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Geschichte 1500-1600 (DKFT)

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"Neue Staaten, neue Welten"

1500: Der alte Zar Iwan III. entscheidet, dass Russland sich von der Pest erholt hat, und dass nun endlich die Gelegenheit gekommen ist, mit dem Westen abzurechnen. Zuerst setzt er in Ungarn eine Armee in Gang, die die Republik Venedig erobert - als Rache für die Plünderung von Zargrad (Konstantinopel) im 4. Kreuzzug. Die vereinigte russisch-griechische Flotte erobert die venezianischen Inseln im Mittelmeer. Dann mobilisiert er das russische Hauptheer gegen Deutschland, besiegt erst das Ritterheer des Deutschen Ordens, dann auch die Reichsarmee und erobert Polen und Preußen, um dann gleichzeitig in Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen, Böhmen, Österreich und Norditalien einzufallen. Der russische "Heuschreckenschwarm", wie die zeitgenössischen Schriftsteller schreiben, scheint nicht aufzuhalten zu sein. Aber es kommt anders: In den eroberten Gebieten erheben sich die Republikaner und Protestanten und verwickeln die Russen in einen Guerillakrieg, den diese nicht gewinnen können - sie kämpfen auf unbekanntem Gebiet, und die Nachschubwege sind lang. Erst wird nur der Vormarsch behindert, aber dann werden die Russen zurückgeworfen. Alle eroberten Gebiete einschließlich Ungarns müssen sie aufgeben. Eine komplette Niederlage für Russland gegen die enthusiastischen Aufständischen wird nur verhindert, weil die geflohenen deutschen Fürsten versuchen, ihr Land von den Republikanern zurück zu gewinnen. Aber am Ende setzen sich die Republikaner durch, und der Kaiser muss die neue Lage akzeptieren - andernfalls würde er den Zerfall des Landes riskieren. Damit steht die politische Situation in Deutschland fest: Im Osten des Landes (außer in Bayern) die neuen Republiken, streng protestantisch und vom neuen Geist erfüllt; im Westen entweder Fürstentümer, größtenteils katholisch, oder ältere Republiken wie die Schweiz, die Niederlande, die Hanse und die Freien Reichsstädte, die an ihrer Tradition hängen und durchaus auch manchmal andere Vorstellungen als die neuen Freistaaten haben. Die Habsburger fliehen auch vor den Russen aus Österreich, woraufhin sie die Österreicher verfluchen und später die Böhmen als Befreier begrüßen. Diese ernennen außerdem den Wiener Bürgermeister zum neuen Oberhaupt der neuen österreichischen Republik.

1503: Österreich wirft die Russen hinaus; Russland muss sich nun auch aus Italien zurückziehen. Die österreichischen Republikaner plündern die Reichen, lassen aber das einfache Volk ungeschoren. Italien ist bereit zur Wiedergeburt. Papst Alexander VI., der ältere Borgia, stirbt nicht, weil die Kelche mit dem Gift für zwei Kardinäle nicht verwechselt wurden. So kann er weiter herrschen und den Aufbau eines italienischen Königreichs vorantreiben. Cesare muss daher auch nicht Italien verlassen, sondern kann seinen Eroberungszug weiter fortsetzen. Als die Florentiner Machiavelli zu ihm schicken, behält er ihn als Geisel. Aber er gewährt ihnen immerhin einen Nichtangriffspakt. Das florentinische Heer wird vernichtet, woraufhin die Russen versuchen, die Eroberung der Tiefebene von Norditalien zu vollenden. Nun aber werden sie von schweizerischen Soldaten an der Flanke angegriffen und die norditalienische Armee völlig vernichtet. Die Borgias haben mittlerweile auch eine Armee ausgehoben, mit der sie auch den Rest der russischen Armee vernichten. Nach dem Tod des Papstes wird der Kirchenstaat mit dem Königreich Italien vereinigt. Dann wird auch das Herzogtum Neapel erobert. Der Angriff auf das aragonische Sizilien scheitert - die spanischen Segelschiffe sind besser. Also bauen die Italiener jetzt auch Segelschiffe, bereiten so die Unterwerfung Nordafrikas und den Eingriff in Atlantis vor. Außerdem verbündet man sich mit Frankreich gegen Aragon, mit dem Ziel, es aufzuteilen. Italien bekommt dann auch Sardinien, Sizilien und Malta, während Frankreich leer ausgeht. Der Katholizismus wird pro forma beibehalten, weil man keine unnötigen Änderungen haben will. Alexander kümmert sich wenig um die Welt außerhalb Italiens, weil er nur das vereinigte Italien für seine Familie will. Als Folge davon beginnt der Katholizismus zu verfallen, und Schweden und Dänemark erklären sich sogar schon unabhängig von der römischen Kirche. Nach dem Tod von Cesare gibt es einen Aufstand in den italienischen Städten, so dass das System umgebaut wird in eine Republik mit einem erblichen Princeps an der Spitze, nach holländischem Vorbild.

1504: In Italien wird auf den Trümmern der Republik Venedig und den anderen kleinen Staaten des Nordostens die padanische Republik gegründet. Machiavelli kommt dorthin, wird von den Venezianern gebeten, ihm beim Aufbau zu helfen (sagt er zumindest), und so beginnt sein Aufstieg.

1505: Iwan III. stirbt, nicht ohne ein Testament zu hinterlassen. Darin stellt er seine globale Strategie vor: Russland soll versuchen, Deutschland und Frankreich, die zwei stärksten Mächte des Westens, gegeneinander auszuspielen, um dann ganz Europa bis zum Atlantik zu überrennen. Sein politisches Testament wird aber nicht beachtet: Russland will nicht mit dem Westen und seinen neuen Ideen in Berührung kommen, kapselt sich von nun an von Europa ab und wendet sein Augenmerk wieder in andere Richtungen: Bis 1600 werden die Alanen im Nordkaukasus niedergeworfen, die Türken endgültig aus Kleinasien vertrieben - trotz ihres heldenhaften Widerstandes unter den Sultanen Selim und Suleiman -, und Sibirien erobert. Damit kommen neue Konflikte auf Russland zu - mit China, Persien, Choresmien.

Auch 1505: Karl V. von Habsburg wird König von Spanien. Er versucht nun, die neue Macht zu nutzen, um seine verlorenen Lande (Österreich, Niederlande) wiederzugewinnen. Aber ohne das amerikanische Gold hat er keine Chance auf Erfolg und verliert am Ende sogar die Länder, die ihm in Deutschland noch geblieben sind. Natürlich wird er auch nicht zum deutschen Kaiser gewählt - die drei republikanischen Kurfürstentümer würden nie zulassen, dass ein gestürzter Fürst die Chance zur Rückkehr erhält. Sie verhindern auch, dass der französische König Franz I. Kaiser wird - so wie jeder, der den Republiken in Deutschland gefährlich werden könnte.

1500-27: Der florentinische Flüchtling Niccolo Machiavelli kommt in die padanische Republik, steigt dort bald zum ersten Bürger (praktisch Diktator) auf. Mit Hilfe von geschickter Politik, Spionage, gesteuerten Aufständen und kurzzeitiger Tyrannei gewinnt er fast ohne Krieg alle kleinen italienischen Staaten. Anschließend bekommt er auch das spanische Süditalien, indem er das Deutsche Reich, Spanien, Frankreich und sogar Russland gegeneinander ausspielt. Am Ende zwingt er auch den Papst dazu, die Stationierung von italienischen Truppen im Kirchenstaat zuzulassen und macht dadurch effektiv den Kirchenstaat zu einer Provinz, Rom zur Hauptstadt Italiens und den Papst zum Gefangenen im Vatikan. Nun ist Italien, einschließlich Korsika, Malta und Dalmatien, vereinigt. Auch Machiavellis Nachfolger halten die italienische Republik geeint, pflegen ein gutes Verhältnis mit den deutschen Republiken, fördern die Kunst und Wissenschaft der Renaissance und schaffen es auch, Frankreich und Spanien abzuwehren. Zu einer Bekehrung Italiens zum Protestantismus kommt es aber nicht; erstens weiß Machiavelli, dass es wichtig ist, die einfachen Leute nicht unnötig zu verunsichern, und zweitens kann der italienische Staat so an den Wallfahrten der Katholiken aus ganz Europa nach Rom kassieren. Durch die Gefangenschaft des Papstes im Vatikan kommt es allerdings zu einem Verfall der Macht der katholischen Kirche.

1517: Martin Luther, der "Vater der deutschen Einheit", ruft die Deutschen auf, sich "wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Russen" zusammenzutun. Er hält die katholische Kirche und die Fürsten für zu dekadent und zuwenig entschlossen, um dieser Gefahr entgegenzutreten, und fordert daher eine Erneuerung von Staat und Kirche, um eine Bewegung zu schaffen, die Deutschland einigen kann - was als klare Aussage zugunsten der Republik verstanden wird.

Zwar bleiben viele Fürstentümer noch bestehen (Luther ruft nicht direkt zur Gewalt gegen sie auf), aber dafür vereinigt er erfolgreich die verschiedenen protestantischen Kirchen zu einer Bewegung und bekehrt den größten Teil von Deutschland, Polen und Ungarn. Auch in den skandinavischen Staaten setzt sich der Protestantismus durch. Frankreich dagegen, das sich noch nicht ganz von der Pest und 100 Jahren Krieg erholt hat, bekommt dadurch neue Probleme: Der neue Glaube spaltet das Land, es kommt immer wieder zu Konflikten zwischen der katholischen Mehrheit und den Hugenotten, die das Land jahrzehntelang lähmen. Melanchthon, Luthers Mitstreiter, ruft zur Gründung von Universitäten auf, um die Bildung zu fördern. In jeder Landeshauptstadt wird nun eine gegründet.

1520: Russland schließt offiziell Frieden mit Deutschland und Italien.

1522/23: Schweden erhält durch einen Aufstand unter Gustav Wasa seine Selbstständigkeit wieder, hat aber Finnland verloren.

1524/25: In Franken, Schwaben und Thüringen brechen die Bauernkriege aus. Luther fürchtet, dass sie die Situation außer Kontrolle geraten lassen könnten, und überredet die Anführer der anderen deutschen Republiken, in diesen Ländern einzumarschieren und dort zu helfen, eine geordnete Regierung zu stiften, was auch in seinem Sinn geschieht.

1525: In Deutschland beginnen die Fürstenkriege, als die geflohenen Fürsten versuchen, ihre Länder zurückzugewinnen. Am Ende siegen aber die Republikaner.

Dänemark und Schweden trennen sich nach dem Vorbild von Heinrich dem VIII. von der katholischen Kirche, führen allerdings ihre Version des Protestantismus ein, da sie mit den "deutschen Königsmördern" nichts zu tun haben wollen.

1533-84: In Russland regiert Zar Iwan IV., der Schreckliche. Entschlossen, seine Macht in sämtlichen Bereichen durchzusetzen, geht er mit erbarmungsloser Brutalität gegen alle möglichen Widersacher vor, besonders gegen die Adligen, die Bojaren. Er baut auch eine Art Geheimpolizei auf, die Ochrana.

1537: Heinrich VIII. von England erhält die Erlaubnis vom Papst, sich scheiden zu lassen. (Die Habsburger hatten in dieser Welt keine Möglichkeit, auf den Papst einzuwirken.) Die Folgen sind: England bleibt katholisch, und die protestantische Elisabeth hat nie eine Chance, an die Macht zu kommen. Und ein gewisser William Shakespeare wird katholischer Priester und schreibt Gedichte zum höheren Ruhme Gottes und Theaterstücke, die auf den Geschichten der Bibel basieren. (Unter anderem.)

1542: Spanien erobert Granada. Damit sind die Moslems endgültig aus Europa vertrieben.

1550-1600: Frankreich, Spanien und Italien sind sich einig darin, dass sie das Piratenunwesen im Mittelmeer nicht mehr tolerieren können, und verbünden sich für einen groß angelegten Angriff auf die Barbareskenstaaten im Norden Afrikas. Nach einigen harten Kämpfen schaffen sie es, Nordafrika zu erobern und teilen das Land unter sich auf: Spanien erhält Marokko und Oran, Frankreich den größten Teil Algeriens, Italien Tunesien und Tripolitanien (West-Libyen), später auch die Cyrenaika (Ost-Libyen). In den eroberten Gebieten legen die drei Staaten neue Kolonien für ihre schnell wachsende Bevölkerung an.

1551: Nach Beendigung der Fürstenkriege verlangen die Protestanten einen Kreuzzug gegen Russland, um die Polen und Ungarn zu befreien.

1563: Der Kreuzzug endet mit einem Sieg. Die polnischen Länder werden ins Deutsche Reich aufgenommen, Ungarn wird wieder selbstständig.

1571: Der italienische Admiral Andrea Doria vernichtet die Piratenflotte der Barbaresken, macht damit den Weg frei für die Eroberung Nordafrikas.

1578: Der junge, schwärmerische König Sebastiao von Portugal will einen neuen Kreuzzug beginnen, greift Marokko an, aber schon in der ersten Schlacht werden er und sein ganzes Heer vernichtet.

1580: Philipp II. lässt Portugal durch den Herzog Alba erobern. Die Portugiesen vernichten ihr geheimes Wissen über die Schifffahrt und die afrikanische Geografie, damit sie nicht in die Hände der Feinde fallen. Ihre Stützpunkte in Afrika gehen ohne die Unterstützung vom Mutterland verloren.

1588: Maria Stuart stirbt, ihr Sohn Jakob I. wird König von England und Schottland.

1590: Ein Versuch, in Deutschland eine Gegenreformation durchzusetzen, endet damit, dass die Monarchie in Bayern gestürzt und der Protestantismus eingeführt wird.

1592: Ein dänisches Schiff entdeckt Amerika (wieder). Die Dänen gründen eine Kolonie, Markland (Ostkanada). Bis zum Ende des Jahrhunderts unternehmen sie noch mehrere Fahrten und kommen bis zur Insel Manhattan, wo sie die Stadt Christianshavn gründen.

Dschingis-Khans früher Tod
Früher: Geschichte 1400-1500 Geschichte 1500-1600 Später: Geschichte 1600-1700

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