Platz in der Welt finden wird? Es soll sich zeigen. Am 12.2.1999 die Verhandlungen erneut zu Scheitern drohen, weil die Regierung der Bonner Republik die Umwandlung von bisherigen Aktiengesellschaften in Mitarbeitergesellschaften nicht akzeptieren will.  Darauf kommt es in meisten Westdeutschen Städten zu Prodesten Zehntausender. Die Parole : Das Volk, das sind WIR ! wird gerufen