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Dies ist die Einführungsseite zu der Alternativgeschichte "Ein unsportlicher Weltretter" von Sandrokottos.

In dieser Zeitlinie gelingt ein britischer Anschlag auf den "Führer und Reichskanzler" Adolf Hitler an dessen 50. Geburtstag, kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs. Die Planungen zu diesem Attentat haben auch in der UZL stattgefunden, eine Ausführung lehnten die damaligen Verantwortlichen jedoch als "unsportlich" ab.

Vergleiche zur UZL (Unsere Zeitlinie) werden kursiv geschrieben.

Vorgeschichte

Seit seiner Ernennung am 30. Januar 1933 hatte der aus Österreich stammende Reichskanzler Adolf Hitler energisch daran gearbeitet, das durch die Niederlage im Großen Krieg geschwächte, entwaffnete und großer Gebiete beraubte Deutsche Reich wieder in den Kreis der europäischen Großmächte zu führen und die Bestimmungen des verhassten und in der Bevölkerung als ungerecht empfundenen Versailler Vertrages zu revidieren.

In einem ersten Schritt hatte Hitler 1935 die Wehrpflicht wieder eingeführt. 1935 fiel das Saarland an das deutsche Reich zurück, 1936 erfolgte die Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes. 1938 erfolgte im März die lang ersehnte Wiedervereinigung Deutschösterreichs mit dem Deutschen Reich.

Bis dahin hatten die Westmächte, allen voran Großbritannien unter seinem Premierminister Arthur Neville Chamberlain, auf eine Politik der Beschwichtigung (Appeasement) gesetzt in der Hoffnung, durch weitreichende Zugeständnisse Hitler besänftigen und von seinen immer deutlicher zutage tretenden Kriegsplänen abbringen zu können. In den vergangenen Jahren hatten sie eine ganze Reihe offener Brüche des Versailler Vertrages unkommentiert gelassen. Auch mehrere Gelegenheiten, Hitler durch ein gezieltes Attentat zu beseitigen, verstrichen ungenutzt.

Seit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich, auf den Premierminister Chamberlain nicht reagiert hatte, und dem darauf folgenden Zerwürfnis zwischen ihm und seinem Außenminister Anthony Eden, etablierte sich eine einflussreiche innerparteiliche Opposition gegen die Appeasement-Politik. Eden wurde zum Sammelbecken aller konservativen Gegenkräfte und wurde dabei insbesondere von Winston Churchill unterstützt, einem bis dato wenig beachteten aber charismatischen Hinterbänkler.

Chamberlain

Der britische Premierminister Chamberlain bei seiner Rückkehr von der Münchner Konferenz

Im September 1938 schließlich drohte die Appeasement-Politik zu scheitern, als Hitler die Tschechoslowakei aufforderte, die mehrheitlich von Deutschen bewohnten Randgebiete an das Deutsche Reich abzutreten. Hitler hatte bereits Vorbereitungen für eine Invasion befohlen, als auf Vermittlung des italienischen Diktators Benito Mussolini eine internationale Konferenz in München zustande kam, die schließlich die deutsche Position in allen Punkten bestätigte und so die unmittelbare Kriegsgefahr bannte. Hauptarchitekt dieses Vertragswerkes war der britische Premierminister Neville Chamberlain, der nach Abschluss der Konferenz in London erklärte, mit seinen Zugeständnissen an Hitler den "Frieden für unsere Zeit" gesichert zu haben. In Großbritannien selbst fiel das Echo gemischt aus. Eden, der Kopf der konservativen Opposition gegen die Appeasement-Politik Chamberlains, erhielt mir seinen kritischen Tönen stärkeren Zuspruch, als dieser erwartet hatte.

Die durch das Münchner Abkommen massiv geschwächte Tschechoslowakei wurde in den Folgemonaten von mehreren Seiten her in die Zange genommen. Bereits im Oktober 1938 hatte Polen das sogenannte Olsagebiet besetzt. Am 2. November besetzte Ungarn die mehrheitlich magyarischen Gebiete im Süden der Slowakei. Die Slowakei selbst erklärte ihre Autonomie innerhalb des Tschecho-Slowakischen Gesamtstaates.

Am 9. März 1939 rückten tschechische Truppen in die Slowakei ein und setzten die Landesregierung unter Jozef Tiso ab. Dieser flog am 13. März nach Berlin, wo Hitler ihn drängte, die Unabhängigkeit der Slowakei zu erklären. Dies geschah am folgenden Tag durch den Landtag in Pressburg.

Nur einen Tag später reiste der tschechische Staatspräsident Emil Hácha ebenfalls nach Berlin, wo ihm ohne Umschweife deutlich gemacht wurde, dass Hitler beabsichtige, das tschechische Gebiet zu besetzen und zu annektieren und dass man Hachá persönlich für jeden der Wehrmacht entgegengebrachten Widerstand verantworlich machen werde. Dieser wies daraufhin die tschechischen Stellen an, dem deutschen einmarsch, der am darauffolgenden Tag stattfand, keinen Widerstand entgegenzusetzen.

Einmarsch Prag

Parade der Wehrmacht im besetzten Prag, 16. März 1939

Am 15. März um sechs Uhr rückten die deutschen Truppen über die Grenze vor und erreichten gegen neun Uhr bei Schneetreiben die Hauptstadt Prag. Die deutsche Armee entwaffnete das tschechische Heer. Mit der Wehrmacht rückte die Geheime Staatspolizei (Gestapo) ein und begann mit der Verfolgung deutscher Emigranten und tschechischer Kommunisten. Während dieser Aktion, die als „Aktion Gitter“ bekannt wurde, wurden einige Tausend Personen verhaftet. Hitler verließ um acht Uhr Berlin, traf am Abend in Prag ein und verbrachte die Nacht auf dem Hradschin. Am 16. März verkündete er, die Tschecho-Slowakei habe aufgehört zu bestehen. Die "böhmisch-mährischen Länder" seien wieder in ihre "alte historische Umgebung" eingefügt worden. Ein gleichzeitig veröffentlichter Erlass proklamierte das nun unter deutscher Gebietshoheit stehende und einem Reichsprotektor unterstellte Protektorat Böhmen und Mähren.

Als in der Folge nun auch der britischen Öffentlichkeit die Wertlosigkeit der Friedensbeteuerungen Hitlers bewusst geworden war, sahen Eden und Churchill ihre Zeit gekommen, um Chamberlain aus dem Amt zu drängen. In einer langen Unterredung mit Eden ließ sich Chamberlain Überzeugen, zu dessen Gunsten zurückzutreten und den Weg für eine konsequentere Politik frei zu machen. George VI. entließ Premierminister Chamberlain am 19. März. Anthony Eden wurde neuer Premierminister und blieb in Personalunion auch Außenminister, während er Churchill zum Kriegsminister machte. Das neue Führungsduo suchte nun nach Möglichkeiten, die wachsende deutsche Bedrohung einzudämmen.

Das Attentat auf Adolf Hitler

Masonmacfarlane

Der Hitler-Attentäter Noel Mason-MacFarlane als britischer Militärattachée in Berlin, 1938

In diesem Moment trat der britische Militärattachée Noel Mason-MacFarlane mit einem Plan an den Premierminister heran. Diesem war bereits ein Jahr zuvor aufgefallen, dass die Ehrentribüne für die Parade zu Hitlers Geburtstag in jedem Jahr genau gegenüber seinem Apartment in Berlin aufgebaut wurde. 1938 hatte der Geheimdienst den Vorschlag MacFarlanes, Hitler an seinem Geburtstag zu erschießen, noch als "unsportlich" abgelehnt. Dieses Mal jedoch ließen die Oberen auf direkte Weisung des Premierministers, Einsicht walten und stellten MacFarlane den ersehnten Scharfschützen zur Verfügung.

Am 20. April 1939 um genau 15:00 Uhr begann, wie jedes Jahr, der Festumzug zum Geburtstag des 'Führers und Reichskanzlers'. Hitler nahm zu diesem Anlass Paraden von SA, SS und anderen Parteiorganisationen ab. Im Badezimmer der Mietwohnung MacFarlanes brachte sich der Scharfschütze in Stellung.

Hitler 5

Amateurfoto des bei einem Attentat getöteten Adolf Hitler

Als sich Hitler zum Gruß von seinem Platz erhob, traf ihn ein Schuss mitten in die Stirn. SA und SS reagierten sofort, konnten aber eine allgemeine Panik nicht verhindern. Durch den entstandenen Tumult starben vier Zuschauer, über 300 weitere wurden verletzt. Derweil wurde Hitler in die Berliner Charité gebracht, wo die Ärzte um 15:44 seinen Tod feststellten. So sehr Propagandaminister Joseph Goebbels auch versuchte, die Nachricht vom Tod des Führers geheim zu halten, machte sie doch schnell die Runde und löste schnell auch in anderen Städten Trauer und Entsetzen aus. In zahlreichen Städten fanden spontan organisierte Trauermärsche und -gottesdienste statt.

Unterdessen durchsuchte die SA die umliegenden Wohnhäuser und griff die beiden britischen Attentäter auf. Der Scharfschütze wurde beim Eindringen in die Wohnung erschossen, MacFarlane selbst verwundet und verhaftet. In einem Schauprozess, der nur zwei Wochen später vor dem Volksgerichtshof unter dem Vorsitz des gefürchteten Roland Freisler stattfand und als weltweit erster Gerichtsprozess gilt, der im Fernsehen übertragen wurde, wurde MacFarlane zum Tode durch den Strang verurteilt und am 15. Mai 1939 öffentlich und medienwirksam am Ort seines Anschlages hingerichtet.

Volksgerichtshof

Prozess gegen den Hitler-Attentäter Noel Mason-MacFarlane vor dem Volksgerichtshof

In einer Rundfunkansprache verurteilte Propagandaminister Joseph Goebbels das Attentat und drohte Großbritannien mit "einem entschiedenen Signal der Stärke und Willenskraft des Deutschen Volkes". Die britische Regierung stritt jedoch noch während des Prozesses jegliche Mitwisserschaft ab und erklärte, sie betrachte die beiden Mörder als verwirrte Einzeltäter, die eigenmächtig gehandelt und dabei gegen direkte Befehle ihrer Vorgesetzten verstoßen hätten. Auch MacFarlane selbst vertrat diese Version während seines Verhörs. Die nationalsozialistische Führung ließ sich von diesem Manöver täuschen. Erst als 1989 die Akten des britischen Geheimdienstes freigegeben wurden, kamen die wahren Zusamenhänge ans Licht.

Auswirkungen

Der Tod des großdeutschen Diktators veränderte schlagartig das Machtgefüge in Europa. waren die letzten Jahre von einer Welle faschistischer Umstürze geprägt gewesen, deren schrecklichster den vierjährigen Spanischen Bürgerkrieg ausgelöst hatte, so begann nun der allmähliche Umschwung.

Großdeutsches Reich

In den Jahren seiner Herrschaft hatte Hitler dem Großdeutschen Reich zu einem beispiellosen Wiederaufstieg unter die führenden Weltmächte verholfen. Durch geschickte Schachzüge hatte er zunächst das Saarland und das entmilitarisierte Rheinland wieder vollständig ins Reich eingegliedert, danach die Wehrpflicht wieder eingeführt und mit der Wiederaufrüstung begonnen. Im März 1938 konnte das nunmehr unabhängige Österreich mit Deutschland vereinigt werden. Mit dem Münchner Abkommen vom November 1938 konnte Hitler den letzten außenpolitischen Erfolg verbuchen. Erst mit dem Einmarsch in die Rest-Tschechei und dem Anschluss des Memellandes endete die Geduld der Westmächte, die inzwischen unter der Federführung des britischen Premierministers Anthony Eden eine Strategie der Eindämmung des Faschismus (Containment) verfolgten. Dennoch konnte Adolf Hitler als einer der größten deutschen Staatsmänner in die Geschichtsbücher eingehen.

Für das Großdeutsche Reich bedeutete der Tod Hitlers zum einen den Verlust eines gefeierten Nationalhelden und Märtyrers, andererseits aber auch eine Zeit innerer Unruhe und politischer Konflikte. Als Träger sowohl des Amtes des Reichskanzlers als auch seit 1934 desjenigen des Reichspräsidenten hinterließ Hitler ein politisches Machtvakuum, dessen konkrete Füllung zunächst unklar war.

Führende Juristen verwiesen auf die Weimarer Reichsverfassung, in der seit 1932 eine Vertretung des Reichspräsidenten durch den Präsidenten des Reichsgerichts vorgesehen war. Daraufhin erklärte ein Beschluss des Staatsgerichtshofes am 22. April Erwin Bumke zum kommissarischen Reichspräsidenten. Dieser wandte sich zur Bildung einer funktionsfähigen Reichsregierung an den ehemaligen Reichs- und letzten Vizekanzler Franz von Papen.

Am 25. April nahm das Kabinett Papen II seine Arbeit auf, dem neben ehemaligen Deutschnationalen auch Nationalsozialisten angehörten. Dennoch wurden einige hochrangige Funktionäre wie Innenminister Wilhelm Frick oder der Preußische Ministerpräsidente Hermann Göring aus ihren Ämtern gedrängt. Als Göring mithilfe des Reichstages, dessen Präsident er war, versuchte, die Regierung Papen zu stürzen, ließ von Papen den Reichstag auflösen. So hatte von Papen mit zwei gezielten Schlägen eine führende Größe der NSDAP politisch kaltgestellt und den Reichstag als eigenständige Größe vorerst ausgeschaltet. Ohnehin konnte die Reichsregierung durch das soeben erst verlängerte Ermächtigungsgesetz bis ins Jahr 1943 hinein Entscheidungen mit Gesetzeskraft in eigener Machtvollkommenheit fällen.

Derweil versuchte die Regierung auch, die Konzentrationslager, die sich in der Hand der SS befanden, der Wehrmacht zu übergeben. Beim Einrücken der Armee kam es zu Handgreiflichkeiten mit Einheiten der SS, die in einigen Lagern eskalierten. Die NSDAP, die sich bislang zurückgehalten hatte, ergriff nun offen Partei für die SS und in der SS begannen Planungen für einen Staatssreich.

In der Leipziger Revolte versuchte die SS, Reichsgerichtspräsident Bumke zu kidnappen, um von ihm genehme Entscheidungen zugunsten der Nationalsozialisten zu erpressen. Der Versuch scheiterte - auch Dank des Eingreifens der Armee auf Seiten des amtierenden Staatsoberhaupts - und führte in der Folge zur Entwaffnung der SS und zur Verdrängung der NSDAP aus ihrem Rang als alleinige Staatspartei. Später wurde die Bildung von Parteien wieder zugelassen und eine umfassende Revision der Verfassung in Angriff genommen. Die so entstandene Berliner Verfassung besiegelte den Übergang vom Bundes- zum Einheitsstaat.

Durch die innenpolitischen Entwicklungen war Deutschland lange Zeit außenpolitisch kaum präsent, konnte aber gerade dadurch sein internationales Ansehen nach den diplomatischen Entgleisungen Hitlers wieder enorm steigern, ohne dabei hinter irgendeines der erreichten Ziele zurückfallen zu müssen. Die durch Hitlers Rüstungspolitik stark beanspruchte Wirtschaft und die hohe Verschuldung Deutschlands blieben jedoch ein nachhaltiges Problem.

In der UZL beginnt Hitler mit dem Angriff auf Polen den Zweiten Weltkrieg, der nach beachtlichen Anfangserfolgen der Wehrmacht schließlich in der völligen Niederlage und Besetzung Deutschlands sowie in der Folge zur Spaltung Europas in einen West- und einen Ostblock endet. Es entstehen zwei deutsche Staaten, die erst 1990, nach dem Ende des Kalten Krieges, wiedervereinigt werden können.

Großbritannien

Das Vereinigte Königreich war durch seine entgegenkommende Politik (Appeasement) gegenüber Hitler hauptverantwortlich für die Konsolidierung der deutschen Machtposition in Mitteleuropa. Vor allem die osteuropäischen Staaten hatten lange vergeblich auf britische Rückendeckung gehofft. Besonders die Zerschlagung der Tschechoslowakei, an der Großbritanniens Premier Chamberlain führend beteiligt gewesen war, hatte das Vertrauen der internationalen Partner erschüttert. Mit dem Wechsel von Chamberlain zu Eden konnte sich die Situation jedoch stabilisieren.

Durch das von Großbritannien durchgeführte, aber lange nicht offiziell bestätigte Attentat auf Adolf Hitler und die mittelfristige Neutralisierung Deutschlands erlosch die unmittelbare Kriegsgefahr in Europa, wenngleich die Briten nicht versuchten, Deutschland die hinzugewonnenen Gebiete wieder abzunehmen. Großbritannien konnte sich, von der Gefahr eines Krieges in unmittelbarer Nähe befreit, auf den Fernen Osten konzentrieren, wo die indische Unabhängigkeitsbewegung und das japanische Vordringen in China seine volle Aufmerksamkeit forderten.

In der UZL ist Großbritannien, das eine Garantieerklärung für Polen abgegeben hatte, gezwungen, Deutschland den Krieg zu erklären und wird nach der Niederlage Frankreichs dessen Hauptgegner. Winston Churchill, der nach dem Krebstod Neville Chamberlains neuer Premierminister wird, führt sein Land durch einen entbehrungsreichen Krieg. Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzt Großbritannien den Norden Deutschlands und verbündet sich mit Frankreich und den Vereinigten Staaten gegen die expansive Sowjetunion.

Frankreich

Die französische Regierung hatte sich nach dem Scheitern der Appeasement-Politik bereits auf einen drohenden Konflikt mit dem Großdeutschen Reich eingestellt, doch fehlten den Franzosen abgesehen von der stark befestigten Maginot-Linie die erforderlichen Mittel, einem massiven deutschen Angriff standzuhalten. Insofern atmete man in Paris erleichtert auf, als die Nachricht vom geglückten Attentat eintraf. Die französische Innenpolitik hatte diese Ruhepause bitter nötig.

In den folgenden zwei Jahrzehnten hatte Frankreich alle Hände voll damit zu tun, sein Kolonialreich zu halten, musste aber schließlich alle Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen, Algerien jedoch erst nach einem langen und blutigen Unabhängigkeitskrieg. Die Weltmachtstellung Frankreichs war spätestens durch die Dekolonisation dahin.

In der UZL wird Frankreich 1941 von Deutschland besetzt und kann erst von den Alliierten 1944 befreit werden. Frankreich ist nach dem Krieg schließlich neben dem westdeutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer die treibende Kraft hinter der europäischen Einigung, die so nie im gleichen Maße stattfindet.

Osteuropa

Die nach dem Großen Krieg neu entstandenen oder neu zugeschnittenen osteuropäischen Staaten Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Ungarn, Rumänien Jugoslawien, Bulgarien und Griechenland waren in den Jahrzehnten danach vor allem bestrebt, ihre neu gewonnene nationale Selbstständigkeit zu erhalten und auszubauen. Verschiedene Bündnissysteme, So die Balkanentente und die Kleine Entente, sollten dem latenten Revisionismus Deutschlands, Ungarns oder Bulgariens entgegentreten. Außerdem fürchteten insbesondere die Staaten in Nordosteuropa eine militärische Expansion der Sowjetunion. Das komplexe Geflecht von Bündnissen und Garantien erlitt einen merklichen Bruch, nachdem Hitler Österreich und die Tschechoslowakei zerschlagen und das Großdeutsche Reich geschaffen hatte. Die aus diesen Ereignissen entstandene Slowakei lehnte sich eng an Großdeutschland an, ebenso wie Ungarn. Nach dem Tod Hitlers entstand ein gefährliches Machtvakuum in Osteuropa. Das revisionistische Ungarn erhob unterdessen unter Miklos Hórty Gebietsansprüche gegenüber Rumänien, das nach dem ersten Weltkrieg Siebenbürgen besetzt hatte. In der Folge kam es zu Scharmützeln an der Grenze, in die sich auch die Bulgaren in der Dobrudscha einschalteten. Ein offener Krieg konnte durch das Eingreifen Edens vermieden werden, doch blieb die Lage in der Region unübersichtlich, bis schließlich 1961 mit der Unabhängigkeitserklärung Kroatiens der Jugoslawienkrieg begann.

In UZL wurden die osteuropäischen Staaten nach dem Abschluss des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakts zwischen beiden Parteien aufgeteilt und nach dem Beginn des deutschen Angriffs auf Polen, der den Zweiten Weltkrieg auslöste, besetzt. Später besetzten die Deutschen ganz Osteuropa und wurden in den Jahren 1944-1945 von den Sowjets vertrieben, die bis ins deutsche Kernland vordrangen und einen Teil davon besetzten. Die baltischen Staaten und der Osten Polens sowie das rumänische Bessarabien wurden nach dem Krieg der Sowjetunion einverleibt, während in Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien kommunistische Regimes installiert wurden. Ohne den Zweiten Weltkrieg und mit einer geeinten antisowjetischen Front in Osteuropa findet keine sowjetische Expopansion statt. Die Grenzen der osteuropäischen Staaten bleiben größtenteils unverändert.

Sowjetunion

Die Sowjetunion war bereits seit Langem daran interessiert, das Hitler-Regime in Deutschland zu beseitigen. Nicht nur die antikommunistische Propaganda der Nationalsozialisten und die Verfolgung der KPD machten Stalin sorgen, sondern auch die zunehmende Präsenz der deutschen Außenpolitik in Osteuropa. Das Bündnis mit Italien, Spanien, Ungarn und der Slowakei im Antikominternpakt bedrohte die sowjetischen Interessen im Schwarzmeerraum und verhinderte eine weitere Konsolidierung der sowjetischen Machtsphäre in Osteuropa. Durch den Wegfall Hitlers und die Konzentration der neuen Reichsregierung auf das Inland konnten Briten und Franzosen ihre Stellung in Osteuropa wieder festigen.

Stalin lenkte seine Aufmerksamkeit daher verstärkt nach Ostasien, wo er die chinesischen Kommunisten unter Mao Zedong materiell unterstützte. Auch verlegte er in erheblichem Maße Truppen und Gerät an die Grenze zur japanisch besetzten Mandschurei, wo seit Jahren ein blutiger Grenzkonflikt schwelte. Als mit dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941 der Pazifikkrieg ausbrach, verhielt sich die Sowjetunion zunächst neutral. Erst 1944, als der Krieg sich merklich zuungunsten der Japaner wendete, marschierte die Sowjetunion mit massiven Kräften in die Mandschurei ein und drängte die Japaner Schritt für Schritt nach Korea zurück. Sein Eingreifen sorgte dafür, dass in Korea ein kommunistischer Vasallenstaat etabliert werden konnte und die chinesischen Kommunisten eine stabile Ausgangsbasis für ihre Operationen und ihren schlussendlichen Sieg im Chinesischen Bürgerkrieg erhielten.

In UZL stieg die Sowjetunion durch ihre Beteiligung am Zweiten Weltkrieg sowohl in Europa als auch in Ostasien zur Weltmacht auf und beherrschte für einen Zeitraum von 45 Jahren die Hälfte Europas von der Elbe bis zur Ägäis. Trotz horrender Verluste ging Stalin gestärkt aus dem Krieg hervor und konnte im Bündnis mit Maos China auch in Ostasien Einfluss gewinnen (Nordkorea, Vietnam).

Japan und China

Das Japanische Kaiserreich hatte seit den 1930er Jahren begonnen, auf das asiatische Festland zu expandieren. 1895 war bereits Taiwan und 1910 Korea annektiert worden. Nach dem Großen Krieg wurde Japan zudem die Verwaltung der deutschen Kolonien Tsingtau und im Südpazifik übertragen. 1932 rief Japan in der seit dem russischen Bürgerkrieg besetzt gehaltenen Mandschurei einen unabhängigen Staat unter Puyi, dem letzten Kaiser von China, aus. Durch diese Erwerbungen wurde Japan massiv gestärkt und verfügte nun über eine stabile Ausgangsbasis für weitere Expansionsbestrebungen, die sich insbesondere gegen den Nachbarn China richteten, in dem seit Jahren ein blutiger Bürgerkrieg tobte. So konnten die Chinesen wenig entgegensetzen, als die Japaner 1937 im Nordosten des Landes einmarschierten und schnell vordrangen. Die ehemalige Hauptstadt Peking wurde erobert, der dicht besiedelte Küstenstreifen bis Shanghai unter Kontrolle gebracht und eine Marionettenregierung eingesetzt. Die Chinesen mussten sich ins Hinterland zurückziehen und konnten nur mit Mühe ihre Stellungen halten.

Eine Ausweitung des Krieges auf andere Staaten konnte verhindert werden, allerdings zog sich der Kampf in China noch über viele Jahre hin, bis nach beiderseitiger Erschöpfung der Ressourcen 1953 ein Waffenstillstand geschlossen werden konnte und die Japaner sich in die Mandschurei zurückzogen. Japan büßte durch den langen Konflikt seine Hegemonie in Ostasien ein, konnte aber später Profit aus der Unabhängigkeit der europäischen Kolonien ziehen, indem es sie wirtschaftlich an sich band.

Im chinesischen Bürgerkrieg konnten sich die Kommunisten nicht gegen die vom Westen unterstützten Koumintang durchsetzen und setzen ihren aufreibenden Guerilla-Krieg auch in den folgenden Jahrzehnten fort, sodass eine Erholung und Stabilisierung Chinas langfristig unmöglich wurde.

In UZL besetzte Japan nach dem deutschen Einmarsch in Frankreich dessen Kolonien in Indochina, was der Auslöser für ein weitreichendes Handelsembargo Großbritanniens und der Vereinigten Staaten gegen Japan, vornehmlich gegen dringend benötigte Ölimporte, war. In der ATL erfolgt diese Annexion nicht, sodass das Ölembargo unterbleibt und Japan sich nicht gezwungen sieht, die indonesischen Ölfelder zu besetzen und damit den Pazifikkrieg gegen die Alliierten auszulösen. Ohne den Pazifikkrieg und die sowjetische Invasion in der Mandschurei haben die Kommunisten im chinesischen Bürgerkrieg keine politische und wirtschaftliche Basis für einen Sieg.

Vereinigte Staaten

Für die Vereinigten Staaten waren die 40er und 50er Jahre eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs. Durch ihre weit gespannten Handelsnetze stiegen sie zur führenden Wirtschaftsmacht der Welt auf. Ihre einzige Kolonie, die Philippinen, konnte 1944 planmäßig in die Unabhängigkeit entlassen werden. Damit endete die kurze Phase des amerikanischen Kolonialismus. Die seit dem 19. Jahrhundert geltende Monroe-Doktrin ("Amerika den Amerikanern!") wurde erneut die zentrale Leitlinie der US-Außenpolitik. In den folgenden Jahren bemühten die USA sich um eine verstärkte politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit der amerikanischen Staaten, die schließlich in der Gründung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gipfelte. Obwohl wirtschaftlich äußerst einflussreich, unternahmen die Vereinigten Staaten nur selten Versuche, auf internationaler Ebene über den amerikanischen Doppelkontinent hinaus politisch aktiv zu werden.

In UZL steigen die USA durch ihre Beteiligung am Zweiten Weltkrieg und die spätere Gründung von NATO und SEATO zur führenden Weltmacht auf und werden zum direkten Gegenspieler der Sowjetunion im Kalten Krieg. Bis in die heutige Zeit verstehen die Vereinigten Staaten sich als "Weltpolizist" und greifen in politische und militärische Konflikte überall auf der Welt ein.

Nationen EUWR

140px-Flag of the German Empire.svg Großdeutschland | 150px-Flag of Romania.svg Rumänien | 180px-Flag of Hungary (1867-1918).svg Ungarn | 150px-Flag of Poland.svg Polen | 150px-Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion | 220px-Flag of the CIS.svg GUS

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Zeitlinien Deutschlands Zwischenkriegszeit
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