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Mongolensturm

Grund der Abweichung:

Die mongolische Flotte kommt nicht in den Sturm und erreicht Japan mit voller Mannschaft.

Zeitpunkt der Abweichung: 1274

Kurzinformation über Zeitlinie:

Mongolenherrscher Kublai Khan ruft zur Invasion Japans auf. Kublai Khans Heer zu Unterwerfung Japans besteht aus Chinesen, Koreanern und Mongolen. Japans Mönche beten darum, dass diese Armada die japanischen Inseln niemals erreicht. Doch auch die Mongolen haben gebetet. Als die Großflotte des Khans nach Japan übersetzt ist ihnen das Wetter gewogen. Erst kurz nach der Landung bricht ein starker Wind aus der die Schiffe am Ufer trifft. Viele der Transportschiffe sind zerstört, Kublai Khan und die Mongolen sehen darin ein göttliches Zeichen, mit einer klaren Botschaft: sie kehren als Sieger aus Japan zurück, oder gar nicht. Wenig später trifft der italienische Kaufmann Marco Polo in China ein wo er von Kublai Khan dem größten Herrscher der Mongolen und Kaiser von Japan erfährt, dass das Mongolenreich von allen Winden gesegnet  sei...

Vorgeschichte des Mongolenreichs und Japans:

Das Mongolische Reich entstand durch die Einigung der Stämme dank Temüdschin besser bekannt als Dschingis Khan. Ende des 12. Jahrhunderts wurde aus den eigentlich recht einfachen Reiterstämmen der Mongolen ein zusammen agierendes Heer. Diese Krieger aus der Steppe zeichneten sich für ihre Reitkunst kombiniert mit Pfeil und Bogen als exzellente Kavalleristen aus. Mongolische Räuber versuchten schon vor Tschingis Khan Handel mit China zu erzwingen.
Dschingis Khan

Dschingis Khan, vereinigte die Mongolenstämme † 1227

Doch es gelang den eher unorganisierten Reitern nie wirklich die Chinesen zum Handel zu zwingen. Über die Jahrhunderte entstanden immer wieder Wehranlagen und Mauern,
800px-Emperor Kameyama

Japans Kaiser Kameyama † 1305

diese verschiedenen "Chinesischen Mauern" sollte diese Barbaren aufhalten. Im 13. Jahrhundert ist die Lage jedoch bereits ganz anders. Die ehemals als Räuber und Halunken bezeichneten Nomaden sind bald mächtige Herrscher. Hauptstadt des Mongolenreiches ist seit 1220 Karakorum. 1234 also etwa 7 Jahre nach dem Tod Tschingis Khans kam es zum Sturz der chinesischen Jin-Dynastie. Von da an regierten die Mongolen Nordchina. Bis 1260 dehnte sich das Mongolenreich immer weiter aus, es reichte von Persien im Westen bis nach China im äußersten Osten. Auch der Osten Russlands war mongolisch. Asiatische Länder wie Goryeo (Heute Korea) sind seit 1238 ebenfalls mongolisch dominiert. 1274 also im Jahr als die Mongolen Japan angreifen ist das Mongolische Reich das flächenmäßig Größte Weltreich seiner Zeit. Dem gegenüber steht Japan, Japan befindet sich seit 1150 in der Kamakura-Zeit. Diese Ära ist von Konkurrenz des Kriegeradels (Samurai) gezeichnet. In der Kamakura-Zeit lag die Macht in den Händen der Klosterkaiser. Seit 1192 gibt es in Japan das Amt des Shōgun  „Barbaren unterwerfender großer General“ Dieser Heerführer ist damit auch Oberbefehlshaber Japans im Kriegsfall. Nachder Eroberung Chinas durch die Mongolen (1264) 1268 gibt es diplomatische Forderungen wonach sich auch die Japaner dem Großkhan Kublai Khan dem Enkel des Dschingis Khan zu unterwerfen haben. Solche Forderungen wurden jedoch durch den Shōgun abgelehnt oder ignoriert. Japans Verteidiger die Samurai waren auch zweischneidig. Natürlich dienten sie Kaiser und Vaterland, aber das hatte seinen Preis. Die Samurai wollten bezahlt werden, die Verteidigung der Heimat brachte aber wenig ein.
KublaiKhan

Kublai Khan der Enkel des Dschingis Khan greift nach Japan † 1294

Darum verdingten sich die Samurai lieber in internen Klanfehden die Beute brachten. Seit 1259 ist Kameyama Kaiser Japans.

Zeitlinie Mongolensturm:

Kublai Khans Eroberung Japans:

1274 - Der Mongolensturm über Japan:

„Der Großkhan ist Ursprung aller Stürme!“

Sprichwort, Japan

1274 spitzt sich die Lage zu. Die Forderungen der Mongolen wurden ignoriert daher entschied Kublai Khan einen Militärschlag vorzubereiten. Die Invasionsstreitmacht aus 40.000 Mann sollte vom Königreich Goreyo aus nach Japan übersetzen. Die Invasionsflotte bestand aus etwa 1000 koreanischen Schiffen, diese Schiffe waren in aller Eile gebaut worden. Darum war die Mongolenflotte auch suboptimal für schweren Seegang geeignet. Die Mongolen waren auch keine wirklich guten Seefahrer, jedoch in Anbetracht der Situation war die Flotte ausreichend. Seit die Mongolen China regieren sind sie in Besitz von Schießpulver. Auch die große Armee bestehend aus Mongolen, Chinesen und Koreanern besitzt Schießpulver, diese Waffen waren meist Bomben die mit Schleudern auf Gegner gefeuert werden konnten. Die Armee führte auch berittene Soldaten mit. Die Truppen waren dank chinesische Drill sehr diszipliniert. Als ersten Etappe nahm man die Inseln Tsushima und  Iki ein.

20. November 1274; Die Mongolen auf  der japanischen Insel Kyūshū  bei der Hakata-Bucht gelandet dort kommt es zu Ersten Schlacht zwischen den Streitkräften (Schlacht von Bun´ei) Bei diesem Kampf gelingt es den in Formation agierenden Invasoren die etwa 10.000 sehr eigensinnig kämpfenden Samurai zu besiegen. Diesen Sieg verdanken die Mongolen ihrem Zusammenhalt und guten Kriegstaktiken wie massenmäßig eingesetzten Giftpfeilen oder Knallkörpern.  Mit Schilden konnten die Verteidiger ebenfalls auf Distanz gehalten werden. Japans Streitmacht bestand aus den Samurai Kriegern verschiedener teils bisher verfeindeter Adelshäuser. Im Verlaufe der Schlacht gelang es den japanischen Klans trotzdem, die Eindringlinge zu schwächen. Während der Einschiffung in die Bucht schien das Wetter noch ganz passabel zu sein. Erst während des schweren Getümmels zogen Gewitterwolken auf die letztendlich dazu führten das ein riesiges Unwetter den Großteil der Mongolenflotte vom Ufer wegriss und zerstörte. Das Unwetter von der Hakata-Bucht sahen die Japaner erst als gutes Zeichen doch als die mongolischen Befehlshaber die Entscheidung trafen in das Landesinnere vorzudringen änderte sich dies. Die mongolischen Heerführer fürchteten um ihr Leben, denn in der momentanen Situation war die Heimkehr kaum möglich. Darum entschieden sie sich auch die letzten verbliebenen Transportschiffe auseinander zu nehmen. Teile der Schiffsmaterialien sollte bei der Invasion für den Bau von Belagerungsmaschinen genutzt werden. Die Heerführung gab die Parole aus „Es ist besser, für den Khan zu sterben, als feige zu leben.“ Darum stand nun eine zwar geschwächte aber sehr motivierte Mongolenarmee in Japan, diese „Horde“ zog nun plündernd und brandschatzend durch die Provinz Chikuzen. Dort wollten sich die Japaner in den Verteidigungsanlagen bei Dazaifu einigeln. Japanische Festungsanlagen galten als sicher, jedoch hatten die Verteidiger keine Ahnung von der Waffentechnologie der Eindringlinge.
Mōko Shūrai Ekotoba

Krieger der Mongolen beschießen Samurai mit Pfeilen und Bomben

. Hier benutzten die Waffenmeister ihre Fachkenntnisse und schmiedeten eine große Bombarde (Kanone). Dazu benutzten sie einige der aus den aufgegebenen Schiffen mitgebrachten Materialien.
IMongolGeschütz

Eine mittelalterliche Bombarde, eine ähnliche Waffe kam bei der Belagerung zum Einsatz, niemand weiß genau, wie sie aussah unter Militärhistorikern wird bis heute gestritten, ob es wirklich eine Bombarde war, die für das Donnerwetter sorgte, oder ob die Mongolen die Festung mit Sprengstoff zerstörten

. Am 2. Dezember erfolgte der erste Beschuss mit dem Geschütz. Für die japanische Burgbesatzung war der Beschuss wie ein Donnerwetter, die Moral der Samurai sank gegen Null, da man fürchtete, dass der „Mongolensturm“ nun auch die Festung erreicht hatte. Unterstützt durch gut plazierten Sprengstoff an den Fundamenten der Verteidigunsanlage war der Bombardeangriff verheerend. Hunderte japanische Krieger stürzten über die Mauern oder wurden von den einstürzenden Anlagen begraben. Nach der Belagerung wählten tausende Samurai den rituellen Selbstmord (Seppuku) Die Mongolen waren weiße, denn sie respektierten die japanischen Eigenarten und ließen die Selbstmorde zu. Das lag vor allem daran, dass die Invasionsmacht ohnehin keine Gefangenen versorgen konnte auch wenn Sklaven Gewinn versprachen, entschied man sich dagegen. Dies war für die Japaner ein traumatisches Ereignis. Auch der Shikken (Regent), Hōjō Tokimune welcher die Japaner anführte nahm sich das Leben. Der Sieg bei Dazaifu sorgte am Kaiserhof in Kyoto für Angst und Schrecken. Das Kamakura Shogunat war fast am Ende, Kaiser Kameyama standen nun nur noch wenige Samurai zu Verfügung. Er ließ nun auch eine Bauernarmee ausheben. Innerhalb des restlichen japanischen Schwertadels brodelte es inzwischen. Man machte den Kaiser für den Misserfolg verantwortlich. Natürlich wagte es keiner der Samurai die Hand gegen den Gottkaiser zu erheben, denn das Gesicht des Kaisers musste gewahrt bleiben. Trotzdem wagten es die Samurai dem Kaiser entgegen zu treten und ihn in „Schutz“ zu nehmen. Der Kaiser wurde dazu genötigt seine Räume nicht zu verlassen. Am 14. Dezember 1274 kam es zu Verhandlungen zwischen Japanern und Mongolen. Die Gespräche kamen zu einem Konsenz. Man entschied den Kaiser als für abgesetzt zu betrachten des weiteren wurde die „Göttlichkeit“ des Großkhans von den Japanern anerkannt. Die Adelshäuser Japans erkannten Kublai Khan als göttlichen Herren der Welt an, dieser Herr habe genauso wie ein japanischer Kaiser seine Göttlichkeit verdient und sei damit ein Repräsentant des Himmels. Durch diese Erklärung verlor der Adel nicht sein Gesicht da man Kublai Khans Mongolensturm ja die gleiche Göttlichkeit wie den Kaisern Japans zusprach. Natürlich war das ganze nur der Versuch einiger Oportunisten, sich an der Macht zu halten. Einige Adelige lehnten die Göttlichkeit Kublai Khans strikt ab und organisierten weiteren Wiederstand.

1275/1280 - Wiederstand der Ronin:

„Shimazu, Herr der Heerscharen! Herr aller Ronin! Herr aller Wiederstände! Shimazu, letzter der Samurai!“

Ausspruch über Shimazu

Nach dem Mongolensturm war Japan starken Wandlungen ausgesetzt. Kaiser Kameyama war abgetreten und lebte als Mönch in einem Kloster. In der Gegenwart wird oft von den Mongolen behauptet sie haben Japan aus ihrer kurzen Feudalzeit in die Moderne geführt. Die japanische Feudalzeit von 1185 bis Anfang des 14. Jahrhunderts endete mit den Reformen der neuen japanischen Militärdiktatur. Das Kyoto Shogunat welches ab etwa 1275 Japan regierte war natürlich japanisch, doch die Regenten und Shogune hatten mongolische Berater die ihnen oft dreinredeten. Trotzdem, dass Kublai Khan die meisten Sitten und Gebräuche des Inselvolkes akzeptierte waren ihm die Samurai ein Dorn im Auge. Der Schwertadel war im 13. Jahrhundert noch nicht so gefestigt,
ShimazuRüstunJapan

Die Rüstung eines Samurai aus dem Shimazu Klan. In der Mongolenära waren die Samurai nicht gern gesehen.

Samurai in der uns bekannten Form gab es erst seit weniger als 100 Jahren. Bisher war es einfach für einen Samurai, den Lehensherren zu wechseln, doch das neue „Kollaborateur“ Shogunat sollte im Auftrag des Kaisers (Kublai Khan) eine moderne Armee nach chinesischem Muster aufbauen. Viele Samurai hatten im Mongolensturm ihre Herren verloren, waren geflohen oder hatten sich sonst wie selbst entehrt. Der neue Shogun gab eine Amnestie für alle herrenlosen Samurai (Rōnin) bekannt. Diese Amnestie brachte jedoch nur wenig, da die meisten herrenlosen Samurai die Kollaborateure nicht anerkannten.
JapanneueArmee

Hilfssoldat der Großen Armee, Japans Heer sollte aus Bauern bestehen und nicht den Klans sondern dem Staat dienen. In der Anfangszeit des Heeres war die Ausrüstung einfach, aber bereits standartisierte Massenware ~ 1280

Japans Machteliten hatten ihre eigenen Gründe, den Mongolen die Treue zu halten, einige Klans wie der von Shimazu weigerten sich jedoch. Damit wurden ganze Adelsgeschlechter durch das Shogunat als Vogelfrei erklärt. Gerade das Haus Shmiazu welches seinen Sitz in der Stadt Kagoshima auf der Insel hatte, musste stark darunter leiden. Der Klan hatte an der Verteidigung Japans teilgenomen und war nun nach der Niederlage abgestiegen. Tausende Samurai waren im Dezember 1274 zu Tode gekommen die Ronin bildeten daher nur kleine Gruppen, die das Land unsicher machten. Einige wurden auch Piraten. Die Eroberung Japans war daher nur teilweise abgeschlossen es dauerte 5 Jahre bis das Klanoberhaupt der Shmiazu gefangen werden konnte. Shmiazu versteckte sich mit seinen Männern in den Wäldern und verdiente sich seinen Lebensunterhalt mit Überfällen auf Geldeintreiber. In dieser Zeit baute der Shogun aber ein Massenheer, die "Große Armee" auf, die anders als die Ronin absolut loyal und vor allem bescheiden war. Diese Befriedungsarmee bestehend aus japanischen Bauern war zwar schlecht ausgebildet aber zahlenmäßig überlegen. Ein weiterer Vorteil der neuen Armee war auch der stark reglementierte Einsatz von Schießpulver. Die Mongolen betrieben rund um ihre Geheimwaffe ein regelrechtes Brimborium da sie damit die Propaganda stützen wollten das sie Donner und Blitz als göttliche Mächte beherrschten. Darum gab es auch Viele die den neuen Kaiser im Westen anerkannten und sogar verehrten. Die Ronin des Shimazu Klan waren weder die zahlenmäßig größte Gruppe noch besonders kampfstark, aber sie hatten Kontakt mit Kameyama, der nun aus dem Zen-Buddhistischen Kloster Nanzen-Ji aus Kyoto mit Shimazu korrespondierte. Leider sind die Briefe zwischen dem Klanführer und dem ehemaligen Kaiser verloren gegangen, daher wird immer wieder über den sogenannten Shimazu-Putsch diskutiert. Es wird angenommen dass Shimazu und Kameyama Pläne schmiedeten, das Shogunat zu stürzen, um danach das „wahre“ japanische Kaiserreich mit Shimazu als Shogun einzusetzen. Shimazus Traum von einem unabhängigen Japan endete jedoch im Juli 1280 mit der Schlacht von Satsuma. Shimazu hatte ein Heer aus etwa 1000 Ronin und mehreren Hundert Leibeigenen aufgestellt die sich der Großen Armee bei Satsuma stellten. Der Roninarmee war aber kein Glück gegeben da einige der Leibeigenen sich durch den Shogun bezahlen liesen und Standorte der Roninarmee übermittelten. Shimazu wurde von den Männern des Shogun wie ein Verbrecher behandelt und kurz nach der Niederlage gevierteilt. Damit war der organisierte Wiederstand durch die Ronin gebrochen, es gab zwar weiterhin Ronin-Banden doch denen wurde schon bald der Garaus gemacht. Für patriotische Japaner gilt Shimazu und sein Klan als strahlendes Vorbild. Vor allem sein Kampf gegen die moderne Welt der Invasoren stachelte im laufe der nächsten Jahrhunderte immer wieder dazu an sich gegen den Fortschritt zu stellen. Beispielsweise lehnte es Shimazu strickt ab erbeutetes Schwarzpulver einzusetzen da er es für Hexerei hielt. Der Begriff Ronin erhielt eine etwas andere Bedeutung als in UZL, er steht auch für Freiheitskämpfer. In der mongolischen/chinesischen Geschichtsschreibung finden sich auch Einträge über Shimazu, jedoch ist er dort als Raubmörder und verurteilter Verbrecher zu finden. Von Seiten der mongolenfreundlichen Shogune gab es bereits früh Versuche, Shimazus Ruf für die Nachwelt zu zerstören. Trotzdem die Regierung immer wieder Schriften, die Shimazu zum Inhalt hatten, vernichtete blieb er den Japanern bis in das 21. Jahrhundert als Freiheitskämpfer in Erinnerung. Mit dem Ende der Ronin-Revolten und der Großen Armee war die Zeit der Samurai zwar noch nicht beendet aber sie neigte sich dem Ende zu. Mitte des 14. Jahrhunderts im Tottori Shogunat gab es nur wenige Samurai, diese dienten nur noch als Generäle. Samurai Armeen gab es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.
Marco Polo at the Kublai Khan

Marco Polo bei Kublai Khan, 1289 bereiste der Venetianer auch das Land Cipangu (Japan)

Auch der Weltreisende Marco Polo erfuhr von den Ronin, die so als Legende sogar in Europa Bekanntheit erlangten.

1289 - Marco Polo in Japan:

1275 erreichte der Kaufmann Marco Polo und seine Reisegruppe aus Venedig, das im Westen als Cathay bekannte China. Dort wurde der Europäer von Kublai Khan empfangen der dem Weltreisenden einiges abgewinnen konnte. Die Polos waren eine Familie die bereits eine Dekade früher Asien bereist hatte und mit den regionalen Fürsten wohl vertraut. Was denn Europäern aber sofort zu Ohren kam, war die Geschichte rund um den Mongolensturm der im Vorjahr das geheimnisvolle Land Cipangu (Japan) erobert hatte. 
Wokou

Nach der Invasion häuften sich auch Piratenüberfälle in Ostasien China, Korea und Japan wurden Ziele der Wakou Piraten

Eine der interessanten Anekdoten erzählt, wie Polo im Auftrag des Großkhan den Ozean überquerte um den letzten Wiederstand der Japaner zu brechen. Marco Polos Aufzeichnungen zufolge musste er als Präfekt des Großkhan nach Japan gehen damit er die Erlaubnis zu Heimreise nach Italien erlangen würde. Dies geschah 1289 also 2 Jahre bevor Marco Polo die tatsächliche Heimreise antrat. Die chinesischen Aufzeichnungen sprechen zwar von einer Strafexpedition gegen Seeräuber aus Okinawa, nicht jedoch über den Venezianer. Offiziell war Japan bereits befriedet und die Ronin-Revolte lag Jahre zurück. Doch in Polos Reisebericht nach Cipangu ist etwas von „entehrten Rittern“ zu lesen die von kleineren japanischen Inseln  aus Plünderungen durchführten. Einige der japanischen Wakou-Piraten hatten auf der Seite des Ronin-Befehlshabers Shimazu
Ryukyu Kingdoms of Sanzan era

Die Königreiche Okinawas wurden 1299 erobert, sie unterstützen die Wakou-Piraten

gegen das Shogunat gekämpft und sich danach ein kleines Piratenimperium aufgebaut.  Die drei noch unabhängigen Königreiche auf Okinawa (Hokuzan, Chūzan und Nanzan) unterstützten immer wieder Überfälle auf chinesische und koreanische Küstendörfer. Die Bewohner Okinawas sahen sich zwar nicht als Japaner aber fürchteten ebenso eine Mongoleninvasion. In den 1280er Jahren hatte es in Korea und China immer wieder Aufstände gegeben. Diese begünstigte die Walou-Piraterie ungemein.  Marco Polo betrat zwar niemals die Insel Okinawa jedoch ging er auf Kyūshū an Land. Von dort aus beobachtete der Italiener das Leben der Japaner. Es wird heute angenommen das Polo etwa 4 Wochen in Japan verbrachte und danach an Bord eines japanischen Kriegsschiffes ging. Polo hatte auf dem Schiff nur die Aufgabe, die „glorreiche Bekämpfung und Vernichtung“ der Piraten zu beobachten und aufzuzeichnen. Kublai Khan wollte damit die Geschichte über die Niederwerfung Japans bis nach Europa transportieren. 1299 erfolgte dann eine Invasion Okinawas durch Japan und die Mongolen. Und tatsächlich hatte Marco Polo so einiges über die Piratenjagd und das „östlichste Land der Erde“ zu berichten. In Europa verbreitete sich die Kunde vom Herrscher, der den Sturm nutzte, die Welt bis hin an ihren Rand zu erobern wie ein Lauffeuer. Historiker nehmen an, dass nur ein kleiner Teil seiner seltsamen Geschichten auch wirklich geschehen ist. Da Marco Polo seine Abenteuer stark ausschmückte, wurden die Geschichten rund um das Land Cipangu in der Heimat schon früh als Räuberpistolen angesehen. Es ist nicht verwunderlich, dass Polo als Lügenbaron des Mittelalters gilt, denn seine Reiseberichte strotzen nur so von Übertreibungen, Fabelwesen und Wundern, so schrieb er auch über eine Hundeköpfige Menschenrasse in Asien. Darum galt Japan für Europäer auch bis in das 16. Jahrhundert als Märchenland.

14. Jahrhundert:

1301/1367 - Das Großreich der Yuan-Dynastie:

Anfang des neuen Jahrhunderts war das Mongolenreich weit ausgedehnt und gefürchtet. Allerdings war dieses Reich nicht zentralisiert und schon gar kein Nationalstaat im modernen Sinne. Das Kaiserreich China kam da einer Nation schon näher. Peking war Hauptstadt der 1279 von Kublai Khan begründeten Yuan "Ur-Anfang" Dynastie, Karakorum diente als Sommersitz der Kaiser. Seit dem Tode Kublai Khans 1294 gingen die anderen Mongolenherrscher  politisch ihre eigenen Wege. Darum war das Mongolenreich in eigentlich vier Reiche aufgeteilt;
Mongolen1294Mongolenst

Das Mongolenreich, bestehend aus 4 Teilreichen: Violet Yuan-Reich, Gelb Goldene Horde, Dunkelgrün Tschagatai-Khanat und Grün Persien

China, Persien (Ilchanat), Goldene Horde und das Tschagatai-Khanat. Die Regierung dieser Herrschaftsgebiete lag zwar grob gesehen immer noch in den Händen der Nachfahren Dschingis Khans, doch familiäre Verwandtschaft bedeutete nicht unbedingt auch Einträchtigkeit. Deswegen waren Kämpfe, Morde und Aufstände gegen die eigene Sippe alltäglich. Da sich im Mongolenreich oft auch Brüder gegenseitig bekämpften und die regionalen Fürsten ebenso ihre eigenen Interessen verfolgten, war das zentrale Regieren dieser mittelalterlichen Supermacht praktisch unmöglich. Der Sieg in Japan auch einfach nur Mongolensturm bezeichnet war für Kublai Khan ein großartiger Propagandaerfolg. Im Endeffekt änderte er aber nur wenig an der inneren Zerrüttung des Mongolenreiches. Was sich aber änderte war das mit der Unterstützung des Shoguns die Piraterie im chinesischen Meer stark eingedämmt werden konnte. Da die Japaner nun China nicht mehr als Bedrohung ansahen und es zu verbessertem Handel zwischen dem neuen Mutterland und den Inseln kam, boomte die Wirtschaft. Wie schon 1299 bei der Eroberung Okinawas, fand die Große Armee Japans auch im 14. Jahrhundert ihren Einsatz auf Seiten der Yuan-Herrscher. Die ersten Jahre des Jahrhunderts bis 1307 standen im Zeichen einer weniger militaristischen Politik von Kaiser Chengzong (Mongolisch; Timur Khan) Die Förderung von Handelsrouten durch die Yuan Kaiser führte im 14. Jahrhundert dazu, dass sich China immer mehr öffnete. Die später als Mongolischer Frieden „Pax Mongolica“ bezeichnete innere Stabilität sorgte so für intensiven Kultur und Warenaustausch. Nicht alle Mongolenherrscher waren gute Politiker. Viele verflochten sich in Intrigen und stürzten. Andere liesen sich zu sehr vom Prunk des Kaiserhofes ablenken. Die Seidenstraße trug nun auch das Schießpulver westwärts nach Europa. Daher kam es um 1315 auch in den europäischen Königreichen zu militärischen Veränderungen. Das Handrohr, eine frühe Feuerwaffe fand seinen Weg in europäischen Arsenale. Die weitere Verbreitung von Schwarzpulver entzauberte auch den gottgleichen Ruf des Großkhans, da nun auch dieses Geheimnis gelüftet war. Seit Ende der Herrschaft Timur Khans bestand die Zusammenarbeit zwischen den Mongolenherrschern lediglich aus Tributzahlungen an Peking. 1351 kam es zu einer Überschwemmung des
China75-emperor

Kaiser Huizong verlor fast den chinesischen Trohn durch die Roten Turbane † 1377

Gelben Flusses (Huang He) das darauf folgende Chaos begünstigte Aufstände der chinesischen Mehrheit und politischer Gegner des Kaisers. Durch Aufständische, wie die Roten Turbane, kam es zu Eskalation und Bürgerkrieg. Die Roten Turbane waren eine buddhistische Sekte. Es gab einige solche Sekten im Reich. Die seit etwa 20 Jahren in Erscheinung getretene Sekte, baute eigene Infrastrukturen und Zentren auf, welche Fanatiker produzierten. Führer dieser rebellischen Sekte war der Bauernsohn Zhu Yuanzhang. Die durch Hungersnöte und Epidemien geschwächte Regierung Chinas war Ende der 1360er auch mit einem schwachen Kaiser geschlagen. Huizong (mongolisch Toghan Timur) musste seine Macht nach Eroberungsfeldzügen der Sektierer 1356 mit Zhu Yuanzhang teilen. Yuanzhang hatte aber größere Ambitionen und wollte bald den Kaiser selbst stürzen.

1368/1370 - Ende des chinesischen Bürgerkriegs:

„Der Kaiser in seinem Großmut ließ seinen Gefolgsmann gehen! Ohne Bitte und Klage aber ohne Schwäche war der Kaiser! Er blickte dem Tod in die Augen und fürchtete Nichts! Der Kaiser in seinem Großmut ließ seinen Gefolgsmann gehen! Ohne Hoffnung und Zuversicht aber ohne Schwäche war der Kaiser! Er vernahm die Zehntausend als die Erde bebte. Der Kaiser in seinem Großmut ließ seinen Gefolgsmann gehen!“

Chinesisches Gedicht über die Rettung des Kaisers

Der Aufstand und das Chaos in China dauerte nun schon seit 16 Jahren an als die Roten Turbane zum Marsch auf Peking hetzten. Yuanzhang hatte alles Menschenmögliche getan die Person des Kaisers abzuwerten und von seinem Podest zu holen. Was der Sektenführer besonders gut konnte war Zwietracht zu säen wodurch er sich auch die Führung in seiner Sekte erschlichen hatte. Hinzu kam aber leider die Tatsache das Kaiser Huizong kein wirklich guter Führer oder Vorbild war. Anfang des Jahres 1368 verlautbarten die Roten Turbane einen Text der dem Kaiser sein „Mandat des Himmels“ entzog“ Bisher hatte Yuanzhang es nicht gewagt solch ein Dekret zu verfassen, denn es bedeutete das der Kaiser durch die göttliche Macht selbst seines Amtes enthoben war. Der Kaiser fühlte sich in Peking trotz seiner Leibgarden unwohl, einer der Gründe weshalb er sogar Japaner als Wachen einstellte. Seit Mitte des Jahrhunderts hatten sich die japanischen Adeligen als treue Gefolgsleute bewiesen. Einige wenige von ihnen stellten die japanische Garde, eine Leibwache die mit den alten Künsten der Samurai vertraut waren. Diese kleine Gruppe Japaner sollte aber bald auch als Krieger gegen die Roten Turbane eingesetzt werden. Es ist nicht genau belegt wieviele Japaner in dieser Garde dienten allerdings kam es im März zu einem schweren Gefecht mit Aufständischen. Lediglich ein Japaner überlebte und kehrte nach Peking zurück. Daraufhin soll der Kaiser seinen treuen Gefolgsmann gelobt haben und sagte; „Du hast dem Himmel gut gedient, geh und kehre heim und verkünde dass der Kaiser tod ist! getötet durch eigene Hand!“
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Der Gefolgsmann, in der Legende war er dem Kaiser treu und starb bei der Schlacht um Peking † 1368

Obwohl der Japaner seinem Kaiser nun ebenfalls Seppuku anbot lehnte dieser strikt ab. Der Japaner erhielt daraufhin freies Geleit er segelte davon. Was der Kaiser nicht ahnte war das dieser Krieger der Ziehsohn des Japanischen Shogun Tottori Tegusa war. Nach der Abreise des Japaners spitzten sich die Kämpfe zu wenige Wochen später griffen die Roten Turbane bereits die Mauern Pekings an. Doch als die Not am erdrückendsten war hörte der Kaiser das Stampfen von 10.000 Männern, es waren die Japaner und ihre Große Armee die dem Tennō zu Hilfe gekommen waren. Diese Geschichte rund um einen japanischen Krieger ist natürlich nur eine Legende, wahr ist das der Kaiser nach dem japanischen Heer gerufen hatte. Trotzdem hält sich diese Legende hartnäckig als Wahrheit und soll die absolute Loyalität Japans und die Selbstaufopferungsbereitschaft
Huizongs bekunden.
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In späteren Jahrhunderten versuchten Gegner des Kaiserhauses die Exekutionen der Redelsführer weiter zu verteufeln, Sekten die den Roten Turbanen ähnelten und sich Lotuse nannten verteilten im 16. Jahrhundert solche Bilder gegen die Kaisermetzger

Insgesamt hatten die Japaner 25.000 Soldaten mobilisiert, 10.000 davon unterstützten die Kaiserliche Armee bei der Verteidigung Pekings. Die Niederschlagung des Pekingaufmarsches der Roten Turbane dauerte drei Tage und fand am 22. April 1368 ihr Ende. Bei der Schlacht wurde auch Zhu Yuanzhang erschlagen. Der Gefolgsmann soll während der letzten Stunden des Kampfes von einem Dutzend Turbane in die Enge getrieben worden sein, er starb ebenfalls im Kampf. Daraufhin kam es zu Massenhinrichtungen. Nachdem die Roten Turbane ihren Kopf verloren hatte verzettelten sich ihre Generäle Chen Youliang, Xú Dá und Chang-yu-chun in Streitereien. Schon immer war Intrigantentum bei den Roten Turbanen gang und gebe, alle Drei Führer hatten den Plan sich selbst zum Kaiser zu machen. Durch die Hilfe aus Japan konnte der Kaiser seine Armeen wieder um sich scharen und marschierte in den von Turbanen beherrschten Süden Chinas. Die Armee erreichte daraufhin Zhejiang und Jiangsu wo die Turbane Hochburgen aufgebaut hatten. Beide Städte verschonte er und forderte von den dortigen Rädelsführern den Kopf ihrer Drei obersten Anführer. Sie verrieten daraufhin denn Namen der Hochburg in der sich General  Chen Youliang befand. Bis Mai konnte der Sektengeneral ganz im Süden des Landes gestellt werden. Der Rest des kaiserlichen Feldzugs gegen die Sektenhochburgen verlief weniger friedlich. Der Kaiser und Shogun Tottori richteten ein Blutbad auf der Insel Hainan an. Hainan war der letzte Zufluchtsort General Xú Dás der gerade dabei war China in Richtung Vietnam zu verlassen. Vietnam galt nicht gerade als chinafreundlich, wäre es Xú Dá gelungen das dortige Reich in den Konflikt einzubinden hätte er einen starken Verbündeten gehabt. Es dauerte jedoch noch bis 1370 bis der innere Frieden Chinas wiederhergestellt werden konnte. Als auch Chang-yu-chun aufgespürt war rief der Kaiser die begnadigten Rädelsführer von Zhejiang und Jiangsu zu sich und servierte ihnen die Körperteile ihres ehemaligen Generals auf silbernen Tellern. Als die vermeintlich Begnadigten aufschrien traten mehre japanische Krieger vor sie und brachten sie ins Verlies. Der Kaiser befahl auch sie bei lebendigem Leibe zu zerlegen und an den Stadtmauern Pekings ausstellen. Der Kaiser ließ auch verkünden das Jeder Mensch der Verrat begeht egal ob Freund oder Feind ein Verräter am Himmel sei. Ob Kaiser Huizong diese Exekutionen selbst angeordnet hatte oder es eine Idee Shogun Tottori Tegusas war ist nicht geklärt. Fest steht aber das der Kaiser in seiner gesamten Regierungszeit eher ein Werkzeug seiner Berater war.

1350/1400 - Das neue Japan:

Japan Mitte des 14. Jahrhunderts; Seit dem Mongolensturm ist Japan anders und moderner geworden. Mit den Jahrzehnten hat sich in den Köpfen der Japaner ein neues Prinzip gefestigt. Das Prinzip heist: „Ein Kaiser, Zwei Reiche!“ Die japanischen Intellektuellen haben angefangen sich mit Philosophien und der Kultur anderer Völker zu beschäftigen. Die Leitkultur ist hierbei China, der Konfuzianismus spielt ab der Regentschaft  Tottori Tegusas 1371 eine wichtige Rolle. Bis 1347 bestand das „Mongolen Shogunat“ diese Bezeichnung hatte es da die Oberbefehlshaber Japans sich stark an Berater aus dem Mongolenreich orientierten.
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Burg Tottori Sitz des Shogun und von 1353 bis 1517 Hauptwohhnort des gleichnamigen Adelshauses in der Küstenstadt Tottori, Bild 2018

Seinen Sitz hatte dieses Shogunat in der alten Kaiserstadt Kyoto. Das Mongolen Shogunat hatte Japans Militär und Lehenswesen radikal verändert und in die japanische Moderne geführt. Dieses Shogunat sorgte auch dafür das die „Buke“ (Samurai) an Bedeutung verloren. Der alte zivile Adel „Kuge“ gewann wieder die Oberhand. Kuge mussten nicht zwangsläufig Samurai oder Krieger sein, es entstanden auch fast bürgerlich anmutende Handelshäuser. Die Verwaltung Japans lag nunmehr in den Händen von kaiserlichen Beamten des Zentralstaates die langsam die Oberhand über den Feudaladel erlangten. Reiche Kage schickten ihre Söhne oft nach China um sie dort ausbilden zu lassen und um Geschäftsbeziehungen zu knüpfen.
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Waffen der Großen Armee, Speer, Schwertlanze und verschiedene mehrläufige Feuerwaffen gehörten um 1390 fest in das Waffenarsenal Japans

Da sich Japan dem Handel mit Asien immer weiter öffnete wuchs auch die Bedeutung von Küstenorten. Innerhalb des neuen Japan war es den jungen Männern wichtig sich als Verteidiger des Vaterlandes zu profilieren. Historiker sprechen hierbei vom „Japanischen Trauma“ da die Japaner ihr Land 1274 nicht verteidigen konnten litten sie an einem zwanghaften Verhalten welches dazu führte dass Japan eine stark militaristische Bevölkerung hervorbrachte. Anfangs waren einfache Bauern als Speer und Schwertlanzenträger eingezogen worden. Doch mit dem Mangel an Adeligen konnten auch Bauern mittlere Ränge in der Großen Armee erreichen. Viele einst unfreie Bauern kehrten als freie Männer heim. Der Militärdienst brachte den Bauern Privilegien, einige übernahmen ihre Höfe in Pacht, so ging das Feudalwesen bis 1320 immer mehr zurück.
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Japanische Kriegsschiffe bekämpfen die Vietnamesen im Japano-Viet Krieg 1375

1350 war eine Großzahl japanischer Bauern zu Wehrbauern mit eigenem Land und dem Recht einen Speer oder eine traditionelle Schwertlanze zu tragen geworden. Obwohl das Tragen eines Samuraischwerts immer noch Prestigeträchtiger war genossen die „Schwertlanzenmänner“ großen Respekt, stolz trugen sie daher ihre Waffen immer mitsich. Auch gab es bereits Feuerwaffen diese wurden anfangs aus China importiert. Die Japaner bewiesen sich als sehr erfinderisch entwarfen neue Feuerwaffen für ihre Fußtruppen mit meist abenteuerlich wirkenden Mehrfachschußrohren. Allerdings hatten Rohrschützen in der militaristischen Gesellschaft Japans einen niedrigen Rang. Rohrschützen standen noch unter den Speerträgern, danach kamen die Schwertlanzenmänner und Kuge. Im Adel war das Tragen von Feuerwaffen weitgehend als Feigheit verpönt. Zwar nahmen japanische Heere in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts an chinesischen Militäraktionen teil, hatten aber nur den Charakter von Hilfstruppen. Dies änderte sich mit dem Auftauchen eines neuen Shogunats. Nach dem Chinesischen Bürgerkrieg erklärte Japan 1375 dem vietnamesischen Kaiserreich den Krieg, dieser wurde weitgehend zu See geführt. Kriegsgrund waren offiziell die Piraten aus vietnamesischen Häfen. Tottori Tegusa ein Mann der Geheimnise mit einer ungeklärten Vergangenheit diente sich vom einfachen Schwertlanzenmann zum höchsten Militärführer und später sogar Regenten hoch. Sein Heimatort war die kleine Küstenstadt Tottori im Süden der Insel Honshū. Als bürgerlicher (wahrscheinlich ein Fischer) ging er 1333 zu Armee, es sind Aufzeichnungen bekannt das der „Helfer“ sich in der Kunst des Kampfes mit der Schwertlanze verdient gemacht hatte und bald ein Kommando bekam. Tottoris Gegner verbreiteten das Gerücht er habe sich durch Mord und Erpressung hochgearbeitet bis er wegen seiner Leistung in den Adelsstand erhoben wurde. Tegusa gründete 1344 das Adelshaus Tottori welches er nach seinem Heimatort benannte.
Nach Streitigkeiten um das Amt des Shogun 1347 übernahm der nun bereits hochdekorierte Tottori. Er nutze die Zeit des Chinesischen Bürgerkriegs und die damit verbundene Ratlosigkeit des japanischen Regenten gezielt für seine Zwecke. Er verstärkte die Polizeipräsenz und verbesserte die Ausbildung der Armee. Der stellvertretend für den Kaiser in Kyoto amtierende Regend musste bald erkennen das er gegenüber dem Shogun machtlos war. Tottori ließ sich kaum etwas von den Gesandtschaften aus China dreinreden sah aber Handlungsbedarf um die Roten Turbane endlich auszuschalten.
TottoriShogun

Das Symbol des Tottori Klans (1344-1517)

In den Jahren 1351 bis 1371 nutze der Shogun den schwachen Kaiser in Peking um die Interessen Japans durchzudrücken. Er galt zwar als Kaisertreu hatte sein Augenmerk jedoch auf das eigene Volk und seinen Vorteil gerichtet. Als der Bürgerkrieg endete erhielt Tottori zum Dank für seine Hilfeleistung die Regentschaft über Japan die er bis zu seinem Tode 1381 aktiv ausübte. Das Haus Tottori regierte Japan die nächsten 136 Jahre. Was Japan in der Tottori Ära besonders auszeichnete ist Pflichtbewusstsein aber auch eine gewaltige Bürokratie. Der Beamtenstaat des Neuen Japan bis in das 16. Jahrhundert hatte aber ein Gutes, es wurde fast jedem Bürger möglich aufzusteigen. Aufstieg musste man sich verdienen das war die Lektion die von Tottori Tegusas Regentschaft  weitergegeben wurde.
Damit hatte er postum einen äußerst effizienten Staat geschaffen.

15. Jahrhundert:

1401/1483 – Die Südexpansion Yuan-Chinas:

Um 1400 war China weitgehend zu Ruhe gekommen, die mongolische Yuan Dynastie regierte nachwievor China. Chinas Kaiser sah sich als Weltherrscher und war nun der Meinung das auch andere entfernte Länder von seinem Ruhm erfahren und ihm Tribut zollen sollten. Dies führte zu einer Periode der chinesischen Geschichte die als Südexpansion bezeichnet wird. Dieses Zeitalter zeichnete sich in China vor allem durch eine Verbesserung der Schifffahrttechnologie und Ausweitung der Sehandelsrouten aus.
Zheng-he

Zheng He Großadmiral der "Allmächtigen Flotte" Er bekam durch die Yuen-Dynastie den heiligen Auftrag Tribute einzuholen † 1434

Die Südexpansion brachte einige bedeutende Seefahrer hervor die im Auftrag des Kaisers Tribute von weit entfernten Königreichen einforderten. Bekannte Galionsfigur dieser Zeitperiode ist der Eunuch Zhèng Hé. Ihm wurde 1403 die sogenannte „Allmächtige Flotte“ anvertraut. Mit ihr segelte er die vietnamesische Küste hinab nach Indien und sogar an die arabische Halbinsel. Seine stark diplomatisch orientierte Mission neue Länder zu entdecken und bei alten Freunden Geld einzutreiben sollte China und die Mongolen wieder als das dastehen lassen was sie waren; Weltherscher.  Zhèng Hé bereiste auch das Reich Dai Viet (Vietnam)

welches sich bereits seit Jahrzehnten als Ursprung einer Piratenplage erwies. Etwa um 1420 gab es auf dem Gebiet des heutigen Vietnam das Reich Dai Viet und das Champa Königreich. Schon zu Zeiten der Allmächtigen Flotte wurden immer wieder Strafexpeditionen nach Südostasien gestartet. 1426 erfolgte die Unterwerfung Champas durch Zhèng Hé. Dieses Volk hatte immer wieder Überfälle auf die Länder des Kaisers verübt, so gab es 1425 einen Überfall auf Okinawa. Die Chinesen plünderten das Gebiet und sorgten dafür dass die neuen Machthaber ihnen die Treue schworen. Der Sklavenhandel wurde verboten was den Vietnamesen einiges an Scherereien einbrachte. Tributpflichtige Länder fügten sich, nicht jedoch Vietnam. Chinas Gesetz hatte eigentlich nur das Ziel die Sklavenjäger und Händlerkonkurenz aus dem Ausland auszuschalten und den Markt zu monopolisieren. Für die Umsetzung des Antisklavereigesetzes hatte die Allmächtige Flotte Schiffe mit mehreren Geschützbatterien. Der Konflikt um den ostasiatischen Sklavenhandel entlud sich immer wieder in Seeschlachten wobei die Größe der Bordgeschütze immer anstieg. Die Allmächtige Flotte hatte immer öfter lediglich die Aufgabe Krieg zu führen und verlor dadurch ihren diplomatischen Auftrag vollständig.  Chinas andauernde Einmischung in die Angelegenheiten der Länder Indochinas führte 1447 zu einem Bündnis der Vietnamesen mit dem Khmer-Reich gegen den Vasallenstaat Champa. In Peking war zu dieser Zeit der militärisch sehr talentierte Kaiser  Zhunxi (mongolisch Mesut Khan) an die Macht gekommen. Der Kaiser pochte nun auf die alten Rechte Chinas auf das Gebiet Vietnams. Vietnam hatte sich im 10. Jahrhundert von China losgelöst, es gab bereits unter Kublai Khan den Versuch Vietnam wieder anzugliedern. Der Kaiser schmiedete in den nächsten Jahren einen Plan gegen Dai Viet und die Khmer wobei er den Herrschern Champas Einfluss versprach. Der Große Südkrieg begann im Mai 1451 mit einer großangelegten Invasion der Chinesen/Mongolen in Dai Viet. Ziel war es nun die kaiserliche Lê-Dynastie gefangen zu setzen und das Land endgültig einzugliedern. Trotz Verbündeter aus Champa, Lan Chang und Japan konnte Chinas Invasion lange abgewehrt werden. Die Südostasiaten setzten vor allem ihre Kenntnisse der Region für Hinterhalte im Urwald ein. Die bisher starke vietnamesische Marine kam kaum zum Einsatz weil sie schon zu Beginn des Krieges im Hafen vernichtet wurde. Der Südkrieg erwies sich für China als äußerst Verlustreich da sowohl Khmer wie auch Vietnamesen sich Söldner aus den Nachbarländern hereinholten. Der Krieg legte teilweise den Südostasienhandel lahm da die Allmächtige Flotte systematisch die Verbündeten Städte ihrer Feinde in Schutt und Asche legte. 1455 endete der Krieg zwar aber der Ruf Chinas hatte schweren Schaden genommen. Vor allem war Zhèng Hés Erbe arg in Mitleidenschaft gezogen worden der bis zu seinem Tode 1434 für einen eher diplomatischen Einsatz der Allmächtigen Flotte einstand. Damit endete auch die Südexpansion, Entdeckungsfahrten wurden kaum noch durchgeführt. Anfang der 1480er Jahre entsandte China jedoch erneut eine Allmächtige Flotte zum Aufbau von Beziehungen mit anderen Ländern. Diese Allmächtige Flotte war jedoch mit der Ersten in Größe und Bewaffnung nicht zu vergleichen. Großadmiral Ganbaatar soll auf seinen Entdeckungsreisen bis nach Australien vorgedrungen sein. In seinem Tagebuch beschrieb der gebürtige Koreaner die dortigen Menschen als nackte Affen, weshalb er dem Land den Namen Affeninsel gab. Diese rassistische Bezeichnung wurde lange beibehalten. China sah in der Affeninsel und seinen Bewohnern keinen Wert weshalb es auch zu keinen weiteren Kontakten mit den Aborigines kam. Ganbaatars Entdeckungsreise nach Australien wurde lange Zeit als Lügengeschichte abgetan, doch fanden sich im 19. Jahrhundert chinesische Schriftzeichen an der Nordküste Australiens.

1420/1500 - Bruch zwischen Ost und Westmongolen:

Der Bruch im Mongolenreich zwischen Ost und Westmongolen war ein Prozess der 1420 bereits 90 Jahre angedauert hatte. Die Vier Teile des Mongolenreiches hatten sich immer stärker auseinander gelebt bis es zu Beginn des 15. Jahrhunderts zum entgültigen Bruch kam. Nebengründe hierfür war das Erstarken der baltischen und russischen Fürstentümer, Verluste gegen den Deutschordensstaat und interne Machtkämpfe. Auch spielte die Religion eine große Rolle so hatte sich die Goldene Horde zum Islam bekannt. Zwischen den westlichsten Mongolenstaaten (Horde, Ilchanat) und China gab es große Unterschiede. Die Westmongolen warfen den Yuan Mongolen vor sich von ihrem wahren mongolischen Leben abgewannt zu haben und erkannten den Großkhan in Peking bald nichtmehr als Führer an. In China lebten die dortigen Mongolen oft in Städten und hatten teilweise die chinesische Kultur angenommen. Das Leben in der Steppe wurde meist nur in der entlegenen Mongolei praktiziert, der Großkhan galt als elitärer Chinese. Auch der Reichtum Chinas sorgte im Westen für Neider. Es gab daher immer wieder Raubüberfälle auf chinesische Ländereien durch das Taschgadai-Khanat. 1420 wurde daher mit dem Bau einer Wehranlage zum Schutz der chinesischen Westgrenze begonnen. Der Grundgedanke dieser Wehranlagen war bereits aus dem vormongolischen China bekannt. Schon im 7. Jahrhundert v. Chr gab es Bestrebungen des antiken Königreiches Chu die eigene Grenze mit Mauerwerk zu sichern. Bisherige Mauerprojekte sollten Mongolen aus der Mongolei abhalten, das neue Projekt sah jedoch den Bau einer Mauer vor die von Norden nach Süden verlief.
Jurte Geschichte Zeltwelt.ch

Die Yuan Mongolen des Ostens hatten sich um 1420 stark an die moderne Kultur Chinas angepasst. Bild zeigt traditionel lebende Mongolen des Mittelalters

Yuan China befand sich gerade mitten in der Südexpansion und suchte Wege den Landweg nach Westen durch Seerouten zu umschiffen. Die Maueranlagen sollten aus einzelnen Türmen bestehen die mittels der „Großen Straße“ miteinander verbunden waren. Bei Banditenangriffen wurden Feuer entzündet oder berittene Boten ausgesandt. Im Laufe mehrerer Jahrzehnte entstand so ein über Kilometer verlaufendes Wehrturmnetz. 1477 begann eine weitere Bauphase, die bisher freistehenden Wachtürme wurden mit einer hochgelegten Wehrstraße verbunden die wesentlich mehr Schutz als die bisherige Große Straße bieten sollte. Diese Trasse erhielt von späteren Generationen den Namen Große Mongolische Wehrsraße.
YuanChina1500

Verlauf der Großen Wehrstraße Grün 1500 n. Chr

China unterstützte die russischen Fürsten im Kampf gegen die Goldene Horde und vereinbarte gegen Ende des Jahrhunderts großzügige Handelsprivilegien mit dem erstarkenden Großfürstentum Moskau. Der Keil zwischen den mongolischen Stämmen konnte um 1500 nicht größer sein als Großfürst Ivan III. von Moskau der Goldenen Horde den Todesstoß versetzte. Einzelne Mongolenfürsten waren zwar auch nach dem 15. Jahrhundert plündernd aktiv doch der Aufstieg Russlands blieb unaufhaltsam. Der als Mongolenreich bekannte Zusammenschluss war bald endgültig Vergangenheit. Dank der Straßenverbindung an der Westgrenze konnte die kaiserliche Armee sehr schnell auf feindliche Überfälle reagieren und Reiter schicken. Die Grenzposten waren nie wirklich stark besetzt, das Geheimnis der Mongolen lag in Ihrer befestigten Straße. Die Wehrstraße wurde bis in das 17. Jahrhundert immer weiter ausgebaut.
Siege constantinople

1453 der Fall von Konstantinopel veränderte den Welthandel, die Seidenstraße wurde durch die Türken blockiert

1453/1498 - Probleme europäischer Handelsbeziehungen:

Der Einfluss des Mongolischen Reiches und der damit verbundenen Teilreiche war überall auf der damals bekannten Welt zu spüren. In der heutigen Türkei im Landstrich Anatolien waren die mongolischen Ilchane präsent. Eine Mischung verschiedener Völker und Aufstände hatte 1299 zu Gründung des Osmanischen Reiches geführt. Das Turkvolk der Osmanen hatte gewisse Einflüsse der Mongolen übernommen, gehörte daher indirekt zu den Erben des Großkhan. Ein Beispiel für einen solchen Einfluss ist das sich der Sultan auch mit Hakan (mongolisch Khan) betitelte. Mitte des 15. Jahrhunderts war das seit mehr als 1000 Jahren bestehende Byzantinische Reich am Ende. Dieser Niedergang kam nicht von heute auf morgen, große Schuld trugen hierbei die christlichen Kreuzfahrer die es schon 1204 ausplünderten. Das eigentlich als Bollwerk gegen die Türken angesehene Byzanz hatte in den letzten 250 Jahren stark an Macht verloren. 1453 kam dann das unausweichliche Ende; Der Fall des "Goldenen Apfels" Konstantinopel. Die Christenheit glaubte nun die Apokalypse und die Ankunft des Antichrist stände kurz bevor. Doch es kam ganz anders. Der Fall Konstantinopels läutete für Europa ein neues spanendes Zeitalter ein, das Zeitalter der Seefahrer und Entdecker. Die Türken blockierten den Weg nach Osten und legten damit die alten Handelsrouten der Seidenstraße lahm. Den europäischen Händlern blieb nur die Chance den Weg per Schiff nach Indien und China herauszufinden. Auch war durch den Mongolischen Bruch der sichere Reiseverkehr durch mongolische Fürstentümer erschwert. Dies war das Ende des „Pax Mongolica“ Im Gegensatz zu den Europäern beendeten die Yuan Mongolen zu selben Zeit ihre Südexpansion und liesen ihre Seefahrt auf Sparflamme laufen. Es kann als Ironie der Geschichte gesehen werden das Ende des 15. Jahrhundert die Europäer mit ihrem Endeckerzeitalter durchstarteten, aber die Chinesen es auf Eis legten.
KarteSeidenstraße

Die Seidenstraße das Tor in den Osten, ab 1453 war es den Christen kaum noch möglich Indien und China zu erreichen, es musten Alternativen her.

Für China war der Handel über die Seidenstraße immer noch möglich. Die Türken und Araber hatten keine wirklichen Vorurteile gegen fernöstliche Händler. Ganz im Gegenteil, zwischen dem Osmanischen Reich und China blühte der Handel. Die Probleme der Europäer scherten Peking wenig, die alten Handelspartner Venedig oder die Deutsche Hanse verloren an Bedeutung. Andere neue Seemächte wie Portugal und Spanien sprossen aus dem Boden. Diese beiden Länder hatten den Vorteil sich arabischer Schiffstechnologie bedienen zu können. Mit den neuen iberischen Schiffstypen waren bald Reisen bis an die Südspitze Afrikas möglich. Seefahrer wie Barolomeu Dias versuchten diese Umsegelung scheiterten jedoch. Mit der Entdeckung der Neuen Welt Amerika 1492 glaubten die Spanier Indien wiederendeckt zu haben. Was sie aber dort fanden stellte sich anfangs als seltsame Inselwelt heraus welche nur wenig Profit einbrachte. Darum wurde auch nach Christoph Columbus Endeckung der Seeweg nach Indien gesucht. 1498 gelang es den Portugiesen eine Seeroute nach Indien zu finden, das Problem der Europäer war gelöst, der Handel mit dem Fernen Osten konnte nun wieder anlaufen. Mit der neuen Seehandelsroute sahen sich die Länder China und Japan mit neuen Problemen und Chancen konfrontiert, der Invasion der Südbarbaren.

16. Jahrhundert:

1510/1554 - Ankunft der Südbarbaren in den Yuan-Reichen:

Anfang des 16. Jahrhunderts hatten die Portugiesen schon Niederlassungen an der indischen Küste. Die Europäer gingen bei der Erkundung meist wenig Rücksichtsvoll mit den einheimischen Fürstentümern um und verstrickten sich so in Geplänkel. Auch Kaiser Yuan Shi Huang Di (Bedeutung: Erster erhabener Gottkaiser der Uralten Zeiten, mongolisch: Bai-Turtur Khan) von China kamen diese Gerüchte um portugiesische Seefahrer zu Ohren die einfach auf dem indischen Subkontinent ihre Forts bauten. Er war mit dem was er hörte nicht zufrieden und wollte im Falle eines Kontaktes mit diesen „Südbarbaren“ entschiedene Schritte setzen sollte so etwas in seiner Einflusphäre geschehen.
António de Abreu - Padrão dos Descobrimentos

Der portugiesische Endecker António de Abreu ereichte 1511 den Westpazifik und drang damit in die Gewässer der Yuan ein, Denkmal in Lisabon Portugal

Die Chinesen bezeichneten alle „unzivilisierten“ Völker aus dem Süden als Südbarbaren. Der Begriff wurde später auch in Japan verwendet. Zu ersten Berichten über Südbarbarenschiffe kam es um 1511 als der portugiesische Seefahrer António de Abreu den Westpazifik befuhr und kurze Zeit später Timor entdeckte. Die Portugiesen wussten bei ihrer Erkundung aber nicht dass die Inselwelt des Westpazifik der Vorgarten der Yuan Reiche war. Zwar war die Allmächtige
NanbanCarrack

Eine Karracke der Südbarbaren, Ihre Schiffe waren anfangs eine Plage, Bild Japan 16. Jhd

Flotte 1483 in den Ruhestand versetzt worden, doch gab es immer noch starken Schiffsverkehr  der Chinesen und Japaner. (Siehe Südexpansion) Diese Beiden Länder traten immer häufiger unter dem Sammelbegriff Yuan-Reiche auf. Die Europäer erfuhren auf der Insel Timor schnell wer in dieser Weltregion das sagen hatte es waren die „Ewigen Uralten Reiche“ Zwar waren die Inselstaaten
Amacao

Ab 1554 wurde Macoa an die Portugiesen verpachtet, Illustration des portugisischen Macau; um 1598

bereit Handel mit den Neuankömmlingen zu betreiben, doch wiesen sie immer wieder daraufhin dass es besser sei sich zuerst in China vorzustellen bevor es zu größeren Transaktionen kommen konnte. So wurde auch den Portugiesen und Spaniern klar dass sie nur mit Erlaubnis der Yuan-Reiche wirklich ertragreiche Beziehungen knüpfen konnten. 1516 erreichte daher die erste Gesandtschaft aus Portugal den Kaiserhof in Peking. Obwohl die Fremden sich sehr höflich und respektvoll zeigten liesen ihre Taten in anderen Teilen der Welt ihre Doppelzüngigkeit erahnen. Bai-Turtur Khan lies die Portugiesen ersteinmal gewähren, es kam daraufhin zu Handelsbeziehungen man ließ die Europäer Luxusgüter aber vor allem Porzellan einkaufen. Allerdings waren die Berater des Kaisers der Meinung dass es innerhalb der Yuan-Sphäre keine europäischen Kolonien geben dürfe. Die Portugiesen wurden darauf hingewiesen dass ihre Kolonialmacht in Portugiesisch-Indien sich niemals weiter nach Osten erstrecken dürfe. Wie bereits im Mittelalter durften die Südbarbaren nun Handelskontore in Shanghai oder auch auf Okinawa errichten. Damit verschwanden auch die Märchen und Fabeln über Japan. Die europäischen Seefahrernationen brachten verbesserte Technik und Waffen diese wurden sehr genau geprüft. Die Flotten Chinas und Japans erhielten nach und nach modernere Ausrüstung, sie sollten die Fremden Seefahrer notfalls in Ihre Schranken weisen. Das Vorgehend der Spanier in Mexiko sowie der Untergang der Azteken 1519 brachten eine Menge Edelmetalle auf den Markt. Die Fremden versuchten bald die Einheimischen Inseln und Südostasien mit dem Prinzip Teilen und Herrschen auseinanderzudividieren. Die Versuche der Europäer Vasallenstaaten der Yuan gegeneinander und vor allem gegen China aufzuhetzen fruchteten teilweise. Diese Zeit ist auch mit Umwälzungen in Japan und einem neuen Schogunat ab 1517 gekennzeichnet. Unterschied zu UZL war vor allem das China und Japan keine isolationistischen Mächte waren sondern sich einige Optionen offen halten konnten. Zwar waren auch bei den Yuan die Strafen auf Schmuggel und illegale Landgänge drakonisch, doch hatte man immer denn Handel im Sinn. Die Yuan- Reiche konnten sich auch bald auf moderne Kriegsschiffe asiatischer Bauart stützen mit denen sie 1524 die portugiesische Kolonie vor der Küste Indiens; Ceylon kurzzeitig blockierten. Diese Blockadeaktion zeigte Portugal das es sich nicht mit den Yuan verscherzen sollte. Den Yuan-Kaisern war im Gegenzug auch klar dass sie durch die Ausländer an Edelmetalle gelangen konnten. Die Neue Welt Amerika erwies sich nun als Quelle für Gold und Silber, eine erhebliche Menge davon wurde später für Luxusgüter in den Yuan-Reichen ausgegeben. Weiteres Problem war die Missionierung durch christliche Prediger. ( Tianzhu jiao = Lehre des Herrn des Himmels, d. h. Katholizismus) Die Mongolen hatten immer eine gewisse Liberalität was Glaubensfragen anging, aber die Missionare versuchten teilweise radikale Lehren zu verbreiten. Gemäßigte Christen waren willkommen, in der Zeit der Reformation nahm die Missionstätigkeit auch zu. In der ersten Hälfte des Jahrhunderts gelang es den Yuan eine Balance zwischen traditionell konfuzianischen Werten und dem Christentum zu finden. Man wollte sich auch nicht in den Konfesionszwist der Südbarbaren einmischen. Trotzdem erlaubte der Kaiser 1550 ins mongolische übersetze Bibeldrucke in kleiner Auflage.
Römisch-Katholische Kirche in China

Römisch-Katholische Kirche in China, seit der Missionierungswelle im 16. Jahrhundert gibt es einige Kirchen in China, Katholische Kirchen müssen auch Heute noch in chinesischer Architektur gebaut werden, Bild 2012

Diese Bibel war der Grund weshalb es zu Krawallen der katholischen Spanier in Shanghais Fremdenviertel kam. Die spanischen Matrosen dort fühlten sich und den Katholizismus durch solche Bibeln beleidigt. Auch hier erfolgte die Gerechtigkeit der Obrigkeit schnell und unerbittlich, die Aufrührer wurden Hingerichtet. Die Krone Spaniens erhielt bald darauf ein Schreiben des Kaiserhofes welches darauf aufmerksam machte dass alle Beiden „Religionen“ als Gleichwertige angesehen werden. Der Standpunkt Chinas war klar, entweder die Christen vertrugen sich oder sie mussten aus der gesamten Yuan-Sphäre verschwinden. Diese Doktrin blieb auch im 17. Jahrhundert erhalten als auch die protestantischen Länder Niederlande und England vermehrt ihre Handelswege ausbauten.
Letztendlich gelang es den Yuan-Reichen sich den gehörigen Respekt der Südbarbaren zu sichern, damit stand einem extrem lukrativen Ost-West Handel nichts mehr im Wege.

1517 - Jahr der Drei Shogune:

Japan in den ersten Jahren nach der Ankunft der Südbarbaren im Westpazifik; Seit mehr als 130 Jahren stellt das Adelsgeschlecht der Tottori die Shogune Japans. Doch Regent Tottori Satoshi der Vorsteher des Hauses ist bereit über 70 Jahre alt und hat wegen seiner Gebrechlichkeit kaum noch die Möglichkeit sein Amt würdig auszufüllen. Sein Haus und seine Blutlinie neigen sich dem Ende zu, nur die Hoffnung seinen Adoptivsohn Ashikaga Zuko als neuen Shogun aufzubauen bleibt dem alten Mann. Ashikaga Zuko ist ebenfalls ein aufstrebender Kuge aus einem alten Adelsgeschlecht. Er sieht in den Europäern Teufel die sein Land wie einst die Mongolen einnehmen wollen. Gegenspieler des Hauses Tottori ist seit 20 Jahren Shō Shin aus dem Hochadel Okinawas. In den Jahren seit der ersten Ankunft der Südbarbaren in der Yuan-Sphäre hatten sich zwei rivalisierende politisch/religiöse Sekten in Japan gebildet. Die Lotus-Brüder eine fremdenfeinliche Gruppierung die für Konfuzianismus, Gesetz und Ordnung stand allerdings auch selbst die staatliche Ordnung unterminierten. Dieser Gruppe gehörten seit etwa 1513 die Parteigänger des Ashikaga Zuko an. Eine weitere Sekte waren die Schwarzen Banden, diese hatten keine wirkliche Ideologie, sie waren lediglich eine von Shō Shin aufgebaute Söldnerarmee die für Ordnung sorgte. All dies war nur möglich weil Tottori Satoshi kaum ein Schwert halten konnte und sich so anarchistische Kräfte formierten dem nun die Sekten entgegenwirken wolten.  Hinzu kam das die Portugiesen Shō Shin und seinen Schwarzen Banden neue Feuerwaffen verkauften und neuerdings einen Handelskontor auf Okinawa betrieben. Als Tottori Satoshi im Mai 1517 starb ernannte sich Ashikaga Zuko selbst zum Shogun und Regenten und besetzte vorsorglich die Stadt Tottori. Shō Shin wollte die Rechte Ashikagas nicht anerkennen, er war der Meinung das nur Kaiser Yuan Shi Huang Di in Peking das Recht habe einen Regenten zu bestellen. Dies war der Ausbruch des Streits um Japan und um die höchsten Ämter. Dieser auch als japanischer Bürgerkrieg bekannte Konflikt hatte weit tiefgreifendere Ursachen als es der Erste Eindruck zeigte. Denn die japanischen Lotus-Brüder waren keine typische Vereinigung Japans sondern traten in der Tradition aufrührerischer Sekten Chinas auf. Ashikaga Zuko hatte nicht die Kontrolle über alle Teile der Großen Armee Japans. Aus diesem Grund und weil er persönlich mit den Lotus-Brüdern sympathisierte ließ er sich auf die Sektierer ein. Gerüchten zufolge Ashikaga sei selbst ein Lotus-Bruder gewesen und hatte vor Japan von Yuan China loszulösen sind unbestätigt. Seine Lotus Verbündeten lehnten wie er Schießpulver ab, ihre Taktik lag im Guerilla Krieg. Größtes Problem im Kampf um das Shogunat war das sich die Lotuse nicht als reguläre Kämpfer sahen und in Zivilkleidung Überfälle in ganz Japan verübten. Ashikagas reguläre Streitmacht war weit schlechter ausgerüstet als die Söldner seines Feindes Shō Shin. Die Machtbasis des Ashikaga Klan befand sich in der Region Kinki von wo auch immer wieder neue Soldaten für seine Kinki-Armee rekrutiert werden konten.
Lotusgeheim

Die Lotuse wurden in den Yuan-Reichen als Geheimbund angesehen der Geheimwissen besass und angeblich seine Gründung auf das Jahr 1133 zurückführte, Darstelung zeigt Lotus-Brüder aus der Volksgruppe der Jurchen in Peking im 17. Jhd

Obwohl die Kämpfe um Japan sich nur über Vier Monate erstreckten gehörten sie zu den blutigsten im Japan der Neuzeit. Die Shō Shin-Armee eroberte die Stadt Tottori erst im August, danach bekam der Adelige Verstärkung aus dem Mutterland China. Bis zum 29. September 1517 gelang es den vereinigten Armeen des Kaisers und des Adeligen aus Okinawa die japanische Region  Kinki zu befrieden. Trotz des eindeutigen Sieges blieben die Bewohner Japans lange Zeit ängstlich. Selbst als Shō Shin durch den Kaiser zum Regenten Japans ernannt wurde und der Sitz des Shogun wieder nach Kyoto verlegt wurde glaubte das Volk das die Lotus-Brüder eines Tages zurückkehren würden. Die Japaner fürchteten die Lotus-Brüder denn ihnen wurde nachgesagt Meister der Magie zu sein.
King Sho Shin

Shō Shin, setzte sich gegen Ashikaga Zuko durch und wurde Shogun und Regent von Japan † 1532

Die Lotuse waren tatsächlich nicht tod und existierten noch lange nach dem Bürgerkrieg im Geheimen weiter. Ihnen wurde nachgesagt eigentlich bereits 1133 in China als „Weise Lotus Gesellschaft“ gegründet worden zu sein, ihr einziges Zeil sei es gewesen den Kaiser von China zu stürzen. (Siehe Ende chin. Bürgerkrieg) Aus der Mitte des 17. Jahrhunderts gibt es Berichte wonach die Lotuse Japans und Chinas eine unsterbliche Armee aufbauen würden deren Mitglieder in der Lage seien hoch über den Köpfen der Feinde zu schweben. Es ist nicht bekannt ob die Lotuse tatsächlich für die Unruhen in Japan und China seit dem 12. Jahrhundert verantwortlich waren oder es sich um verschiedene Sektierergruppen handelte. Verschwörungstheorien wonach die Lotuse 1517 im die heimlichen Herrscher Japans wurden sind bis heute im Umlauf.
Ivan the Terrible

Zar Iwan der Schreckliche, wolte sein Reich auf Kosten Yuan Chinas ausdehnen † 1584

Schon Regent Shō Shin versuchte solche Gerüchte bis zu seinem Tode 1532 erfolglos auszumerzen.
Aus Aufzeichnungen des 16. Jahrhunderts ist jedoch bekannt das selbst Kaiser Yuan Shi Huang Di sich vor den Lotusen fürchtet. Es gibt einige ungeklärte Anzeichen das der Kaiser 1520 einige magische Schriftzeichen an den Wänden und Böden seiner Paläste in Peking und Karakorum anbringen ließ. Diese Zeichen sollten das Kaiserreich vor den Hexereien dieser mysteriösen Sekte beschützen.

1550/1600 - Russland und die Nordexpansion Yuan-Chinas:

Russland Mitte des 16. Jahrhunderts ist ein Ort der noch von mittelalterlichen Fehden und brutalen Sitten dominiert wird. Seit 1547 ist Iwan IV. in Moskau am Ruder. Er setzte sich gegen den Bojarenadel durch indem er ihre Privilegien radikal kürzte und Wiederstände mit eiserner Faust niederschlug. Das neue Zarentum Russland ist noch im Aufbau und muss sich gegen die Nachfolgestaaten der Goldenen Horde beweisen. Iwan ist ein intelligenter durchtriebener Herrscher der seinen Vorteil auch gegen Yuan China durchsetzen will. Für China ist Russland welches noch weitgehend sein Territorium auf europäischen Boden hat keine ernste Bedrohung. Seit einem halben Jahrhundert gibt es lohnende Handelsrouten mit Moskau, aber auch mit Nowgorod einem wichtigen Handelknotenpunkt. Der Niedergang der Goldenen Horde um 1500 hat zu Bildung kleinerer Khanate der Tartaren und Turkvölker geführt. Diese Turkvölker  hat Iwan geschworen will er zum orthodoxen Christentum bekehren und seinem Russland hinzufügen. Die Feldzüge des Zaren sind für Peking weniger interessant, Khanate wie Kasan und Astrachan welche durch Russland erobert wurden folgen ohnehin nichtmehr dem Großkhan. Der Titel Großkhan wird von den Kaisern Chinas nur noch symbolisch getragen, denn auch als Großkhan hat der Kaiser keinen Einfluss auf entfernte Khanate. Anders verhält es sich mit den mongolischen und tatarischen Stämmen in der Mongolei und in Sibirien. Die Stämme der mongolischen Heimat sind sesshaft, jedoch gibt es kleinere Gruppen wie die Burjaten die immer noch auf Wanderschaft gehen. Die Klans der Burjaten haben sich in Sibirien angesiedelt und erkennen den Großkhan an. Die sibirischen Gebiete sind von mehreren Völkern bewohnt die sich dem Großkhan unterworfen haben aber nicht Teil Chinas oder der Mongolei sind. Iwan der bald den Beinamen „Der Schreckliche“ erhielt wollte in seinen späten Regierungsjahren auch in Richtung Sibirien über die natürliche Grenze des Uralgebirge hinweg expandieren. Doch dem macht die Yuan-Dynastie einen Strich durch die Rechnung, die sogenannte Nordexpansion wird ausgeweitet, die bisher frei umherziehenden Nomaden Sibiriens sollen Teil des Yuan Reiches werden.  Die mongolischen Pelzjäger erhielten ab den 1540er Jahre immer wieder Unterstützung durch kaiserliche Beamte. Die etwas unbeholfen wirkenden Chinesen errichteten Signaltürme in der sibirischen Wildnis. Einige bedeutende Eindecker drangen bis fast zum Polarkreis vor. 1560 übernahm Kaiser Yiwang (mongolisch Juki Khan) die Regierung, er beschleunigte die Besiedlung Sibiriens indem er Massenhochzeiten und Umsiedlungen organisierte. Yiwang war der Meinung das China ohnedies übervölkert ist, seine Beamten berichteten von fruchtbaren Ländern im Norden. Darum organisierte der Herrscher mehrere Landnahmen durch chinesische Siedler.
MongolischeBräute

Kaiser Yiwang wolte Sibirien bevölkern, darum holte er 1566 mongolische Bräute nach Karakorum die dort chinesiche Männer heirateten, Bild zeigt mongolische Frauen

Die Kolonisten meist aus armen Verhältnissen oder sogar kriminel erhielten Land und somit Freiheiten. Auf der anderen Seite wollte der Kaiser die im Norden beheimateten Völker für sich gewinnen. Er befahl 1566 eine Massenhochzeit auszurichten; 6000 chinesische Männer aus wohlhabenden Familien ehelichten mongolische Frauen aus Sibirien. Dies geschah alles an einem einzigen Tag dem 12. Mai 1566. Kaiser Yiwang wusste aber dass die einheimischen Familien Sibiriens sich keine angemessene Mitgift für ihre Töchter leisten konnten. Darum entschied der Kaiser dies aus der Staatskasse heraus zu bezahlen.
800px-Siberian Khanate map English.svg

Das Khanat Sibir 1570 als Puffer zwischen Russland und dem Yuan Reich, liegt am Uralgebirge

Der Kaiser lies riesige Mengen Papiergeld drucken dieses konnte man selbst in den entlegensten Winkeln der Yuan-Sphäre ausgeben. Hier zeigte sich auch der unglaubliche Reichtum den die Yuan aus dem Südbarbarenhandel eingestrichen hatten, denn das Parpiergeld war durch Gold und Silbervorräte wertgesichert. Yiwang griff aber auch zu anderen Methoden um die Russen aus Sibirien herauszuhalten. Er vereinbarte 1570 ein Bündnis mit dem Khanat Sibir welches im mittleren Uralgebbirge lag. Ausgerüstet mit
Musketen und Kanonen aus fernöstlichen Manufakturen sollte Kütschüm Khans Land als Pufferstaat zwischen Russland und Sibirien stehen. 1581 machte sich der ehemalige Fluss Pirat Jermak Timofejewitsch auf das Khanat Sibir zu erobern. Seinen Auftrag und die Mittel bekam er von einer reichen Kaufmannsfamilie, Über 800 Männer davon 530 Kosaken sollten die Hauptstadt von Sibir; Qashliq einnehmen. Dies sollte nach den Wünschen der russischen Händler den ertragreichen Pelzhandel steigern.
KosakenSibirKhan

Die Niederlage der Kosaken am Fluß Irtysch, 530 Kosaken verloren dabei 1581 ihr Leben, Bild zeigt den "Heldenkampf" der Russen 19. Jhd

Timofejewitsch der als Plünderer und früherer Pirat besonders geschickt beim Überfällen von Flüssen aus war ereichte im September 1581 den Fluss Irtysch. Er geriet aber dann in einen Hinterhalt der Tataren. Die Krieger des Khanats verfügten teilweise schon über Musketen von den Chinesen. Den Tataren waren die sich auf den Booten befindlichen Russen schon früh aufgefallen, man erwartete sie bereits mit einer Kleinen Armee. Timofejewitsch ertrank bei dem Angriff, viele Hundert Männer starben der Rest wurde gefangen. In der Geschichte Russland wurde der Tod der Kosaken immer wieder behandelt und als nationale Tragödie und "Heldenkampf" bezeichnet. Bis in unsere Zeit haben es die Russen nur schwer überwunden dass sie am Ural scheiterten. Iwan dem Schrecklichen gelang es nie mit seinem Zarenreich nach Sibirien vorzudringen. Ab 1590 wurde mit dem Bau der Großen Mongolischen Wehrstraße in Westsibirien begonnen. Dieser Teil der Wehrstraße verläuft heute östlich des Ural. Dieser Verkehrsweg half im 17. Jahrhundert die Länder östlich des Ural zu kolonialisieren. Das Khanat Sibir blieb ein wichtiger Verbündeter.

17. Jahrhundert:

1601/1656 - Kaiserin Ojuncaral und die Jurchen-Aufstände:

1601 stirbt ein chinesischer Kaiser und Großkhan. Dongfang (mongolisch Tujud Khan) hat maßgeblich zu Nordausdehnung des Yuan Territoriums beigetragen. Nun übernimmt sein Minderjähriger Sohn Gong die Amtsgeschäfte. Trotz umständlichen Hofzeremoniels und Versuche der Hofeunuchen die Kontrolle über den jungen Gong zu gewinnen setzt sich die junge Prinzessin Ojuncaral gegen die Politiker durch. Die erst 21 jährige Prinzessen ist in der Lage einige hochrangige Beamte zu bestechen, die gefürchteten Eunuchen kann sie durch Erpressung ausschalten. Sie übernimmt die Regentschaft über die Yuan-Reiche China und Japan wobei sie sich vor allem auf ihre weiblichen Reize verlässt.
MongolKönigin

Ojuncaral regierte die Yuan-Reiche für ihren Bruder, später als Kaiserin † 1656

Kaiser  Gong erhält durch den italienischen Missionar/Botschafter Matteo Ricci Lehrstunden in westlichen Wissenschaften und Mathematik. Nicht jeder ist erfreut darüber das ein Christ bei der Unterweisung des jungen Kaisers mitwirkt. 1603 kam es zu einem Mordanschlag auf Kaiser Gong, darum entschied Regentin Ojuncaral den Hofstaat nach Karakorum zu übersiedeln. In der Mongolei ist es weitaus sicherer denn dort sind die loyalen mongolischen Volksgruppen zu finden. Seit den letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts hat das Volk der Jurchen aus der Manchurei stark an Einfluss gewonnen. Auch die Sekte der Lotuse hat an Anhängern zugelegt. Viele Mitglieder der Lotus Sekte gehören der Jurchen Minderheit an die sich gegen Ausländer und fremde Religionen stellen. Ihnen ist die Präsenz der Europäer in der Yuan-Sphäre ein Dorn im Auge, auch die religiösen Freiheiten im Land sind ihnen ein Gräuel. Die Offenheit der Herrscher im Handel und der Einsatz moslemischer Händler und Beamten von Seiten des Staates werden immer wieder durch Prediger polemisiert. Viele Jurchen sind selbst Händler sehen aber in den zum Islam konvertierten Chinesen Volksverräter. Die Kaiserfamilie vertraut den Jurchen nichtmehr und hat bereits vor 1600 damit begonnen sie aus ihren Staatsämtern zu entheben. Aber diese durch Kaiser Dongfang praktizierte Methode hat nur zu Radikalisierung geführt. Die Jurchen selbst sind leicht an ihren traditionellen langen Zöpfen zu erkennen, auch sie mussten unter Kaiser Dongfang Repressalien und Pogrome über sich ergehen lassen. Daher war der Umzug des Hofes nach Karakorum der einzig logische Schritt sich aus der Gefahrenzone zu begeben. Obwohl die Sicherheitsmaßnahmen am Hof zu Karakorum streng waren gelang es am 23. März 1610 einem Attentäter den Tee des Kaisers zu vergiften. Der Mörder stammte aus ärmlichen Verhältnissen und war Mitglied einer Sekte mit dem Namen Lotusblüte der Wahrheit. Er selbst konnte nicht lebendig gefasst werden, doch in seinem Besitz befand sich ein Bekennerschreiben welches mit „Die Drei Dolche“ signiert war. Dies war der Beginn des Terrorismus der Drei Dolche. Die Frage wer diese Drei Dolche waren die mehr als 40 Jahre lang aktiv versuchten China ins Chaos zu stürzen ist bis heute nur mangelhaft geklärt. Damals glaubte man es handelt sich um die Drei Großmeister der Lotussekten die dank magischer Kräfte das Land übernehmen wolten. Allerdings gehen neuere Erkenntnisse davon aus das es sich bei den Drei Dolchen um hochrangige Hofbeamte aus dem Umfeld des Kaisers selbst gehandelt haben könnte. Ein jurchischer Archäologe behauptet in den 1940er Jahren gar es sei das Werk Dreier Familien mit Abstammung von den Han-Chinesen die versucht hätten erst die Jurchen als Sündnböcke hinzustellen sie auszulöschen und dann eine neue Han-Dynastie zu begründen.
DieDreiDolcheSiegel

Das Siegel (Baiwen) der Drei Dolche, sie gaben die Befehle und finanzierten teilweise die Lotuse

(Han-Chinesen sind die Bevölkerungsmehrheit in China) 1948 wurden mehrere Schriftstücke mit Zahlungsanweisungen, Befehlen und sogar Marschplänen entdeckt die das Baiwen (Siegel) der Drei Dolche trugen. Eine Mitwisserschaft der Jurchen-Fürsten über den Mord an Kaiser Gong wurde denoch angenommen. Ojuncaral ließ sich zu Kaiserin krönen und gab den Befehl die Schuldigen zu bestrafen. Dabei hatte die kaiserliche Geheimpolizei sofort das störrische Volk der Jurchen im Auge.
JurchenBogenschützen

Krieger aus der Volksgruppe der Jurchen, typische Kleidung und Zöpfe

Zwischen 1610 und 1612 landeten Tausende Mitglieder des Jurchenvolkes in Straflagern und wurden für den Bau der Großen Mongolischen Wehrstraße in Sibirien herangezogen. Der Geheimpolizei war es egal ob Schuld oder Unschuld. Da man eigentlich keine Ahnung hatte wer die Drei Dolche waren nahm man willkürlich Mitglieder der subversiven Lotuse fest. Motto der Geheimpolizei war; "Jurchen sind nie unschuldig"
GewaltChristen

Gewalt gegen christliche Missionare durch Plünderer aus dem Jurchen Volk wurde von den Lotusen gelenkt, Shanghai 1638

In den Jahren der Lotussäuberungen konten sich die Jurchen durchaus organisieren, dies geschah unter der Schirmherrschaft des Stammesfürsten Nurhaci. 1615 vereinte Nurhaci die jurchen Stämme und erklärte sich von der Kaiserin als unabhängig. Die Nurhaci-Armee war jedoch nicht modern genug ausgerüstet, gegen die kaiserliche Armee hatten die Bogenschützen/Arkebusen Schützen Nurhacis kaum eine Chance. Seine kurze Rebellion im August 1615 wurde auch nicht von den Drei Dolchen unterstützt, am 24. August wurde die Armee der Vier Banner bei der Schlacht am Berg Sarhu aufgerieben. Nach der Niederlage tauchte Nurhacis Bruder Surhaci unter und wurde als neuer Anführer der Lotuse bekannt. Surhaci verlor jedoch alle seine Güter und Ländereien und soll sich der Legende nach den Drei Dolchen unterworfen haben. Schon damals kursierte das Gerücht das Surhaci in Wahrheit bereits 1615 am Berg Sarhu starb. Doch sein Name tauchte auch danach immer wieder im Zusammenhang mit Rebellionen der Jurchen und Lotuse auf, zuletzt 1638. Die Jurchen Aufstände ebbten jedoch bald nach dem Tod Nurhacis ab, bis sie 1626 wieder einen Höhepunkt erreichten. 1627/28 kam es zu verheerenden Missernten in China. Dies nutzen die Lotussekten um eine neuerliche Revolte auf die Beine zu stellen. Erneut tauchte der Name Surhaci auf, ein Rebellengeneral namens Surhaci führte die Rebellen nach Shanghai. Während dieser Schlacht trat auch der Sohn Kaiserin Ojuncarals auf; Timucin. Timucin war der Sohn der Kaiserin und ihres kaiserlichen Gemahls der aber im Staat kaum etwas zu sagen hatte. Als 20 Jahre alter General schlug Timucin die Lotusarmee bei Shanghai und kehrte danach siegreich nach Karakorum zurück. Timucin stieg in den nächsten Jahren zu rechten Hand seiner Mutter auf und wurde als künftiger Herrscher aufgebaut. Die letzte Rebellion der Lotuse fand 1638 statt, erneut war Shanghai das Ziel, doch diesmal gelang es den Aufständischen das verhasste Fremdenviertel zu stürmen. Die Lotusanhänger metzelten alle Ausländer nieder, auch ein katholisches Kloster der Franzosen wurde niedergebrannt. Timucin gelang es erst nach 5 Tagen die Stadt wieder unter Kontrolle zu bringen, nach der Rebellion kam es zu einer Beschwerdewelle aus Europa. Frankreich und Spanien forderten Entschuldigungen von der Kaiserin. Doch die Kaiserin dachte nicht einmal daran sich bei den Katholiken zu entschuldigen und legte dafür den protestantischen Mächten England und den Niederlanden neue Handelsprivilegien vor. Kaiserin Ojuncaral zog sich in den 1640er Jahren aus der Politik zurück. Einer Ihrer letzten Versuche China politisch zu stärken und Ansprüche auf den amerikanischen Kontinent zu erheben war es eine Expedition nach Alaska zu schicken. (Mehr dazu hier) Bis zu ihrem Tode 1656 kam es immer wieder zu kleineren Aufständen. Ihr Sohn übernahm im Mai 1656 die Regierung und ging als Kaiser Troxei in die Geschichte ein. Er behauptete später die Drei Dolche aufgespürt und enthauptet zu haben, doch gibt es dafür keinen Beweis.

1661/1666 - Yuan Invasionen in Taiwan und Korea:

In den 4 Jahrzehnten der inneren Schwäche und der Unsicherheit haben die Europäer nicht gezögert ihre Interessen in Ostasien durchzusetzen. Ihr Ziel war es während sich Yuan China mit Aufständen der Lotuse beschäftigte Inseln und Länder zu annektieren. Die Großmächte England, Frankreich, Spanien und die Händler aus den Niederlanden wollten einen von China unabhängigen Handel aufbauen. Gewürze von den Ostindies oder Porzellan sollten an chinesischen Beamten vorbeigeschmuggelt werden.
1640 Map of Formosa-Taiwan by Dutch

niederländische Karte der Insel Taiwan (Formosa) ~ 1640

Schon seit dem 16. Jahrhundert hatten die Kaiser den Europäern kleine Inseln als Stützpunkte innerhalb der Yuan-Sphäre zugestanden. Allerdings wurden die Kolonialmächte im 17. Jahrhundert immer unverschämter und bemächtigten sich ohne Erlaubnis der Kaiserin wichtiger Recourcen. Die Insel Taiwan stand seit 1624 teilweise unter Verwaltung der Niederländischen Ostindienkompanie. Dies wurde auch unter Kaiserin Ojuncaral geduldet. Aber erst als auch die Spanier 1626 die Insel ebenfalls beanspruchten spitze sich die Situation dort zu. Wegen der andauernden Unruhen durch die Lotuse dauerte es bis 1661 bis auch Kaiser Troxei die Spanier vertreiben wollte und konnte. Seine Regierungszeit stand unter keinem guten Stern, doch mit Hilfe der verbündeten Niederländer wollte der Kaiser die Spanier in ihre Schranken weisen. Die Chinesen landeten unterstützt durch 500 Japaner auf der Insel wo sie sich auch mit den dortigen indigenen Völkern bekriegten. Die Spanier hatten eine Allianz mit dem Atayal Volk geshmiedet denen sie die Unabhängigkeit von der Yuan-Dynastie versprachen. Das Atayal Königreich war mit Musketen und Schwertern ausgerüstet worden und führte gemeinsam mit den spanischen Kolonisten einen 9 Monate andauernden Verteidigungskrieg. Die spanischen Städte; San Salvador und Fort Santo Domingo waren zu Handelsburgen ausgebaut die den Beschuss der kaiserlichen Dschunken lange durchstehen konnten. Die Invasion startete im März, jedoch wurde auch von den Spaniern her ein Gegenschlag auf die chinesische Stadt Shanghai gestartet. Shanghais Küstenfestung stand 3 Tage unter Beschuss der Spanier bis es der Yuan Flotte endlich gelang sie zu vertreiben. Auf der Insel Taiwan machten auch die Holländer mobil und rückten in den spanischen Norden vor. Da sich die Chinesen durch ihre bessere Versorgung im Vorteil sahen verzweifelten die Spanier immer öfter und setzten drastische Mittel ein. Sie wollten den Eroberern ein Stück verbrannte Erde zurücklassen. Dazu vergifteten sie so gut wie alle Brunnen auf ihrem Gebiet und zogen sich von der Insel zurück. Die Verbündeten mussten letztendlich mit den Konsequenzen leben. Nach der Eroberung und vollkommenen Zerstörung der spanischen Städte war der Norden verwüstet. Das Volk der Atayal mussten hierfür den Preis zahlen indem sie zu Kriegsbeute der Yuan und Niederländer wurden. Für Kaiser Troxei der die Armeen selbst führte war dies ein großer Sieg. Er hielt dies für ein Zeichen des Himmels den Einfluss Chinas weiter zu restaurieren. Troxei war durch seine lange militärische Laufbahn nicht gerade als zimperlich bekannt und lies nach dem Sieg Exempel an der indigenen Bevölkerung statuieren. Der Taiwan Krieg war vor allem für die Völker Taiwans niederschmetternd,
TaiwanFlagge

Flagge chinesisch Formosa mit niederländischem Selbstverwaltungsdistrikt ~ 1665

kurz nach der Rückkehr des Kaisers nach Karakorum wurde mit den Vorbereitungen für die Eroberung des koreanischen Königreiches Joseon begonnen.
Das koreanische Königreich war im 14. Jahrhundert nach dem Niedergang Goreyos entstanden. Nach der Ankunft der ersten Südbarbaren um 1500 schotteten sich die Koreaner vollständig ab nur die Chinesen durften das Land betreten. Im frühen 16. Jahrhundert versuchten die Engländer das „Einsiedlerkönigreich“ für sich zu gewinnen und versorgten es als einziges westliches Land mit modernen Gütern. Die Lotusaufstände der letzten 40 Jahre hatte die Beziehungen zwischen Pjöngjang und Karakorum abkühlen lassen. Jetzt war die Ära der Restauration chinesisch-mongolischer Macht gekommen, der Kaiser rüstete rund 900.000 Soldaten für einen Koreafeldzug aus. Weitere 10.000 wurden von Japan und der Shō-Dynastie bereitgestellt. Troxei wollte die seit den Lotusaufständen angeschlagene Autorität des Yuan-Kaiserhauses durch blanke Gewalt wiedererrichten. Der Koreafeldzug von 1665 bis 1666 verlief wie ein einziges Brandschatzen und Morden. Die koreanische Armee musste sich bereits Anfang 1666 mit Engpässen auseinander setzen. Es fehlte ihr an modernen Waffen und wehrpflichtigen Männern. Das kam vor allem davon dass die koreanische Gesellschaft kaum auf Krieg vorbereitet war und die Briten sobald sie Ärger aufkommen sahen das Weite suchten. Am 5. August 1666 kapitulierte der König von Joseon. Kaiser Troxei übergab daraufhin seinen Beratern die Führung über Korea und setzte einen Regenten aus mongolischem Adel ein. Er selbst nannte sich von da an „Kaiser der Drei Kaiserreiche“ Der Koreafeldzug wurde von den kaiserlichen Geschichteschreibern als Großtat hervorgerahmt. Spätere historische Untersuchungen ergaben aber das der Krieg kaum mehr als eine Fingerübung für die militärisch geschulte Armee Chinas war.

1667/1700 - Schlechte Allianzen und Kriege:

„Die Mongolen galten einmal als die Geisel der Welt, doch in unserer Zeit wurden sie zurechtgestutzt“

Britischer Premierminister Robert Walepole 1733

Für China und die Mongolen die nun in den 1660er Jahren ihren Einfluss wieder Geltung verschlaft hatten brachen nun goldene Zeiten an. Bis 1673 gab es Exklusivhandelsverträge mit den Niederländern, doch der Schein trügte. Der wirtschaftliche Aufschwung durch den Holländerhandel währte nur bis zum Ende des dritten Niederländisch-Englischen Seekriegs 1674. Zum einen war der Eroberer Troxei gestorben zum anderen hatten die Holländer den Krieg verloren. Die zeitweilige Allianz England – Frankreich bekümmerte den neuen Kaiser da er eine neue feindlich gesonnene Allianz aufkommen sah. Die Briten und das Haus Stewart war nach dem Englischen Bürgerkrieg (1642-1649) wieder an der Macht. König Charles II. wollte nun die Zeit der Englischen Republik (1649-1660) ungeschehen machen und kämpfte verbissen um die Etablierung als König und für ein Weltreich.
BattleOfTexel

Der Dritte Niederländisch-Englische Seekrieg und die Niderlage der Holländer liesen England erstarken (Seekrieg)

Dazu gehörte auch der Ausbau der Kolonien in der Neuen Welt Amerika und die Niederwerfung des holländischen Handelsmonopols mit den Yuan Reichen.
Johan de Witt

Johan de Witt, bis 1672 Ratspensionär von Holland. Mit seinem Sturz endeten auch für China die rosigen Zeiten

Chinas neuer Herrscher Thudekai Khan war 1671 noch reichlich unerfahren, er glaubte dass diese Südbarbaren aus den Niederlanden die einzige Möglichkeit wären die Briten aus der Yuan Sphäre herauszuhalten. Er hatte viel Vertrauen in die Seemacht Holland und in ihr Oberhaupt Johan de Witt gesteckt. Durch die Niederlage de Witts stagnierte dieser niederländische Fernosthandel jedoch zusehens.
British East India Company flag

Flagge der Britischen Ostindien-Kompanie (BEIC) 1600 - 1707

Besonders der Gewürzhandel auf den Gewürzinseln hatte es den Engländern angetan die bald eigene Protektorate in Ostindien etablierten. Dazu gab der britische König seiner Ostindien-Kompanie fast freie Hand. 
Das Bündnis Amsterdam-Karakorum bröckelte bereits. Die Niederländer hatten trotz mehrfacher Bitten der Mongolen kein Interesse die Pläne ihrer Ostindienfahrer zu teilen. 1676 gelang es einer chinesischen Kurtisane eine niederländischen Kapitän zu überzeugen ihm alle Informationen über sein Schiff zu geben. Der niederländische Marinekapitän lieferte Pläne die er aus Rotterdam mitgebracht hatte. Für eine stolze Summe überreichte er die wichtigen Informationen an seine Geliebte. Nur wenige Wochen später gab der Kaiser den Bau eines ersten chinesischen Ostindienfahrers in Auftrag. Diese neue Schiffsklasse „Ostchinafahrer“ war den kleinen Dschunken überlegen doch den englischen Linienschiffen konnte sie nicht das Wasser reichen. Als die Niederländer ein Jahr danach von der Existenz dieses neuen Schiffes erfuhren kündigten sie ihre bisherige Allianz. Inzwischen hatte Thudekai Khan bereits den Engländern und Franzosen Land auf den Gewürtzinseln verpachtet und konnte auf die Holländer verzichten. Die neuen Kriegs/Handelsschiffe hatten eine Verbesserung die sie den Europäern überlegen machte. Wie bereits seit dem 13. Jahrhundert in China bekannt hatten die Ostchinafahrer abgetrennte Schotten was sie selbst im löchrigen Zustand fast „unsinkbar“ machte. Auch die europäischen Großmächte wollten wissen was es mit dieser Unsinkbarkeit Aufsicht hatte, doch dieses Geheimnis konnten sie erst Ende des 19. Jahrhunderts ergründen. Thudekai Khan betrieb anders als sein Vorgänger Troxei wieder eine offenerer Handelspolitik. Die Yuan Reiche mussten mehrfach gegen die europäischen Handelsmächte in Seekriege ziehen. Besonders die britische Ostindienkompanie (BEIC) versuchte immer wieder die chinesischen Handelsbeschränkungen durch Schmuggel zu umgehen. Diese Seekriege zwischen 1780 und 1790 waren auch unter dem Sammelbegriff „Schmuggelkriege“ bekannt. Auch der Landhandel über die Seidenstraße wurde wieder neu aufgezogen. Thudekai Khan lies die Westgrenze wieder öffnen, er baute die letzten Wehranlagen der Mongolischen Wehrstraße aus und errichtete neue Tore. Der Handel in den Westen (Russland, Kaukasus) erfolgte über Goldene Tore. Diese Tore innerhalb der Wehrstraße waren Dreh und Angelpunkt der neuen Seidenstraße. Armee und Polizei sicherten die 7 Goldenen Tore und konnten so auch Zölle eintreiben. Doch da es nur 7 solcher Grenzübergänge gab waren diese meist total verstopft. Es kam an den Toren oft zu Korruption, besonders die russischen Händler schmierten die Beamten. Das wohl bekannteste dieser Tore wurde im Jahr 1700 das 7. Goldene Tor am Ural an der Grenze zu dem Khanat Sibir. Seit dem die Russen 1581 am Fluss Irtysch zurückgeschlagen wurden ist das Khanat zu einem wichtigen Verbündeten Chinas herangewachsen. Das Khanat am Ural ist seit mehr als 100 Jahren ein Garant für Frieden und auch ein Handelsknoten der Seidenstraße. Da die Bewohner von Sibir dem Großkhan (Kaiser von China) treu ergeben waren durften sie eigene Zölle und Handelsposten an der Großen Wehrstraße betreiben. Das 7. Goldene Tor wurde sowohl von Chinesen wie auch Sibiriern beschützt. Auf diese Weise ersparte sich China die Truppen an der Grenze.
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Das 7. Goldene Tor am Uralgebirge, Zollstation, Kaserne und Grenzposten an der Großen Mongolischen Wehrstraße, Foto von 1936

Ende des Jahrhunderts waren die Russen dabei zu einer europäischen Großmacht aufzusteigen. Zar Peter I. tat sein Bestes um den Ruf und den Einfluss des Zarentum Russlands zu verbessern so entsandte er 1698 Gesandtschaften nach Holland, Livland, Kurland, Brandenburg-Preußen und China. Die Handelsbeschränkungen welche durch die „Sieben Nadelöhr“ verursacht wurden wollte der Zar nicht hinnehmen. Sein Interesse galt neben dem Fernen Osten auch Nordeuropa. Ab dem 12 Februar 1700 kam es zum Dritten Nordischen Krieg den Sachsen durch sein Eindringen in Livland verursacht hatte. Einer der Nebenschauplätze des Krieges war auch das Khanat
Nine-years-war

Europa zu Zeit des Dritten Nordischen Krieges 1700

Sibir welches der Zar im März 1700 endgültig aus seinem Machtbereich entfernen wollte. Der Nordische Krieg war erst angelaufen, Russland hatte sich dort noch nicht eingebracht. Da die Sibirier bei weiten nicht so mächtig waren wie andere moderne europäische Nationen gab Peter die Eroberung Sibirs in Auftrag. Ziel dieses sehr eingeschränkten Feldzuges war es die Grenzfestung am 7. Tor einzunehmen und somit einen russisch kontrollierten Vorposten zu haben. Sibir sollte dazu annektiert werden, man hatte dann vor die Chinesen vor vollendete Tatsachen zu stellen und selbst den Zollverkehr an der Grenze zu übernehmen. Kriegspläne lagen bereits vor um die Schmach am Fluss Irtysch zu vergelten.

Russland bediente sich dabei nicht sehr ehrenwerten Verbündeten wie dem Ungarn und Kosaken Kogasch Gyr. Gyr war ein Räuber der sich seit Jahren mit etwa 200 Mann im Uralgebirge versteckte seit er in seiner fernen Heimat Ungarn wegen Raub und Mord verurteilt und gesucht wurde. Seine Spezialität lag darin Handelskarawanen zu überfallen, dies tat er oft im Auftrag der russischen Krone wobei er manchmal auch Russen beraubte. Trotz der zweifelhaften Loyalität Gyrs wurde er von seinen Mittelsmännern aus dem Kreml damit beauftragt sich und seine Männer in Qashliq einzuschleichen und die dortigen Verteidigungsanlagen genau auf einer Karte einzutragen. Gyr der nichtgerade wie ein feiner Herr eine Glatze und einen Kosakenzopf trug konnte sich gut unter die wilden Tataren Sibirs schleichen und seinen Auftrag erfüllen. Die dortige Garnison war in einem schlechten Zustand, die sibirischen Soldaten waren nur wenig ausgebildet und Trunkenbolde. Da die sibirischen Verteidigungsanlage an der russisch-sibir-Grenze aus einem Holz Fort bestand konnte sie wahrscheinlich auch von Gyrs Kosaken bei einem Nachtangriff niedergebrannt werden. Anders sah die Sache bei den chinesischen Torwachen aus diese waren zwar auch nur wehrpflichtige Bauern hatten aber zu mindestens eine Ahnung wie man eine Muskete benutzt. Generel konnte Gyr also die verteidigungs Stärke der Sibirier gut einschätzen. Zugute kam denn Russen vor allem das Gyr ihnen Schleichwege durch die Wildnis zeigte die dann von den Soldaten für einen schnellen Angriff auf das Khanat genutzt wurden. Die Sibirier konnten es kaum glauben als etwa 1000 gut gerüstete Russen am 6. März über dem Irtysch setzten. Bahadur Kütschüm der Khan von Sibir setzte sofort seine besten Reiter in Bewegung die am 23. März erstmals auf die Russen trafen. Die Schlacht von Čingi-Tura einer Stadt im Westen Sibirs endete mit der Brandschatzung der Ländereien durch die russische Armee. Über 200 Reiter aus Bahadur Kütschüms Armee hatten ihr Leben verloren und die Russen stießen nach Qashliq vor. Die 1000 Männer hatten keine schweren Waffen dabei und waren auch nicht in der Lage die besiegten Gebiete unter Kontrolle zu halten. Also mussten sie ihren Auftrag das 7. Tor ganz im Osten des Landes zu erreichen durchführen während das Volk von Sibir sich gegen sie wandte. Hauptmann Pavel Plomergov trieb die Armee weiter in Feindesland und überließ es den Banditen Kogasch Gyr die Zivilbevölkerung zu unterdrücken und einzuschüchtern. Ob Moskau schon jetzt vorhatte das Land zu annektieren ist aus historischer Sicht umstritten. Die russische Armee führte einen monatelangen Guerillakrieg in Sibir um die Machtposition Bahadur Kütschüms aufzulösen. Bis in den August waren die russischen Truppen zu Wegelagerer verkommen, erst als der Zar Einsehen hatte und ein größeres Heer nach Sibir schickte wendete sich das Blatt. Etwa 12.000 Mann marschierten im August an das 7. Tor. Doch inzwischen hatten auch die Chinesen mobil gemacht und stellten ihre Position mit etwa 140.000 Mann klar. Die Chinesen verschanzten sich und beschossen die Russen von den Festungsanlagen aus. Der Rückzug aus der Reichweite der Geschütze kam umgehend, eine Belagerung der Großen Wehrstraße wurde nun nicht in Betracht gezogen. Das Land Sibir war durch die Plünderungen ausgeblutet, also suchten die russischen Kräfte ihr Heil im Westen des Landes. Kurz darauf erhielten die russischen Befehlshaber einen Brief welcher von dem Festungskommandanten von Tor 7. verfasst war. Dieses Schreiben drohte mit einem Großangriff Chinas und forderte gleichzeitig in einem Ultimatum die Einstellung aller Feindseligkeiten. Die russische Armeeführung willigte ein daraufhin kam es zu Friedensgesprächen zwischen dem russischen Kommandeur und dem chinesischen.  Zar Peter hatte seine Soldaten aus dem Gebiet zurückgezogen lediglich eine winzige Besatzungsmacht blieb zurück. Denn schon 1701 musste der Zar sich im Großen Nordischen Krieg auf der Seite Sachsen und Polen-Litauens beweisen und versprach seinen Bündnispartnern 20.000 Mann. Sibir war zwar russisch jedoch nur mit Hilfe einiger Banditen und Söldner. Thudekai Khan hatte zwar den Bündnispartner Sibir verloren doch das Yuan Reich stand mit besseren Karten als früher da. Trotzdem kam es in den Ersten Jahren des 18. Jahrhunderts zu einer Annäherung Russland-Chinas. Der Kaiser wollte seine Feinde zu Verbündeten machen und gab den Bau neuer Handelstore bekannt welche den Russen und anderen Völkern ermöglichen sollte. Er war bis zu seinem Tode 1707 der Meinung das er richtig gehandelt hatte. Sibir wurde bald danach russisch.

„Die Niederlage von Sibir war bitter, doch die Ernte danach umso süßer“

Thudekai Khan

18. Jahrhundert:

1701/1800 - Besiedlung von chinesisch Amerika:

1860ChinesischAmerika

Ausschnitt einer Landkarte von 1860 zeigt chinesisch Amerika (Alaska)

„Chinesisch Amerika ist das Land wo die Mongolen wieder lernten Mongolen zu sein und umherziehen konnten um Pelztier zu jagen“

Anonymes Zitat  18. Jhd

Die Besiedlung Alaskas durch China geht bereits auf die Zeit nach der Nordexpansion im frühen 17. Jahrhundert zurück. Nach dem chinesischen Sieg über Russland 1581 hatte sich in China die Meinung durchgesetzt das der asiatische Kontinent mit Amerika verbunden sei. Quasi als Weiterführung Asiens glaubten die Herrscher Karakorums stand nun auch die Möglichkeit einer Erkundung der Neuen Welt welche sie „Neu Asien“ nannten auf dem Programm. Kaiserin Ojuncaral wollte den übrigen Mächten einen Schritt voraus sein und finanzierte 1645 eine Seeexpedition an den Nordrand Amerikas (Alaska, Polarkreis) damit sollte ein für alle Mal bewiesen werden das Amerika in Wahrheit ein Teil Asien ist. Doch die chinesischen Seefahrer fanden die herbeigesehnte Landverbindung nicht, damit waren die theoretischen Herrschaftsansprüche auf ein geeintes Asien bzw. auf Amerika dahin. Die Jurchen-Aufstände in China Mitte des 17. Jahrhunderts liesen außerdem auch kaum eine großangelegte Besiedlung Neu Asiens zu. Erst mit dem Ende der Lotus Bruderschaft  und der chinesischen Restauration Ende des Jahrhunderts stand eine Besiedlung in Nordamerika zu Debatte. Erste chinesische aber auch europäische Siedlungen hatten sich schon um 1680 etabliert. Beide Seiten hatten kaum Unterstützung aus der Heimat und siedelten auf sich alleine gestellt in der Wildnis. Dies waren private Besiedlungen durch Handelshäuser. Diese Siedler kamen als Entdecker und fanden reichlich Jagdtiere und damit Felle. Um 1700 entschied Karakorum seine Kolonialbemühungen über den einfachen Pelzhandel auszudehnen. Die Chinesische Amerikakompanie wurde 1702 gegründet und hatte ab da auch militärische Rechte auf dem anderen Kontinent. Die Yuan Reiche Japan und Korea unterstützten die Landnahme ebenfalls, 1713 gründeten die Japaner eine Küstensiedlung.  Der japanische Teil Alaskas erstreckte sich über die Südküste und wurde bis etwa 1750 auch „Neu Asien Shogunat“ genannt. Dies kam daher das Japans Regent Shō Nobunaga sein Siedlungsgebiet einem Militärverwalter unterstellte dem Shogun von Neu Asien. Obwohl Koreaner sowie Japaner Teile des Herrschaftsgebietes des Kaisers von China waren gab es Kompetenzstreit.
ChinesischerWalfänger1730

Bild zeigt chinesischen Walfänger ~ 1730, Walspeck und Walöl wurden immer begehrter, Alaska wurde zum Stützpunkt der Waljagd

Japan sah sich als herausragendes Reich innerhalb der Yuan Sphäre und wollte Korea ausstechen. Dies gelang auch, die koreanischen Siedler mussten unter die Schirmherrschaft der Chinesischen Amerikakompanie. Erst ein Machtwort durch Kaiser Hangathur schlichtete den Streit 1750 und beendete das Vormachtstreben der Japaner in Alaska. Bis dahin hatten sich Völker aus der gesamten Yuan Sphäre angesiedelt.
MongolTrapper

Mongolischer Trapper in chinesisch Amerika ~ 1760

Besonders der Walfang mit hochseetauglichen Dschunken boomte und hatte um 1730 ihren Ersten Höhepunkt. Die Chinesen wollten ein Monopol auf Walfischöl aufbauen mit welchen man Lampen zu Beleuchtung befüllen konnte.
ChinesischAlaska1800

Flagge von chinesisch Amerika ab 1800

Allerdings führten die neuen wirtschaftlichen Aussichten zu Problemen mit Großbritannien und Spanien. Beide Länder suchten nach der Nordwestpasage einem Seeweg der den amerikanischen Kontinent im Norden schiffbar machen sollte. Dieser Seeweg sollte den Europäern helfen vom Atlantik im Norden über das kanadisch-arktische Archipel den Pazifik zu erreichen. Darum forderten die Mächte Großbritannien und Spanien bald die Rechte auf Alaska ein. Spanien holte eine alte päpsliche Bulle zu Einteilung Amerikas aus dem Jahr 1493 heraus wonach sie durch den Papst  berechtigt waren die gesamte nordamerikanische Pazifikküste zu besitzen. China prüfte den spanischen Antrag und wies ihn nach kurzer Zeit verärgert zurück. Die Briten hingegen blieben stur und behielten ihre Ansprüche auf Alaska bei.
  Auch die nun als Freunde angesehenen Russen durften in Alaska siedeln. Sie gründeten 1792 auf der Insel Kodiak einen Handelsposten. Die chinesischen Pioniere konten gute Geschäfte mit der Heimat aufbauen, besonders der Handel mit Seeoterfellen machte die Kolonisten wohlhabend. Um 1790 gab es bereits einige größere Küstensiedlungen die sich mit Erlaubnis des chinesischen Kaisers gut selbstverwalten konnten. Die Verwaltung chinesisch Amerikas konnte auf moderne europäische Verhältnisse angeglichen werden. Viele Russen aus Kodiak halfen beim Aufbau mit wobei das Russische Kaiserreich eine Kriegsflotte auf Kodiak stationieren durfte. 1800 erhielt chinesisch Amerika seine erste gültige Flagge. Viele Kolonisten hatten ihr neues Land bereits liebgewonnen und waren mit der Selbstverwaltung zufrieden.  Es hieß zu dieser Zeit auch dass die Mongolen hier ihre alten Sitten und das Wanderleben wiedererlernt hatten. Auch die Beziehungen mit den indigenen Völkern hatten sich bis dahin gebessert. Spanien und die Briten verhinderten jede weitere Expansion nach in den Süden Nordamerikas. Darum kam es immer wieder zu Zusammstößen mit diesen Mächten, keiner der Versuche nach Süden zu gehen fruchtete.

1710/1750 - Chinesisch-Japanischer Dualismus im Yuan Reich:

Im frühen 18. Jahrhundert zeichnete sich die „Besonderheit“ der Japaner innerhalb der Yuan Sphäre besonders ab. Die Shō-Dynastie aus Okinawa regierte Japan bereits seit 1517 dem Jahr der Drei Shogune. Der okinawische Klan bestand aus den Mitgliedern des 1299 an Japan angegliederten Königreiches von Okinawa. 1663 forderte Japans Regent Shō Haru das Recht ein sich ebenfalls König Okinawas nennen zu dürfen. Dieser Titel wurde auch durch Kaiser Troxai verliehen. Die Königswürde galt als Ehrenbezeugung der Verdienste Japans (insbesoders des Herrscherklans) bei der Eroberung Taiwans. Die Kaiser der Yuan-Dynastie hatten grundsätzlich kein Problem damit dass ein Untergebenes Staatsoberhaupt sich König, Fürst oder Khan nannte solange sie den „Himmlischen Kaiser“ bzw. „Großkhan“ als ihren obersten Meister und Lehensherren anerkannten. Der Titel Kaiser blieb jedoch China überlassen, Landesfürsten durften aber Könige oder sogar Großkönige sein. Viele Stämme hatten sich der Yuan Herrschaft unterworfen so gehörten die Fürsten; Gorkhas, BhutansSiams, Burmas, Vietnams, Bruneis, Ostindiens bis Indonesiens den Gefolgsleuten des Kaisers in Karakorum an. Noch immer machte man einen großen Bogen um das Affenland Australien welches als verflucht und unbewohnbar galt. So stellte Japan aber auch bald Korea eine Besonderheit im Herrschaftsbereich der Yuan da. Länder inerhalb der Yuan Ordnung mussten sich durch wirtschaftliche und militärische Stärke auszeichnen. Koreas Regent als Stellvertreter des Kaisers tat sich ebenso wie Japan bei der Heerführung hervor.
Sho Nobunaga

Shō Nobunaga, Regent von Japan, König von Okinawa und neben dem Kaiser der mächtigste Mann im Yuan Reich sitzt auf seinem Glückspferd Fuji † 1754

Überall wo um 1700 Krieg geführt wurde kamen Japaner und Koreaner zum Einsatz. „Drei Reiche ein Kaiser“ drückte die Situation am besten aus, denn die Regenten der Zwei Kaiserreiche Japan und Korea sahen die Besonderheit ihres Status vor allem darin sich Sonderrechte gegenüber anderen Ländern im Großreich zu verschaffen. Wenn man vom Yuan Reich spricht dann spricht man von einer losen Föderation die von Karakorum geführt wurde nicht von einer strafen Zentralstaatlichkeit. Japans Stellung als „herausragendes Reich“ nahm mit Regent Shō Nobunaga neue Formen an. Shō Nobunaga trat als dem Kaiser  (fast) ebenbürtiger Staatsmann auf wobei er dies auch vor den Südbarbaren oft tat. Seine Regentschaft über Japan begann 1709. Als junger Regent Japans verfolgte er bereits in den ersten Regierungsjahren das Ziel Korea innerhalb des Yuan Reiches auszustechen.
JapanMongOkinawaFlagge

Die Flagge Japans seit 1660 zeigt die Dominanz Okinawas und der Shō-Dynastie

Dies gelang besonders in Alaska. Shō Nobunaga unterstützte den Aufbau chinesisch Amerikas da er trotz aller Beweise daran festhielt das Asien und Amerika verbunden sei und damit eine Legitimation für die Asiaten bestehe es zu kolonialisieren. Seine Politik war meist militaristischer Natur, obwohl in Japan immer noch der Ziviladel (Kage) vorherrschte übernahmen schien das Zeitalter der Samurai zurückgekehrt zu sein. Die militärische Führung lebte nach strengen moralischen Richtlinien und bestand meistens aus hochrangigen Kage. Japan besetzte die Südküste Alaskas und baute dort ein Militärregime auf das Neu Asien Shogunat.
Kaiser Hangathur

Kaiser Hangathur gab den Yuan Reichen eine Verfassung "Reichseinigkeit", Ölbild eines niederländischen Malers † 1769

Mit dem Kaiser gab es jedoch Gespräche da Japan eine eigene Neuasienkompanie wünsche. Koreanische Siedlungsbemühungen wurden regelrecht ausgestochen, so forderte der Shogun von Alaska Ankergebühren und Zölle für Koreanische Schiffe. Diese Taktik funktionierte längere Zeit da Kaiser Xengu die Rivalität als „Profitfördernd“ ansah. Der Minderjährige Bruder des Kaisers Hangathur lernte aus den Fehlern seines Vorbilds Xengu und änderte einiges nach seiner Thronbesteigung 1746. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte Japan sich über Korea stellen was zu einer Feindschaft führte die in der Ermordung des koreanischen Regenten Kim Nguyen gipfelte. Der Politmord wurde von  Shō Nobunaga 1730 in Auftrag gegeben, danach setzte Kaiser Xengu seinen betagten Onkel an die Spitze Koreas. Der neue Regent Koreas tat sich nicht sonderlich hervor, womit Shō Nobunaga seinen politischen Sieg errungen hatte. Mit Kaiser Hangathur saß jedoch bald ein neuer und machtbewusster Herrscher in Karakorum. Der um einige jüngere Kaiser war für den japanischen Regenten wie ein rotes Tuch. Mehrfach kam es zu Meinungsverschiedenheiten, da der ältere Shō den jungen Hanghatur lediglich als Platzhalter für sich selbst sah. Es ging sogar das Gerücht um der Japaner strebe selbst die Kaiserwürde an. Kaiser Hangathur der zu seiner Thronbesteigung 28 Jahre alt war sah sich in einer Zwickmühle. Einerseits hatte Japan seine politische und militärische Macht in den letzten 25 Jahren stark ausgebaut, auf der anderen Seite wollte er als Kaiser seine Autorität ausschöpfen. Shō Nobunaga der inoffizielle Herrscher in den Yuan Reichen hatte sich unentbehrlich gemacht und musste bei fast jeder kaiserlichen Ratssitzung dabei sein. Natürlich wurde dies dem Kaiser sehr bald zu viel da er sich selbst kaum beherrschen konnte und zu Wutanfällen neigte. Das zwei Herrscher die Yuan Sphäre regierten war  Hangathur so sehr zuwider das er bald ein neues Konzept für die Drei Kaiserreiche und anderen Länder ausformulieren ließ. Dieses Konzept der „Reichseinigkeit“ wurde im Februar 1750 in Karakorum vorgestellt. Der Kaiser hatte alle Landesfürsten der Yuan Sphäre zu Gesprächen eingeladen. Dabei präsentierte er eine Art von Verfassung die Reichseinigkeit. Diese Verfassung wie sie in der Frühmoderne noch unbekannt war hatte der Kaiser mit Hilfe europäischer Gelehrter ausgearbeitet. Das besondere war das sie auch Bezüge zu europäischen Lehren wie dem Humanismus und der Aufklärung nahm. Besonders die Parallel zum Heiligen Römischen Reich mit seinen Kurfürsten hatten es dem Kaiser angetan, da er die Kaiser dieses Reiches als ihm ebenbürtig ansah durfte auch ein Österreicher in der Gelehrtenversammlung Kaiser Hangathurs nicht fehlen.
TeilVerfassung

Die Schriften der Reichseinigkeit sind auf 5362 Seiten verankert, auch werden die Rechte der Untertanen geregelt, einiges ist durch Abbildungen untermauert, so haben die Landesherren nicht das Recht die Untertanen zu knechten wie hier auf Seite 4352 gezeigt. Die Originalverfassung ist im Nationalarchiv in Karakorum zu finden.

Sein Machtwort und die Verfassung regelten die Rechte der Reiche, ihres Adels und setzte eine Gewaltenteilung voraus sie machten alle zu Bundesbrüdern die gemeinsam an einem Strang ziehen sollten. Die Verfassung ist in Reimen und Versen verfasst und soll so auch in Buchform dem Volk trotz seiner fast 5400 Seiten zugänglich und schmackhaft gemacht werden. Kopien der Reichseinigkeit solten in den nächsten Jahren gedruckt und an die Untertanen der Yuan verkauft werden. Das versprach nun sogar Gewinne für die Staatskasse. Trotz der verfassungstechnischen Angleichung der Länder blieb Japan neben China die dominierende Macht in den Yuan Reichen. Shō Nobunaga konnte nie seine Ambitionen gegen denn Kaiser durchsetzen da er bereits kurz nach in Kraft treten der Verfassung schwer erkrankte. 1927 wurden die Überreste Shō Nobunaga exhumiert, denn in Japan glaubte man er sei absichtlich vergiftet worden. Es fanden sich dabei große Mengen Arsen im Körper, daher wird heute angenommen der Kaiser hätte sich so seines Rivalen entledigt. Heute wird die Yuan Verfassung als gleichbedeutend mit der Magna Carta (England) und der Amerikanischen Verfassung angesehen. Sie gilt als der älterste Verfassungstext Asiens.

1751/1800 - Teilverwestlichung der Yuan Reiche:

FBTurteltaub

Franz Bernhard von Turteltaub, österreichischer Handelsattaché und Berater am Hofe Kaiser Hangathurs † 1788

in arbeit


 




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