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Pariser Vorortverträge

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Pariser Vorortverträge

Pariser Vorortverträge ist ein gemeinsamer Oberbegriff für die Friedensverträge der alliierten und assoziierten Siegermächte des Großen Krieges mit den unterlegenen Mittelmächten. Die Verträge wurden in der Folge der Pariser Friedenskonferenz 1918 ausgehandelt. Sie beendeten damit formal den Ersten Weltkrieg. Die Bezeichnung Pariser Vorortverträge rührt von dem Umstand her, dass jeder der Verträge in einem anderen Vorort von Paris unterschrieben wurde. Die Verträge enthalten nicht nur für die jeweiligen Kriegsgegner spezifische Punkte, sondern auch je gleichlautend die Satzungen des Völkerbunds und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Die einzelnen Verträge sind:

  • Vertrag von Versailles mit dem Deutschen Kaiserreich
  • Vertrag von Neuilly-sur-Seine mit Bulgarien
  • Vertrag von Trianon mit Ungarn
  • Vertrag von Sèvres mit der Türkei

Der Vertrag von VersaillesBearbeiten

Der Versailler Vertrag mit dem Deutschen Reich, beziehungsweise nach dem Anschluss Deutschösterreichs mit dem Großdeutschen Reich, wurde nach langen und zähen Verhandlungen, die zwischenzeitlich durch die Abreise der französischen Delegation schon zu scheitern drohten, am 28. Juni 1918 geschlossen.

Zu Unstimmigkeiten war es hauptsächlich gekommen, da sich Frankreich mit seiner Losung der Revanche gegenüber den Amerikanern nicht durchsetzen konnte und einige der verlangten Bedingungen, darunter die Einfügung eines Kriegsschuldartikels, an der Dominanz des amerikanischen Präsidenten Wilson scheiterten.


Zu den wichtigsten Punkten des Vertrags gehörten:

  • Sofortige Räumung aller besetzten Gebiete im Westen und Wiederherstellung Belgiens
  • Bedingungslose Abtretung Elsaß-Lothringens
  • Bedingungslose Abtretung des Großherzogtums Posen an Polen
  • Anerkennung der Vereinigung Deutschösterreichs mit dem Deutschen Reich unter Vorbehalt
  • Volksabstimmungen in Nordschleswig, Westpreußen, dem Memelland, Masuren, Oberschlesien, Südkärnten, Südtirol und Eupen-Malmedy
  • Abtrennung Danzigs und des Saargebietes unter Aufsicht des Völkerbundes; Volksabstimmung im Saargebiet nach 15 Jahren
  • Befristete Besetzung des linken Rheinufers durch alliierte Truppen
  • Entmilitarisierung des Rheinlandes und eines etwa 50km breiten Streifens östlich des Rheins
  • Verbot der Wehrpflicht
  • Beschränkung der Armee auf 200.000 Mann
  • Verbot schwerer Waffen
  • Einrichtung einer Internationalen Ruhrbehörde zur Kontrolle der deutschen Schwerindustrie


Der Vertrag sorgte in der Bevölkerung für großen Unmut, wurde als weit überzogen begriffen. Die Knebelung, das Besatzungsgebaren und Ausplünderung insbesondere der linksrheinischen Gebiete bis 1930 wurde als Schmach empfunden. Die unverhältnismäßigen Lasten und Gebietsverluste spielten den Nationalsozialisten in die Hände, bereiteten den Boden für die Entwicklung in den 1930er Jahren. Das Empfinden der Menschen ist im Nachhinein insofern gerechtfertigt, als nach dem aktuellen Stand der Forschung von einer alleinigen oder überwiegenden Kriegsschuld Deutschlands keine Rede mehr sein kann.

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